Kontakt mit Mäusekot gefährlich – Hantavirus

Mäuse können über ihren Kot den Hanta-Virus übertragen. Er scheint zunächst wie ein grippaler Infekt, Hantaviren können beim Menschen aber zu hochfiebernden Infekten mit Nierenversagen führen.
Foto: Hanseat/pixelio

Einen starken Anstieg der Infektionen mit dem Hantavirus verzeichnen Mediziner. Hantaviren können beim Menschen zu hochfiebernden Infekten mit Nierenversagen führen. Häufig verläuft die Infektion aber auch in Form eines grippalen Infektes. Der in Deutschland vorherrschende Virus-Typ Puumala wird durch die Rötelmaus übertragen, die bevorzugt in Buchenwäldern lebt. Die Viren werden von den Rötelmäusen über Kot, Urin und Speichel übertragen. Der Bereich der Land- und Forstwirtschaft gehört zu den besonders gefährdeten Berufsgruppen. Nach bisherigen Erkenntnissen besteht ein besonderes Ansteckungsrisiko:
  • beim Umschichten von Holzstapeln
  • bei Kontakt mit Mäusen oder deren Ausscheidungen
  • beim Aufenthalt oder bei Reinigungsarbeiten in Gartenhäuschen, Waldhütten oder Schuppen, insbesondere bei Staub erzeugenden Tätigkeiten wie Ausfegen
  • bei der Reinigung, beim Auf- oder Umräumen von Dachböden, Garagen und Kellern waldnaher Häuser.
Folgende Präventionsmaßnahmen werden empfohlen:
  • Tragen einer Feinstaubmaske der Schutzklasse FFP 1 zum Mund-Nasen-Schutz
  • Tragen von Einmalhandschuhen und Schutzbrillen
  • Vermeidung von Staubentwicklung durch Befeuchten der Oberflächen von zum Beispiel Böden und Regalen
  • Mäusekadaver und Exkremente vor der Entsorgung mit Desinfektionsmittel benetzen.
Eine Impfung gegen Hantavirusinfektionen gibt es bislang nicht. Bei Verdacht auf eine Infektion sollte daher unbedingt ein Arzt auf­ge­sucht werden. Die sichere Diagnose der Erkrankung ist nur über eine Blutuntersuchung möglich. Bei Krankheitsverdacht und Erregernachweis besteht außerdem Meldepflicht nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG). 
LSV