Nischenkulturen im Ackerbau
Herkömmliche Marktfrüchte des Ackerbaus sind hinsichtlich ihrer Anbaurentabilität wegen relativ hoher Produktionskosten und längerfristig niedrigen Erlösen aktuell wenig attraktiv. Wer unter diesen Bedingungen den Anbau alternativer Kulturen erwägt, sollte noch vor der Anbauentscheidung die Vermarktungsmöglichkeiten geklärt haben.
Kleine Flächen in Hofnähe mit gut versorgtem Boden bieten ideale Voraussetzungen für einen Versuchsanbau. Unterschiedliche Sorten und Produktionsverfahren, die im Anbauvergleich nebeneinander geführt werden, bilden die Erfahrungsgrundlage für zukünftige Vorgehensweisen. Vorkultur und Fruchtfolge haben, ebenso wie die Bodenbearbeitung, direkten Einfluss auf Unkrautauftreten und Pathogendruck.
Die Saat sollte unter besten Bedingungen bei abgetrockneter, feinkrümeliger Bodenoberfläche auf tiefgründigem, gelockerten und rückverfestigtem Boden erfolgen. Eine Saat in weiten Reihenabständen erleichtert die mechanische Unkrautbekämpfung.
Pflanzenschutzbehandlungen von Nischenkulturen sind oft nicht rentabel, da eine Einzelfallregelung mit entsprechendem Aufwand verbunden ist. Zudem ist das Schaderregerpotenzial bei selten angebauten Kulturen erstaunlich niedrig.
Der Düngebedarf kann, sofern erforderlich, von artverwandten Kulturen hergeleitet und dann mit zunehmender Anbauerfahrung an den Nährstoffentzug angepasst werden. Im Regelfall kann die Ernte mit herkömmlicher Technik erfolgen. Bei der Aufbereitung, Trocknung und Lagerung müssen die geforderten Qualitätsparameter zur weiteren Verarbeitung beachtet werden.
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