Alois Rainer zu Besuch bei Kartoffel Kuhn
Bundeslandwirtschaftsminister informierte sich vor Ort
Im Rahmen einer Serie landwirtschaftlicher Termine im Wahlkampf von Gordon Schnieder hat der Kartoffelgroßhändler Hans-Josef Michels den Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer zu sich in den Kartoffelgroßhandel Kartoffel Kuhn in Frankenthal eingeladen.
Foto: Birte Bretz
Mindestlohn – keine Änderung für Landwirtschaft
Staatsminister Rainer stieg gut vorbereitet ins Thema ein und hob hervor, gleich zu Beginn seiner Amtszeit eine Stabsstelle für den Bürokratieabbau errichtet zu haben, betonte jedoch auch, dass es sich dabei um eine echte Sisyphos-Arbeit handele, die vor allem Ausdauer benötige. Auch die beschlossene Erhöhung des Mindestlohns sei leider nicht abzuwenden und Ausnahmen für die Landwirtschaft eher ausgeschlossen. Auch andere Branchen würden auf den Zug auffahren wollen und eine Kettenreaktion auslösen. Eine, den Landwirten zuvorkommende Aufweichung der Arbeitszeiten wäre eher realisierbar.
Um den Weinbau aus der Krise zu holen, sehe er auch die Verbraucher in der Pflicht. Könnte man den Konsum von derzeit 40 Prozent deutschen Weines auf 60 Prozent erhöhen, wäre der Branche sehr geholfen. In der Viehwirtschaft versuche Rainer neue Wege zu gehen und den Absatz von Schweinen in China zu stärken, wo Schnüffel und Füße gefragte Spezialitäten seien. In der anschließenden Fragerunde nutzten Landwirte sowie Vertreter von Verbänden die Gelegenheit, ihre Anliegen zu Mindestlohn, Pflanzenschutz und der insgesamt angespannten finanziellen Lage in der Landwirtschaft vorzubringen.
Minister gibt Parole: Zuversichtlich bleiben
Alois Rainer zeigte Verständnis für die geschilderten Probleme, stellte jedoch zugleich klar, dass politische Prozesse häufig nur schrittweise vorankämen. Er versicherte, sich weiterhin nach Kräften für die Unterstützung des Berufsstandes einzusetzen, und ermutigte die Anwesenden, trotz aller Herausforderungen zuversichtlich in die Zukunft zu blicken. Die momentane Situation im Pflanzenschutz mit dem Verlust vieler Wirkstoffe sehe Rainer sehr kritisch. So sagte er auch einem baldigen Termin mit Vertretern der Kartoffelbranche zu, um Lösungen für die aktuellen Probleme durch Drahtwurm und Schilf-Glasflügelzikade zu finden. Das gelungene Zusammentreffen von Politik und Praxis in angenehmer Atmosphäre machte einmal mehr deutlich: Gerade in herausfordernden Zeiten wie aktuell sind der direkte Dialog und der persönliche Austausch zwischen landwirtschaftlichen Erzeugern und Politik wichtiger denn je.
Birte Bretz – LW 8/2026
.