Prof. Dr. Ulrich Fischer mit Peter-Morio-Preis ausgezeichnet
Auszeichnung der Rebenzüchter für einen Oenologen
Seit 1933 verleiht die Gemeinschaft der Förderer und Freunde des Instituts für Rebenzüchtung Geilweilerhof e.V. den Peter-Morio-Preis alle zwei Jahre an Persönlichkeiten mit herausragenden Verdiensten in der Rebenzüchtung und Züchtungsforschung an Reben. Dieses Jahr ging die Auszeichnung an Prof. Dr. Ulrich Fischer vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Rheinpfalz. Er erhielt sie Anfang März am Julius-Kühn-Institut (JKI) in Siebeldingen.
Foto: JKI Julia Fuchs
Fischer freute sich sichtlich über die Auszeichnung, die „eine besondere Ehre“ für ihn sei, vor allem, weil er als Oenologe eine Auszeichnung für Verdienste in der Rebenzüchtung erhielt. Wie Züchtung und Oenologie miteinander verknüpft sind, zeigte er in seinem Vortrag über seine Forschungsarbeiten zu Piwis in den letzten rund 25 Jahren auf. Die ersten gab es Anfang der 2000er im Rahmen des Regent Forums. Es folgten viele weitere, auch in enger Zusammenarbeit mit dem JKI. Seinen persönlichen „Piwi-ÂMoment“ hatte er bei der Verkostung der Versuchsweine seines damaligen Doktoranden Marc Weber. „Viele Projekte haben mich neben dem Thema Nachhaltigkeit von den Sorten überzeugt“, ergänzte Fischer.
Mindestens auf Augenhöhe
Der Oenologe betonte, dass die Herausforderungen von Piwis nicht nur in der Züchtung liegen. Man müsse die Weine auch ins Glas bringen und Begeisterung bei den Winzern und den Verbrauchern auslösen. Bei einem Projekt, das Weißweine aus Piwis mit klassischen Sorten verglich, sei dies gelungen: Sie wurden gut, teilweise sogar besser bewertet, sowohl von Experten als auch von Verbrauchern. „Bei Rotweinen müssen wir noch etwas daran arbeiten“, gab Fischer zu. Dennoch seien die Sorten bei den Verkostungen bereits auf Augenhöhe gewesen. Besonders stolz ist Fischer auf das Projekt „SelWineQ“, das der Bund neun Jahre lang förderte. Dabei wurde der Weg von der Qualität im Glas bis zum Genom zurückgeführt, um herauszufinden, welche Gene sich positiv oder negativ auf die Weinqualität auswirken. Die daraus abgeleiteten Qualitätsmarker beschleunigen die Züchtung neuer Sorten.
bla – LW 12/2026
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