Erzeuger stellen sich auf Ende der Milchquote ein

Quotenpreise bundesweit auf 14 Cent gesunken

Der Preis für Milchquoten ist bei der 28. Milchbörse am 1. Juli auf ein neues historisches Tief gefallen. Der Deutsche Bauernverband (DBV) ermittelte einen gewogenen Durchschnittspreis für Deutschland von 14 Cent je Kilogramm. Im Vergleich zum letzten Handelstermin ist dieser um etwa 40 Prozent (9 Cent) gesunken.

Die Quotenpreise lagen bei der aktuellen Börsenrunde deutschlandweit bei 14 Cent. Das sind 9 Cent weniger als bei der letzten Handelsrunde im April.
Foto: Zieger

Für den Übertragungs­bereich West wurde ein Handelspreis von 15 Cent je Kilogramm gegenüber 24 Cent beim Apriltermin errechnet, so der DBV in einer Pressemeldung weiter. Der Handelspreis für den Übertragungsbereich Ost sei mit 8 Cent je Kilogramm erstmals unter die 10-Cent-Marke gesunken. In Deutschland seien insgesamt 164 597 518 Mio. Kilogramm gehandelt worden. Damit stieg die gehandelte Menge gegenüber den letzten Terminen wieder deutlich an.

Im Übertragungsbereich West (siehe auch Seite M8), insbesondere in Nordrhein-Westfalen, sei ein leichter Nachfrageüberhang zu verzeichnen gewesen. Im Übertragungsbereich Ost war ein leichter Angebotsüberhang zu verzeichnen, so der DBV. Die Ergebnisse der einzelnen neuen Bundesländer zeigten, dass in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg die Quotennachfrage über dem Angebot lag.

RLP gewinnt Quote, Hessen verliert Quote

Bei dem aktuellen Milchbörsentermin hätten Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz Quoten hinzugewonnen, während Bayern, Niedersachsen und Hessen Quoten abgegeben haben. Im Übertragungsgebiet Ost sind Quoten nach Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern geflossen. Von den insgesamt 3 912 Quotennachfragern waren rund 88 Prozent erfolgreich. Von den 3 775 Anbietern konnten rund 80 Prozent erfolgreich Milchquoten veräußern, so der DBV.

Klare Reaktion der Milcherzeuger

Nach Auffassung des Deutschen Bauernverbandes ist der sich verfestigende Trend deutlich sinkender Quotenpreise eine klare Reaktion der Milcherzeuger auf das Auslaufen der Milchquotenregelung im Jahr 2015. Sie spiegelten aber auch die derzeit schwierige Situation der Milcherzeuger wider. Die ohnehin geringen finanziellen Spielräume müssten daher in die nachhaltige Entwicklung der Betriebe fließen.

Die eindeutige Position der EU-Staats- und Regierungschefs beim letzten Gipfeltreffen in Brüssel zu den Beschlüssen des Health Checks geben den Milcherzeugern die politische Orientierung und Verlässlichkeit, so der DBV weiter. Der Zukauf von Milchquoten bei sinkenden Milcherzeugerpreisen zeige aber auch, dass trotz der momentanen Krise viele Milcherzeuger weiterhin an die Zukunft der Milchproduktion in Deutschland glauben. LW