Gefährlicher Stoff im Einsatz
Vorsicht bei der Gülleansäuerung mit Schwefelsäure
Gerät Schwefelsäure in die Augen oder gelangt sie auf die Haut, kann es zu schweren Verletzungen kommen. Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) erklärt, welche Schutzmaßnahmen beim AnÂsäuern von Gülle mit Schwefelsäure helfen.
Um problematische Emissionen aus der Gülle zu reduzieren, kann es für landwirtschaftliche Betriebe interessant sein, sie anzusäuern. Dafür kann Schwefelsäure (H2SO4), Salzsäure (HCl), Salpetersäure (HNO3) oder Zitronensäure eingesetzt werden. Von ihnen ist Schwefelsäure die am weitesten verbreitete, denn sie ist günstig und ihr Sulfat ist pflanzenverfügbar.Das bedeutet, es kann ohne chemische oder biochemische Umwandlung von den Wurzeln direkt aufgenommen werden. Somit kann die mit H2SO4 versetzte Gülle auch zur Schwefeldüngung dienen.
Wird Gülle mit Schwefelsäure angesäuert, lauern folgende Gefahren:
- Augen, Schleimhäute und Haut können beim Kontakt mit der Säure gereizt oder verätzt werden, bis hin zur Zerstörung.
- Die Lunge kann durch das Einatmen von Dämpfen und Aerosolen geschädigt werden.
- Aus der Gülle wird hochgiftiger Schwefelwasserstoff erhöht freigesetzt.
- Durch die Reaktion zwischen Säure und Lauge/Wasser kommt es zur heftigen Wärmeentwicklung.
- Konzentrierte Schwefelsäure (≥ 96 %) reagiert extrem destruktiv (bis hin zur Verkohlung) mit zahlreichen organischen Verbindungen und Naturprodukten (zum Beispiel mit Bestandteilen der Gülle oder menschlichem Gewebe).
Arbeiten im geschlossenen System
Unabhängig vom angewandten Verfahren zur Ansäuerung gibt es eine Reihe von allgemeinen Schutzmaßnahmen, die grundsätzlich wirken. Als erstes ist die Verwendung von geschlossenen Systemen zu nennen. Schwefelsäure, konzentriert (≥ 96 %) oder in hohen Konzentrationen (95 % – 50 %), soll ausschließlich in geschlossenen Systemen gehandhabt werden, die der Technischen Regel für Gefahrstoffe (TRGS 500) entsprechen.
Solche Systeme sind so konstruiert, dass während des Normalbetriebes, beim betriebsmäßigen Öffnen des Systems und bei einfachen Bedienfehlern keine Säure austritt. Beispiele:
- Wird die Schwefelsäure in einem „Intermediate Bulk Container“ (IBC) angeliefert, sollte schon bei der Bestellung darauf geachtet werden, dass dieser über ein fest installiertes Tauchrohr verfügt. Hieran kann eine geeignete selbstansaugende Pumpe angeschlossen werden, um die Säure sicher zu entnehmen. Dies verhindert, dass säurebelastete Teile in die Hand genommen werden müssen.
- Alle Schlauch- oder Rohrverbindungen sollten mit Trockenkupplungen ausgestattet sein. Somit tritt beim Öffnen dieser Verbindungen keine Säure aus.
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