Dürreschäden dokumentieren

Etwa 250 landwirtschaftliche Betriebe haben in Hessen einen Antrag auf Dürrebeihilfe für das katastrophale Trockenjahr 2018 gestellt. In einem aufwändigen einzelbetrieblichen Kalkulationsverfahren werden die individuelle Betroffenheit und die jeweiligen einzelbetrieblichen Schäden kalkuliert.
Die ökonomischen Folgen des Dürrejahres werden sich hierbei im Buchführungsabschluss 2018/19 niederschlagen. Dessen Ergebnisse werden einem dreijährigen davorliegenden Referenzzeitraum gegenübergestellt. Erhöhte Ausgaben für Futterzukäufe und Viehzukäufe (nach vorübergehend notwendiger Viehabstockung) können hierbei genauso geltend gemacht werden wie verminderte Einnahmen beim Verkauf von pflanzlichen und tierischen Produkten. Außerdem werden erhöhte Transportkosten bei Futterzukäufen sowie die Kosten eines betriebsindividuellen Schadengutachtens berücksichtigt.
Wichtig ist, dass alle diese Ausgaben- und Erlöspositionen auch im Buchführungsabschluss 2018/2019  dokumentiert sind. Noch ist bis Ende des Monats Zeit, um im laufenden Wirtschaftsjahr die entsprechend notwendigen Zu- und Verkäufe zu tätigen und zu erfassen. Hierbei ist darauf zu achten, dass alle Belege unmittelbar nach Ende des Wirtschaftsjahres am 30. Juni bei der Buchstelle vorgelegt werden, damit diese den Buchführungsabschluss möglichst zeitnah schon im August/September erstellen kann. Denn der Abschluss muss bei der Bewilligungsbehörde für die Dürrehilfe spätestens im Oktober 2019 eingereicht werden.
Erfreulicherweise verspricht das laufende Futterjahr eine Entspannung für die am meisten betroffenen Futterbau- und Milchviehbetriebe. Der erste Grünlandschnitt hat gute Erträge erbracht. Auch der zweite Aufwuchs verspricht einen guten Ertrag. Ebenso hat der Silomais die Frosttage Anfang Mai weitgehend unbeschadet überstanden.  
Klaus Wagner,LLH, Landwirtschaftszentrum Eichhof