Moderne Sorten sind standfester
Wachstumsreglereinsatz in Winterraps
Die Bedeutung von Wachstumsreglern im Winterraps hat im Frühjahr in den letzten Jahren eher abgenommen. Moderne Sorten verfügen vielfach über eine bessere Standfestigkeit als noch vor einigen Jahren, sodass eine Behandlung im Frühjahr nicht mehr pauschal, sondern klar schlagspezifisch entschieden werden sollte.
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Besteht ein Lagerrisiko?
Besonders auf gut versorgten Standorten, bei langwüchsigen Sorten, oder in dichten Beständen mit rascher Streckung steigt das Lagerrisiko. Der günstige Zeitraum für eine Frühjahrsmaßnahme liegt vom Beginn des Längenwachstums (15/20 cm) bis Mitte Knospenstadium, etwa bis BBCH 55.
Für eine gute Wirkung sollten frostfreie Nächte, Tageshöchsttemperaturen von über 10 °C, ausreichend Blattmasse und eine aktive Wachstumsphase vorliegen. Unter kühlen Bedingungen oder bei gehemmter Entwicklung fällt die Wirkung deutlich schwächer aus.
Aus wirtschaftlicher Sicht bleibt der Nutzen von Wachstumsreglern im Frühjahr häufig begrenzt. Amtliche Versuche zeigen meist nur geringe Ertrags- oder Qualitätseffekte; vielfach waren die Maßnahmen in den letzten Jahren nicht wirtschaftlich. Deshalb sollte im Frühjahr nicht die Frage lauten, welches Mittel grundsätzlich einsetzbar ist, sondern ob der Bestand überhaupt eine einkürzende Maßnahme benötigt. Gerade bei normal entwickelten Beständen bietet der Frühjahrs-Wachstumsregler am ehesten Einsparpotenzial.
Steht die reine Standfestigkeit im Vordergrund, sind vor allem Carax, Toprex und Architect naheliegende Optionen. Soll neben der Wuchsregulierung zugleich eine Absicherung gegen Phoma erfolgen, kommen vor allem Tilmor und mit kleinem Abstand dann Caramba, Efilor und Folicur in Betracht.
Kriterien zur Produktauswahl
Wichtig ist auf Produktebene die maximale Anzahl an möglichen Anwendungen zu berücksichtigen. Diese können sich trotz gleichem Wirkstoff oftmals unterscheiden. So darf zum Beispiel Folicur in der Kultur beziehungsweise je Jahr nur zwei Mal eingesetzt werden.
Eine gezielte Phoma-Bekämpfung im Frühjahr ist dennoch nicht auf jedem Schlag erforderlich. Zum einen haben sich die Sortenresistenzen verbessert, zum anderen war die zuletzt anhaltend Trockenere Witterung für eine Phoma-Infektion weniger geeignet, wenn gleich im Herbst höhere Phoma-Befallsstärken festzustellen waren.
Vier mögliche Situationen
Situation 1: Bestände nicht dicht, üppig oder überwachsen, Einzelkornsaat
- keine gezielte Maßnahme erforderlich
Situation 2: eher trockenen Bedingungen / leichtere Standorte/Seitentriebförderung
- 0,5 bis 1,0 l/ha Folicur
Situation 3: sehr dichte Bestände, überwachsen, erhöhte Lagergefahr, Vegetations-Kegel Herbst > 2,5cm, starke Nachlieferung
- 1,2 bis 1,4 l/ha Architect; 0,35 bis 0,4 l/ha Toprex; 0,6 bis 0,8 l/ha Carax
Situation 4: Phoma-Bekämpfung aufgrund von Ausgangsbefall und einsetzenden Niederschlägen
- hier können auch 0,75 bis 1,0 l/ha Tilmor zum Einsatz kommen.
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