Zarte Hoffnung für die Getreidemärkte
Vermarktungsstrategie für die Ernte 2026
Die internationalen Getreidemärkte stehen Anfang Juni 2026 immer noch unter dem Einfluss einer insgesamt komfortablen Versorgungslage. Doch was ist für die kommende Saison zu erwarten? Während die Ernte auf der Nordhalbkugel unmittelbar bevorsteht, haben sich die Wachstumsbedingungen in weiten Teilen Europas zuletzt deutlich verbessert. Niederschläge nach einer vorübergehenden Hitzewelle haben die Ertragserwartungen stabilisiert und die Sorgen vor größeren Ausfällen zunächst in den Hintergrund gedrängt.
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Beim Weichweizen liegt die Schätzung mit 20,5 Mio. t hingegen deutlich unter Vorjahreslinie (-9 Prozent). Nun ist die Versorgungssituation in Deutschland für die Preisentwicklung aber nur bedingt von Bedeutung, da über Im- und Exporte jederzeit ein preissensibler Mengenausgleich erfolgen kann.
Die Weltbilanz wird enger
Während die aktuelle Marktlage noch von einer guten Versorgung geprägt ist, zeichnet sich für die kommende Vermarktungskampagne eine allmähliche Verengung der Weltbilanz ab. Der Internationale Getreiderat (IGC) erwartet für 2026/27 eine weltweite Weizenernte von rund 820 Mio. Tonnen. Das wären etwa 25 Mio. Tonnen weniger als im Rekordjahr 2025/26. Gleichzeitig soll der globale Verbrauch auf 827 Mio. Tonnen steigen und damit die Produktion übertreffen.
Infolgedessen ist mit schrumpfenden Lagerbeständen zu rechnen. Zwar bleiben die weltweiten Vorräte mit 282 Mio. t weiterhin auf einem vergleichsweisen hohen Niveau, der Trend zeigt jedoch erstmals seit mehreren Jahren wieder nach unten. Besonders wichtig ist dabei, dass die Bestände der großen Exportländer zurückgehen dürften. Genau diese Vorräte bestimmen letztlich die Preisbildung an den internationalen Märkten stärker als die Gesamtbestände weltweit.
Dr. Nikos Förster, LLH, Fachinformation Ökonomie und Markt – LW 24/2026
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