Boxenlaufställe sanieren und weiterentwickeln

Fachtagung der ALB-Baulehrschau am LWZ Eichhof

Viele Milchviehbetriebe stehen vor der Herausforderung, dass ihre älteren Boxenlaufställe nicht mehr den modernen Anforderungen, unter anderem im Bereich Tierwohl, entsprechen. Sie wurden für kleinere Milchkühe ausgelegt und bieten zunehmend zu wenig Platz für die großrahmigeren Tiere. In vielen dieser Ställe steht nach einer Nutzung von über 20 Jahren ohnehin die Sanierung der Stallinneneinrichtung an. Am Mittwoch, dem 21. Januar wird es eine ALB-Fachtagung zum Thema „Wie können Boxenlaufställe saniert, optimiert und weiterentwickelt werden?“ geben. Sie findet in der ALB-Halle am Landwirtschaftszentrum Eichhof in Bad Hersfeld statt. Auch eine Online-Teilnahme ist möglich.

Ein strukturierter Außenlaufhof kann in Milchviehbetrieben zur Steigerung des Tierwohls beitragen.

Foto: LLH

Vor der Sanierung eines Boxenlaufstalles sollte man sich mit der strategischen Weiterent-wicklung seines Betriebes beschäftigen. Hierbei stellt sich die Frage, ob die Milchviehhaltung aufrechterhalten werden soll. Strebt man einen Neubau des Kuhstalles an, so kann der alte für das Jungvieh genutzt werden. Soll der Stall weiter der Milchkuhhaltung dienen, kann eine Modernisierung zur Steigerung des Tierwohls beitragen. Anstelle einer baulichen Anpassung des Stalles stellt auch die Umstellung auf kleinrahmige Rindrassen eine Alternative dar, um das Tierwohl deutlich zu steigern. Nicht zuletzt durch die guten Rinderfleischpreise der letzten Monate denken einige Milchviehbetriebe über eine Umstellung oder Diversifizierung durch den Einstieg in die Bullenmast nach. Auch vor diesem Hintergrund kann eine Umnutzung des Stalles interessant sein. Der Baulehrschau-Fachtag greift diese Themen auf.

André Peter, Berater im Fachgebiet Tierhaltung im LLH, wird sich den strategischen Überlegungen zur Weiterentwicklung von Milchviehbetrieben widmen. Von den Erfahrungen bei der Modernisierung und Sanierung von Boxenlaufställen im Milchvieh-Arbeitskreis Wittlich-Trier wird Herbert Rieder, Berater für Tierhaltung am DLR Eifel-Bitburg, berichten. Sibylle Möcklinghoff-Wicke vom Innovationsteam Milch Hessen in Friedrichsdorf wird über die optimale Gestaltung von eingestreuten Stallbereichen für Transit-, Abkalbe und kranke Kühe referieren.

Im Praktikerteil nach der Mittagspause werden drei Milchviehhalter über den Umbau beziehungsweise die Umnutzung ihrer Milchviehställe sowie Diversifizierung ihrer Betriebe berichten: Daniel Müglich aus Hofbieber im Landkreis Fulda stellt seinen Milchviehbetrieb vor. Durch den Bau eines strukturierten Laufhofes und den Einbau eines Melkroboters konnte neben der Arbeitseffizienz auch das Tierwohl im Betrieb deutlich verbessert werden. Marco Emig aus Wald-Michelbach im Odenwald stellt die Emig-Agrar GbR vor. Durch die Diversifizierung in die Betriebszweige Milchviehhaltung, Bullenmast und Biogasanlage kann die Emig-Agrar GbR viele Synergieeffekte nutzen. Tanja Maus aus Langsur-Grewenich in Rheinland-Pfalz wird über die Alternative der Umstellung auf eine Jerseyherde berichten, um Platzproblemen im Boxenlaufstall zu begegnen. Hierdurch können größere bauliche Umbaumaßnahmen vermieden werden.

Die Tagung findet am Mittwoch, dem 21. Januar von 9.30 bis 15.30 Uhr in der Baulehrschauhalle am Landwirtschafts­zentrum Eichhof in Bad Hersfeld statt. Eine Teilnahme ist auch online möglich. Es wird eine Teilnahmegebühr von 40 Euro erhoben, darin enthalten ist eine Getränkepauschale und ein Mittagsimbiss. Anmeldeschluss ist der 19. Januar (Angela Bruche, 06621/9228-13, E-Mail: angela.bruche@llh.hessen.de).

 – LW 2/2026