TA begutachtet neue Braugerstensorte Tilda

Technischer Ausschuss

Die alljährliche Rundfahrt des Technischen Ausschusses (TA) der Fördergemeinschaft Braugerste fand einen Tag vor der Braugerstenrundfahrt statt. Das Hauptziel der Rundfahrt war es, die Sommergerstensorte Tilda im Vergleich zur etablierten Sorte Lexy, beide von Hauptsaaten, unter Praxisbedingungen zu betrachten. Die Sorte Tilda wurde vom Bundessortenamt neu zugelassen.

Die Mitglieder des Technischen Ausschusses verglichen die Sorten Tilda mit der Standardsorte Lexy.

Foto: Isabelle Sando, LWK RLP

Der Praxisanbau erstreckt sich über zwei unterschiedliche Naturräume in Rheinland-Pfalz: einerseits im Hunsrück, der durch Höhenlagen geprägt ist, und andererseits in Rheinhessen, wo wärmeres Klima und häufig Frühsommertrockenheit herrschen. Diese Diversität ermöglicht es, eine fundierte Sortenempfehlung für die jeweiligen Regionen zu erarbeiten. Jörg Müller begrüßte die Ausschussmitglieder zum Start in Rheinhessen.

Bestände ohne Krankheitsdruck zu sehen

Die erste Station der Rundfahrt führte zur Praxisfläche von Christoph Lohr in Worms-Abenheim, wo die Sorte Tilda angebaut wird. In der Region fiel über die Saison zu wenig Regen, wodurch ein teilweise ungleichmäßiger Wuchs zu sehen war. Insgesamt zeigte sich ein geschlossener, gut gewachsener Bestand ohne Krankheitsdruck. Die Sorte Lexy, welche in Flörsheim-Dalsheim im Betrieb Jens Göhring angebaut wurde, ist zum Zeitpunkt der Rundfahrt später in der Kornfüllung. Auch dieser Bestand zeigte sich geschlossen, gleichmäßig ohne Krankheitsdruck. Beide Sorten wurden Anfang März ausgesät, die Vorfrucht war jeweils Zuckerrübe.

Beide Flächen in Rheinhessen wurden von der GSA Wiesenmühle, durch Johannes Schilling betreut.

Nach den beiden Flächen in Rheinhessen setzt der Technische Ausschuss seine Tour am Nachmittag im Hunsrück fort. Auf der ersten Fläche, angebaut und betreut von Tobias Treins aus Forst, stand die Sorte Tilda. Aussaattermin war Anfang April. Der Bestand präsentierte sich gut entwickelt mit gleichmäßigem Aufgang und guter Ährenanlage.

Die Sorte Lexy stand beim Betrieb Jürgen Wilhelms in Liesenich. Aussaattermin war Anfang März. Insgesamt zeigte sich der Bestand gut entwickelt, allerdings hat zwischenzeitlich Niederschlag gefehlt. Die Seitentriebe zeigten sich deutlich kleiner als der Haupttrieb.

Ein besonderer Dank galt der Raiffeisen Bezugs- und Absatzgenossenschaft e.G., unter der Leitung von Volker Feils, die die Abschlussbesprechung mit der Bereitstellung der Räumlichkeiten und der Bewirtung der Teilnehmenden unterstützte. Folgendes Resümee konnten die Teilnehmer des Ausschusses ziehen: Die Aussaatbedingungen waren großteils gut und die Bestände präsentierten sich alle gut entwickelt, mit vernünftiger Ährenanlage. Die Hitzewelle im Juni wird den Beständen in irgendeiner Form zusetzen, allerdings ist keine katastrophale Ernte zu erwarten. Fehlender Regen und späte Fröste entscheiden ebenfalls über Ertrag und Qualitäten.

Gerade Rheinhessen ist eine Region mit ausgeprägter Frühsommertrockenheit und oft fehlenden Niederschlägen, wohingegen die Höhenlagen oft Spätfröste im Frühjahr bekommen. Daher ist es wichtig für beide Anbauregionen die jeweils passenden Sorten zu finden, was durch das Berliner Programm geprüft wird.

Isabelle Sando, LWK RLP – LW 30/2026