Landwirte im Rheingau-Taunus sagen Danke

Kreiserntedankfest auf dem Egenrother Hof

Auf dem diesjährigen Kreiserntedankfest des KBV Rheingau-Taunus begrüßten Vorsitzender Thomas Kunz und Junior-Betriebsleiter Philipp Kornek-Strack auf dem Egenrother Hof der Familie Kornek-Strack in Heidenrod die Ehrengäste, darunter Landrat Frank Kilian, den Bundestagsabgeordneten und Kreistagsvorsitzenden Klaus-Peter Willsch sowie den Bürgermeister der Gemeinde Heidenrod, Volker Diefenbach. Anschließend stellte sich Jonas Bachmann als neuer Geschäftsführer des KBV vor.

KBV-Vorsitzender Thomas Kunz (rechts) bedankt sich bei Anna, Peter, Julia und Philipp Kornek-Strack für die arbeitsreiche Mitwirkung zur Vorbereitung und Durchführung des Kreiserntedankfestes.
Foto: KBV RTK

Seine Festansprache begann Kunz mit der Erntebilanz 2019. Obwohl das große Wasserdefizit aus dem letzten Jahr im Winter nicht ganz ausgeglichen worden sei und auch dieses Frühjahr wieder zu trocken gewesen sei, habe die kühl-feuchte Witterung im Mai eine große Erntekatas- trophe verhindert. Die im Juni einsetzende Hitzewelle habe für eine gute Heuernte gesorgt, sowohl in der Menge als auch hinsichtlich der Qualität. Der Wintergerste konnte die Hitze nichts mehr anhaben, so dass hier eine sehr gute Ernte eingefahren worden sei. Bei allen anderen Getreidearten sei eher eine knapp durchschnittliche Bilanz zu verzeichnen. Kunz betonte, dass es auf die Wirtschaftsweise der Landwirte zurückzuführen sei, dass die Trockenheit in Verbindung mit der großen Hitze keine stärkeren Schäden im Getreide verursacht habe. Durch bodenschonenden Ackerbau sei es gelungen, nicht nur Humus aufzubauen, sondern auch den belebten Oberboden um 30 Prozent zu vergrößern, wodurch der Boden mehr Wasser speichern könne. Eine Leistung, auf die es wert sei, stolz zu sein, worüber aber leider kein TV-Sender berichte. Billiges Palmöl flutet Europa An die Politik richtete sich Kunz mit der Bitte um mehr Unterstützung für die hiesige Landwirtschaft. Der Preis für Rapsöl leide, weil die europäischen Märkte mit billigem Palmöl aus Indochina und Malaysia überflutet würden, wofür wiederum Regenwald gerodet werde. Die Möglichkeit, dem mit Anti-Dumpingzöllen entgegenzuwirken, werde von der EU-Kommission nicht umgesetzt. Hier würden der Klimaschutz und auch die Interessen der heimischen Landwirtschaft mit Füßen getreten. Noch unverständlicher seien die Anschuldigungen, brennende Regenwälder seien auf unseren Sojabedarf zurückzuführen. In Deutschland würden rund 2 Mio. t Soja benötigt. Das seien 0,5 Prozent der weltweit produzierten Menge von fast 400 Mio. t. Tatsache aber sei, dass China seine Importe von 14 Mio. t Soja im Jahr 2000 auf aktuell über 100 Mio. t gesteigert habe. Kunz bemängelte weiter, dass die hiesige Landwirtschaft mit System diskreditiert werde, gleichzeitig aber die Märkte geflutet würden mit Billigprodukten, die mit wesentlich geringeren bis gar keinen Umweltauf- lagen produziert würden. Mit Glyphosat behandelte Produkte nicht importieren Hierzulande werde der Einsatz von Glyphosat untersagt, gleichzeitig aber mit anderen Ländern Freihandelsabkommen geschlossen. Das passe nicht: Baumwolle und Soja würden mit dem Faktor 20 gegenüber unseren Verfahren mit Glyphosat behandelt. Damit werde ein Vielfaches dieses Wirkstoffes in die EU importiert. Die Extensivierung der Landwirtschaft funktioniere nur mit einem wirksamen Außenschutz. Wenn hier Glyphosat verboten werde, dann müssten die Türen für landwirtschaftlichen Produkte, die mit Glyphosat behandelt worden seien, geschlossen werden. Als Kreislandwirt sei er besonders stolz auf die seit Generationen verwurzelten Familien, die sich mit Leidenschaft ihrer Arbeit in der Landwirtschaft verschrieben hätten. Unabhängig, ob kleine oder große Betriebe, ob im Nebenerwerb oder im Haupterwerb, ob biologisch oder konventionell arbeitend. Ganz besonders gelte dies dem Betriebsleiter Peter Kornek-Strack, der mit Fleiß und Beharrlichkeit den Egenrother Hof aufgebaut habe. Bei ihm und seinem Team bedankte er sich herzlich für die Durchführung des Hoffestes und damit für die Möglichkeit, das kreisweite Erntedankfest des KBV anzuschließen. An die Festansprachen schloss sich ein ökumenischer Erntedank-Gottesdienst von Pfarrerin Nikola Züls und Gemeindereferentin Monika Dirksmeier mit musikalischer Begleitung an. Das sich anschließende Hoffest wurde von einer sehr beeindruckenden Maschinenausstellung umrahmt. KBV RTK – LW 38/2019