Erfolgreicher Partner für die Landwirtschaft

40 Jahre Wasser- und Bodenverband Marburger Land

„Alles was Du Dir an Großgeräten selbst nicht leisten kannst, das teilst Du Dir.“ Dieses moderne Prinzip der Share Economy, das sagt, dass sich das Einkommen für die Beteiligten erhöht, wenn sie Gebrauchsgüter gemeinsam nutzen, haben schon die Gründer des Wasser- und Bodenverbandes Marburger Land (WBV) erkannt. Vori­gen Freitag feierte der WBV sein 40-jähriges Bestehen in Amöneburg und blickte dabei auf eine unter dem Strich erfolgreiche Entwicklung des circa 800 Mitgliedsbetriebe zählenden Verbandes zurück.

Die Landmaschinen werden immer effizienter und intelligenter, aber auch teurer. Der überbe­triebliche Maschineneinsatz soll helfen, den technischen Fortschritt in die Betriebe zu bringen, ihre Arbeitskosten zu senken und damit ihre Produktivität zu erhöhen. „Man muss den überbetrieblichen Maschi­nen­ein­satz als Alternative zum vermeintlichen Wachsen oder Weichen der Betriebe sehen“, sagte Verbandsvorsteher Werner Metke bei der Eröffnung. Metke hat vor acht Jahren die Geschäftsführung des WBV von Karl-Heinz Dickhaut übernommen, der diese 32 Jahre zuvor seit der Gründung des WBV innehatte.

Friedrich Schäfer, Vorsitzender des Verbandes der Ma­schi­­­nen­­ringe in Hessen und Vize­präsident des Bundesver­bandes der Maschinenringe.
Foto: Moe

Hat sich vor 40 Jahren das Aufgabengebiet des WBV fast ausschließlich auf die überbetriebliche Nutzung von Landmaschinen, insbesondere Mähdrescher, bezogen, so sind im Laufe der Jahre ständig neue Aufgaben hinzugekommen. Seit den 90er Jahren befasst sich der WBV auch mit der gemeinschaftlichen Nutzung von Hallen und Güllebehältern. Und seit 1995 werden ebenso Beratungen für die Gewässer schonende Landbewirtschaftung angeboten. Mit der Energiewende werden auch Maschinen für die Mitgliedsbetriebe bereitgestellt, welche Biomasse wie Holz und Stroh verarbeiten. Trotz der ständigen Aufgabenerweiterung für den WBV werde dessen Verwaltung mit zwei Büroangestellten schlank und effizient geführt, betonte Metke. Den langjährigen Erfolg des WBV sieht er insbesondere in einer hoch motivierten Grundeinstellung von Mitgliedern und Mitarbeitern begründet und sagte: „Es heißt hier nicht der Verband, sondern unser Verband.“

ÜMV-Präzisionsackerbau hilft, die Kosten zu senken

Zahlreiche Redner folgten, welche die Entwicklung des WBV skizzierten und das Engagement der Verantwortlichen würdigten. Friedrich Schäfer, Landesvorsitzender der Maschinenringe in Hessen, meinte vielen Landwirten sei es in den ver­­gan­ge­­nen Jahren gelungen, durch den überbetrieblichen Einsatz ihre Festkosten im Betrieb deutlich zu sen­ken. Vom Hinterland bis zum Ebsdorfergrund und vom Burgwald bis zur Fronhäuser Aue spiegele das Marburger Land die Vielfalt der Regionen wider, wie dies im Prinzip auch innerhalb Europas der Fall sei. Vor Ort führe dies zu großen Herausforderungen im Mana­gement der Betriebe. Überregional sei die Agrarpolitik gefordert, um den ländlichen Raum flächendeckend attraktiv auch für die Bewirtschafter zu hal­ten. „Auf großen Flächen kann jeder, auf kleinen wird es schwieriger und teurer“, so Schäfer. Er ging auch auf die künftigen Anforderungen des überbetrieblichen Maschineneinsatzes ein. Modernste Technik solle zum Einsatz kom­men, um zum Beispiel nicht zu viel aber auch nicht zu wenig Dünger auszubringen und vor allen Dingen exakt dort auf dem Acker zu verteilen, wo er benötigt werde. Das ermögliche die Präzisionslandwirtschaft, die neuerdings bei den Maschinenringen in Hessen durch ein landesweit bereitgestelltes Korrektursignal den Betrie­ben angeboten werde. Bei allen rasanten Entwicklungen in der Landwirtschaft sei es auch nötig, die Bevölkerung mitzunehmen. So hätten sich die Wasser- und Bodenverbände in Hessen und der Verband der Lohn­­­­­unternehmer auf einen Ehrenkodex beispielsweise beim Fahren mit Großmaschinen auf den Straßen verständigt und zwar, dass sich Schlepper- und Häckslerfahrer in der Maisernte besonders rücksichtsvoll zu verhalten haben.

Moe  – LW 27/2013