Runder Tisch statt Milchgipfel

Aigner lädt Vertreter der Lebensmittelkette zu Spitzengespräch nach Berlin

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Das Bundeslandwirtschaftsministerium veranstaltet am 28. April einen „Runden Tisch zur Wettbewerbsfähigkeit der Lebensmittelkette in Deutschland“. Anlass für die Veranstaltung unter Vorsitz von Bundesministerin Ilse Aigner ist zum einen die schwierige Lage der Agrarwirtschaft infolge der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise. Zum andern soll auf nationaler Ebene über die derzeit in Brüssel diskutierten Vorschläge zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Lebensmittelindustrie beraten werden.

Wie aus dem Agrarressort in Berlin zu erfahren war, soll es bei dem Runden Tisch um die Situation in den wichtigen landwirtschaftlichen Produktionsbereichen gehen. Neben der Milch stehen Fleisch, Getreide sowie Obst und Gemüse auf der Tagesordnung. Eingeladen werden Vertreter von gut 20 Verbänden, und zwar von Seiten der Erzeuger, von der Verarbeitungsstufe, der Vermarktung und dem Handel. Hinzu kommt der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). Ausdrücklich wird im Agrarressort der breite Ansatz der Veranstaltung betont, zu der rund 50 Teilnehmer erwartet werden.

„Wir führen keinen neuerlichen Milchgipfel durch“, heißt es im Ministerium. Sowohl von berufsständischen Verbänden als auch von Seiten der Politik waren entsprechende Forderungen laut geworden. Ziel sei, mögliche Schwachstellen in der Kette in Deutschland aufzuzeigen und Handlungsbedarf zu identifizieren, so die Vorstellungen im Bundeslandwirtschaftsministerium. Die Veranstaltung bilde daher auch nur den Auftakt für einen längerfristig angelegten Diskussionsprozess innerhalb der Lebensmittelkette, der fortgeführt werden solle. Bewusst ist man sich im Ministerium über die gegenwärtig besondere Brisanz auf dem Milchmarkt. Gleichwohl werde die Diskussion im Rahmen des Runden Tisches auch die anderen Bereiche einbeziehen. Von einem „Milchgipfel“ könne daher keine Rede sein. age