Markttelegramm KW 19

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Tierische Erzeugnisse
Schlachtrinder Fehlende Absatzmöglichkeiten an Gastronomie und im Export führen zu starken Verwerfungen am nationalen Schlachtrindermarkt. Regionale Vermarkter versuchen sich der Preisspirale zu entziehen und so können sich die Erzeugerpreise in der laufenden Woche auf zuvor herabgesetzter Basis knapp behaupten. Befürchtet wird jedoch eine Zunahme des Erzeugerangebots mit weitreichenden Folgen auf Absatzlage und Notierungen.
Schlachtschweine Der Preisdruck am Schlachtschweinemarkt hält an, Schlachtbetriebe drosseln weiter die Produktion und trotz unterdurchschnittlichem Lebendviehangebot bilden sich Überhänge. Zuletzt hatte durch die kühlere und feuchte Witterung auch der Absatz im Grillsortiment abgenommen.
Ferkel Die Nachfrage nach Ferkeln geht zurück. Der Absatz am regionalen Markt läuft analog zur Vorwoche. Die Preise tendieren in der Berichtswoche weiter nach unten und folgen somit den schwächeren Vorgaben am Schlachtschweinemarkt.
Nutzkälber Das durchschnittliche Kälberangebot trifft auf eine verhaltene Nachfrage. Schwarzbunte werden kaum abgesetzt, Kreuzungskälber im Absatz stabil. Die Preise bleiben auf schwachem Niveau.
Eier/Geflügel Von einer regeren Nachfrage nach Eiern kann lediglich der LEH profitieren, hier können vornehmlich Freiland- und Bio-Eier vermarktet werden. XL-Ware ist Mangelware. Bodenhaltungseier mit Überhängen, es fehlt der Absatz im Außer-Haus-Verkauf. S-Eier fließen vermehrt in den Export. Die Preise geben leicht nach. Der Abverkauf an Geflügelfleisch im LEH läuft stetig, allerdings fehlt auch hier der Abverkauf im Außer-Haus-Bereich, Hähnchen- und Putenfleisch geben im Preis etwas nach.
Pflanzliche Erzeugnisse und Futtermittel
Getreide und Ölsaaten Nach einem viel zu trockenen April können sich nun die Getreidebestände nach den Niederschlägen zum Monatswechsel erholen. Von Spitzenerträgen kann jedoch vielfach nicht mehr ausgegangen werden, die Vermarktung der neuen Ernte bleibt entsprechend gehemmt. Alterntige Ware steht kaum mehr zur Verfügung, die letzten Restpartien Brot- und Futtergetreide werden schlank am Markt aufgenommen und weitgehend stabil bewertet. Auch beim Raps wird von höchstens durchschnittlichen Erträgen ausgegangen; die freundlicheren Offerten des Handels finden wenig Beachtung. Braugerste bleibt der Ladenhüter der Saison, selbst kontrahierte Ware wird kaum abgerufen.
Futtermittel Die einbrechenden Erlöse in der Veredlung sorgen zeitversetzt für spürbaren Nachfragerückgang am regionalen Markt für Futtermittel. Die Einkaufspreise für Ölschrote haben sich weiter deutlich ermäßigt und auch Mischfutter bei schleppendem Absatz mit ersten Preiskorrekturen.
Kartoffeln Die Verbrauchernachfrage hat sich normalisiert. Der LEH stellt mehr und mehr auf Importware um. In etlichen Handelsketten überwiegen ausländische Offerten. Auch Frühkartoffeln aus Spanien könnten demnächst zur Verfügung stehen. Israelische Importe verteuern sich. Regionale Regenfälle sorgen vorübergehend für Entspannung. Preise tendieren etwas fester.
Quelle: Landwirtschaftskammer
Blick in den Markt
 – LW 19/2020