Kühe beim Gruppenwechsel nicht stressen

Die Transitperiode ist die Zeit mit dem größten Stresspotenzial für die Kühe. Darum wurde in den letzten zehn Jahren dieser Phase große Aufmerksamkeit zuteil, mit speziellen Rationen, Haltungsbedingungen und routinemäßigen Gesundheitschecks. Aber bei alldem ist es wichtig, immer das natürliche Verhalten der Kühe zu bedenken.
Je nach Herdenmanagement haben die Kühe in kürzester Zeit mehrere Gruppenwechsel zu verkraften, vom Trockenstand bis zum erneuten Laktationsbeginn. Die Anzahl der Gruppenwechsel kann die natürlichen Verhaltensmuster der Kuh empfindlich stören und dadurch die positiven Effekte, die durch gezielte Rationen und Sonderbehandlung erreicht werden sollen, zunichtemachen.
Die Herausforderung besteht darin, dass Kühe vorhersagbare, stabile Umweltbedingungen wollen, in denen sie keinem sozialen Stress ausgesetzt sind. Häufig werden Umgruppierungs- und Gruppeneinteilungsentscheidungen nicht auf Grundlage dieses Wissens getroffen. Die Zeit im Close-Up-Bereich (Tockensteher 2) ist für Kühe wichtig, und es sollten mindestens 14 Tage angestrebt werden. Studien haben gezeigt haben, dass sich die Anzahl von Labmagenverlagerungen fast verdoppeln kann, wenn Kühe während der Transitphase mehr als zwei Gruppenwechsel erleben.
Wann ist der beste Zeitpunkt für notwendige Gruppenwechsel und wie kann man die Kuh dabei unterstützen? Hier gilt:
  • Immer mehrere Kühe gemeinsam umstallen.
  • Besser abends umstallen, wenn mehr Ruhe im Stall ist.
  • Maximal 80 Prozent Belegdichte am Fressplatz.
Unterm Strich spielt das Management in vielen Fällen eine viel größere Rolle für die Gesundheit und Produktivität der Kuh als die Ration. Dies gilt ganz besonders in der Transitphase.  
Sibylle Möcklinghoff-Wicke, Innovationsteam der Landesvereinigung Milch Hessen