Markttelegramm KW 45

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Tierische Erzeugnisse
Schlachtrinder Mit den angeordneten Coronabeschränkungen, vor allem in der Gastronomie, gerät der Fleischabsatz am regionalen Schlachtrindermarkt weiter unter Druck. Zudem hat sich das Erzeugerangebot weiter erhöht, so dass über alle Kategorien und Handelsklassen mit deutlichen Preisabschlägen gerechnet werden muss.
Schlachtschweine Auch am Schlachtschweinemarkt bleiben reduzierte Schlachtkapazitäten und rückläufiger Fleischabsatz die preisbestimmenden Faktoren. Vermarkter rechnen mit weiter stagnierenden Erzeugerpreisen auf der schwachen Basis der Vorwochen.
Ferkel Keine veränderte Situation am regionalen Ferkelmarkt. Die Vermarktung bleibt nach wie vor schwierig. Das verfügbare Angebot ist deutlich größer als die Nachfrage. Die Preise verharren auf Niedrigstniveau.
Nutzkälber Am heimischen Nutzkälbermarkt übersteigt das bestehende Angebot die Nachfrage. In der laufenden Woche stehen die Preise unter Druck, der Fleischabsatz wird coronabedingt zunehmend schwieriger.
Eier/Geflügel Die Pandemie beeinflusst den Eiermarkt. Steigende Käufe im LEH sind spürbar, zumal die Backsaison beginnt. Dagegen geht der Außer-Haus-Verbrauch zurück, die Produktenindustrie nimmt kaum Ware vom Markt. Bio- und Freilandeier rege nachgefragt und knapp, Preise überwiegend stabil. Auch am Geflügelmarkt macht sich der Lockdown bemerkbar. Haushaltskäufe, insbesondere für Saisongeflügel, schnellen nach oben. Preisanhebungen sind allerdings noch nicht durchsetzbar. Inwieweit der Ausbruch der Aviären Influenza den Eier- und Geflügelsektor beeinflusst bleibt noch abzuwarten.
Pflanzliche Erzeugnisse und Futtermittel
Getreide und Ölsaaten Negative Meldungen zur Corona- und ASP-Situation, sowie der fallende Öl- und Dollarkurs haben in der Vorwoche zu einer scharfen Korrektur an den Präsenzbörsen des Getreidemarkts geführt. Nichts desto trotz bleibt europäischer Weizen gefragt und wachsende Exportaussichten führen in der laufenden Woche zu einer Stabilisierung der Kurse. Am regionalen Getreidemarkt haben die Erfasser ihre Gebote moderat zurückgenommen, und die Abgabebereitschaft in der Landwirtschaft ist nicht mehr so lebhaft wie zuvor. Zudem besteht weiterhin kaum Kaufinteresse seitens der Mühlen und die Mischfutterindustrie deckt stetig nur den vorderen Bedarf. Rapskurse nach Ablauf des Novembertermins an der Matif wieder auf Erholungskurs.
Futtermittel Die Nachfrage nach Raps- und Sojaschrot ist etwas abgeflacht, die Forderungen des regionalen Handels tendieren zwar noch weitgehend stabil, nach internationalen Vorgaben wird jedoch mit baldigen Abschlägen gerechnet. Mischfutter vereinzelt teurer, aber nur auf vordere Termine nachgefragt.
Kartoffeln Der Kartoffelmarkt bleibt nach dem wesentlichen Abschluss der Rodearbeiten gut versorgt. Die Nachfrage war zuletzt etwas lebhafter. Es stellt sich die Frage nach den Auswirkungen der verschärften Coronasituation auf den Kartoffelverbrauch in den nächsten Wochen. Auch für durchgeschwitzte überregionale Speiseware werden mittlerweile Lageraufschläge von 2 €/dt verlangt. Eine Marktreaktion auf die Verbraucherpreise ist noch nicht erkennbar.
Quelle: Landwirtschaftskammer
Blick in den Markt
 – LW 45/2020