Der Sommerweizen bleibt ein Lückenfüller

LSV und Sortenempfehlung Sommerweizen

In Rheinland-Pfalz hat der Sommerweizen nur eine geringe Anbaubedeutung. Die Fläche von derzeit 1600 ha ist gegenüber 110 800 ha beim großen Bruder Winterweizen nahezu vernachlässigbar. Die Statistik weist für die letzten zehn Jahre eine Ertragsüberlegenheit des Winterweizens von rund 17 dt/ha auf. So- mit ist Sommerweizen insbesondere eine geeignete Alternative für nicht bestellten oder ausgewinterten Winterweizen. Welche Sorten bieten sich zum Anbau an? Katja Lauer und Marko Goetz vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinhessen-Nahe-Hunsrück berichten über die Ergebnisse der Landessortenversuche 2018.

2018 wurden in Südwestdeutschland vier Landessortenversuche (LSV) mit Sommerweizen angelegt und ausgewertet: Herxheim (Rheinland-Pfalz), Friedberg und Fritzlar (Hessen) und Tailfingen (Baden-Württemberg). An allen vier Standorten wurden zehn Sorten geprüft und ausgewertet (vier Sorten mit E und sechs Sorten mit A-Einstufung).

Im Mittel der Versuchsstandorte wurden in der extensiven 68,3 dt/ha und 76,1 dt/ha in der behandelten Stufe geerntet. Die durch die Behandlungsmaßnahmen erzielten durchschnittlichen Mehrerträge lagen zwischen 4,8 bis 9,8 dt/ha. Ertraglich liegen 2018 die Sorten Cornetto (A), Licamero (A), KWS Mistral (A) und Servus (A) auf den vorderen Rängen. Die E-Sorten fallen im Vergleich zu den A-Sorten mehr oder weniger stark ab.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den mehrjährigen Ergebnissen 2014 bis 2018. KWS Mistral (A), Licamero (A) und Servus (A) sind die ertragsstärksten Sorten. Cornetto und Quintus erreichen ein mittleres Ertragsniveau.

Sortenempfehlung für die Aussaat 2019

Für den Konsumanbau 2019 werden in Rheinland-Pfalz die A-Sorten KWS-Mistral, Quintus und Cornetto (auslaufend) empfohlen. In der Tabelle 1 sind die Eigenschaften ausgewählter Sorten dargestellt.

 – LW 2/2019