Liquidität im Griff behalten
Viele landwirtschaftliche Betriebe stehen heutzutage unter wirtÂschaftlichem Druck. Sinkende Erzeugerpreise treffen auf gleichzeitig steigende Produktionskosten. Wachsende Betriebe sind zusätzlich durch hohe Kapitaldienste belastet: Neben Privatentnahmen müssen auch Kredittilgungen aus Gewinn und Abschreibungen erwirtschaftet werden.
Die Folge sind zunehmend angespannte Liquiditätslagen, die nicht selten durch kurzfristige Liquiditätskredite überbrückt werden
müssen.
Um die notwendige Zahlungs-
fähigkeit im Blick zu behalten, gewinnt die systematische Liquiditätsanalyse an Bedeutung. Neben klassischen Kennzahlen wie der Liquidität 1. bis 3. Grades liefert vor allem das Working Capital (Umlaufvermögen abzüglich kurzfristiger Verbindlichkeiten) wichtige Hinweise auf finanzielle Spielräume. Ergänzend zeigt der Cashflow, ob ein Betrieb aus der laufenden Produktion heraus in der Lage ist, Investitionen und Tilgungen zu bedienen.
In der aktuellen Situation ist Zurückhaltung bei Investitionen wichtig. Auch wenn sich Chancen wie der Kauf bislang gepachteter Flächen ergeben, sollten solche Entscheidungen konsequent an der verfügbaren Liquidität ausgerichtet werden. Gleiches gilt für Maschineninvestitionen. Ziel muss es sein, ausreichende Liquiditätsreserven zu sichern, um saisonale Schwankungen und Engpässe abzufedern.
Die laufende Liquiditätsplanung sollte regelmäßig mit den Ist-Zahlen abgeglichen werden und neben kurzfristigen Zahlungsströmen auch mittel- bis langfristige Verpflichtungen berücksichtigen. Der Austausch mit betriebswirtschaftlichen Beratern des LLH kann helfen, Kennzahlen richtig zu interpretieren und frühzeitig gegenzusteuern. So behalten Betriebe ihre finanzielle Stabilität auch in volatilen Marktphasen im Griff.
Christoph Rohde, Nikos Förster, LLH
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