Scharfe Kritik an Stadion-Bau

Belange der Landwirtschaft nicht ausreichend berücksichtigt

Der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd e. V., Norbert Schindler, MdB, hat den heutigen Beginn der ersten Erdbewegungen am geplanten Standort des Fußballstadions in Mainz-Bretzenheim scharf kritisiert. Es sei in keiner Weise nachvollziehbar, dass hier ein Filetstück landwirtschaftlicher Fläche geopfert werde, obwohl mit dem Steinbruch in Weisenau eine greifbare Alternative vorhanden gewesen wäre, so der BWV-Präsident.

Mögliche Standortalternativen seien leider nur äußerst halbherzig oder fast gar nicht geprüft worden, so Schindler. Vor dem Hintergrund, dass in Rheinland-Pfalz Tag für Tag mehr als sechs Hektar landwirtschaftlicher Flächen unwiederbringlich durch Baugebiete, Straßen und Freizeitanlagen verloren gingen, sei der Verlust von weit mehr als zehn Hektar absolut inakzeptabel, erläuterte der BWV-Präsident zur befürchteten Flächenversiegelung.

Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd e. V. habe sich gemeinsam mit dem örtlichen BWV-Ortsverein Mainz-Bretzenheim über Stellungnahmen in das Verfahren zur Aufstellung der Flächennutzungs- oder Bebauungspläne eingebracht. Darüber hinaus seien die durch den Bau des Stadions zu befürchtenden Problembereiche im Rahmen vieler Gespräche mit Vertretern der Stadt Mainz diskutiert worden. Letztlich habe sich die Stadt als Eigentümer der Flächen jedoch über die fachlichen Gesichtspunkte hinweggesetzt und den Stadionneubau gegen die Interessen der ortsansässigen Landwirte durchgesetzt, so der BWV-Präsident abschließend. bwv