Champion der Milchrassen verteidigt seinen Titel
Zukunft Rind 2026 wieder bestens beschickt
Bei der diesjährigen Zukunft Rind in Alsfeld präsentierten die Züchter des Qnetics-Gebietes ihre bestens vorbereiteten Schautiere, im Wettbewerb um den beliebten Titel „Champion der Milchrassen 2026“. Gerichtet wurde die Schau von Erik Büscherhoff für die Holsteins und Jerseys. Michael Schmidt richtete Fleckvieh und Braunvieh.
Foto: Jost Grünhaupt
Die zweite Klasse der Erstkalbigen bot für das Publikum eine hervorragende Qualität. Die Tiere unterschieden sich nur in Nuancen voneinander. Schließlich stand GA Adena aus dem Betrieb Goldene Aue, Görsbach, an der Spitze. Ihre Harmonie und die gleichmäßige Breite im Körper stellten sie vor die 1b-Platzierte ZHW Joelle, eine Spoiler-Tochter von der Volke/Hauck GbR, Wetterburg, die sich auf einem sehr feinen Fundament bewegte.
In der letzten Klasse gaben die etwas älteren Färsen in unterschiedlichen Laktationsstadien ein schwierig zu richtendes Bild ab. Jede Kuh hatte ihre eigenen Vorzüge. Schließlich schaffte es die Lambda-Tochter BT Rochè von Wilfried und Eckhard Hauck, Schiffelbach, sich an die Spitze zu setzen. Durch ihr feines Skelett und die feste Oberlinie mit viel Milchtyp überzeugte sie Preisrichter Erik Büscherhoff. Auf dem 1b-Platz stand BT Nilana, eine mittelrahmige Färse mit breitem Hintereuter und enorm gutem Fundament ebenfalls von Wilfried und Eckhard Hauck, Schiffelbach.
Zur Endauswahl der Erstkalbigen standen sechs hervorragende Färsen im Ring. Sie bewegten sich alle auf glasklaren Fundamenten und zeigten sehr gute Euter. Zum Juniorchampion der Michrassen wurde GHW Nekita aus der Gerbothe-Wiesner GbR, Obersachswerfen, ernannt. Sie konnte die rassetypischen Merkmale in perfekter Harmonie vereinen. Reservesiegerin wurde aus derselben Klasse, die schicke FG Pamela der Gertenbach GbR, Cappel.
Nachzuchten von Comeback, Serge Red und IQ
Es konnten in diesem Jahr auch wieder drei Nachzuchten präsentiert werden. Eine große Töchtergruppe konnte von dem schwarzbunten Commitment-Sohn Comeback gezeigt werden: Jugendliche Färsen bewegten sich auf korrekten Fundamenten im Ring. Zur besten Nachzucht wurde die Färse Ostluft von der Schweinsberger/Dersch GbR, Niederwald, gekürt. Auch die zweitkalbigen Serge Red-Töchter gaben ein sehr harmonisches Gesamtbild ab, das Gefallen bei den Zuschauern fand. Der Shimmer-Sohn ist ein Garant für Nutzungsdauer und Eutergesundheit. Als beste Tochter wurde HLM Kiri von Ralf Hellmuth, Haina, ausgewählt.
Für die Rasse Fleckvieh gingen zweitkalbige IQ PS-Nachzuchten in den Ring. Der Irregut-Sohn bringt mit viel Rahmen und Milchmenge die Hornloszucht nach vorne. Als beste Tochter wurde „Helle“ ausgewählt und so nahm die Handke GbR einen weiteren Siegertitel mit nach Leisenwald.
Starke Fleckvieh-Kollektion im Ring
Bei den Jungkühen hatte Preisrichter Michael Schmidt von der RBW eine erste starke Klasse zu entscheiden und er wählte mit der Wundawuzi-Tochter Lisa von der Handke GbR, Leisenwald, eine ausgesprochen körperstarke, mit einem langen Euter versehene Kuh aus, die das beste Gesamtbild abgab.
Auf dem 1b-Platz folgte die noch in der Entwicklung befindliche aber sehr korrekte Heiss-Tochter Lolita aus dem gleichen Zuchtbetrieb und nur knapp dahinter folgte die Habsburger-Tochter Arianna von Jochen Günther, Kleinfischbach, die der Vorgängerin nur in Nuancen unterlegen war.
Nun hielten die Jerseys Einzug im Ring. Eine kleine aber feine Richtklasse gab ein hochwertiges Bild im Ring ab. Alle hatten eins gemeinsam: enorm exterieurstarke Mutterlinien im Pedigree. Doch nur eine konnte den Klassensieg erreichen. Die Casino-Tochter RZB Kairalee von Manfred Uhrig, Sulzbach, gelang es. Mit der bekannten Schaukuh Kendra als Großmutter zeigte sie viel Körpertiefe und ein enormes Seitenbild. Dicht dahinter auf 1b stand BT Vivianne aus dem Zuchtbetrieb Hauch, Schiffelbach. Auf den 1c-Platz lief die Jerseyfärse BHJ Vilounie von Olaf Fackiner, Dainrode.
Bei den Fleckviehkühen mit zwei Abkalbungen stand mit der Hokuspokus-Tochter Hanna von Andreas Mötzung, Obernüst, eine Kuh vorn, die mit ihrer Korrektheit und dem sehr drüsigen Euter den Vorrang vor der körperstarken und rumpfigen IQ-Tochter Helle von der Handke GBR, Leisenwald, erhielt. Bei der Vergabe des Siegerpreises entschied sich Michael Schmidt für die beste Jungkuh Lisa vom Betrieb Handke und vergab auch den Reservesiegertitel an die gleiche Adresse für die 1b-platzierte Heiss-Tochter Lolita und würdigte damit die komplette Gesamterscheinung dieser Zukunftskuh. Zur Eutersiegerin wurde die jüngste Kuh der Konkurrenz, die Halma-Tochter Bombe vom Annahof der Familie Rainstadtler aus Jossa, ausgewählt, da sie hinsichtlich Euterfestigkeit und Strichverteilung die maximalen Maßstäbe verkörpern konnte.
Nach den Fleckvieh-Kühen wurde es wieder Zeit den Ring frei zu machen für die Holstein-Kühe der mittleren Kategorie. Die erste Klasse wurde von vielen engen Entscheidungen begleitet. Schließlich stand die lackschwarze Bennie-Tochter GHW Lara der Gerbothe-Wiesner GbR, Obersachswerfen, an der Spitze ihrer Klasse. Ihre engste Konkurrentin war die milchtypische Unstopabul-Tochter BT Paige von Wilfried und Eckhard Hauck, Schiffelbach.
Die nächste Klasse wurde angeführt von GA Daybreak, eine Limited-P-Tochter aus der Gertenbach GbR, Cappel. Mit ihrem feinen Skelett und einer festen Oberlinie sicherte sie sich den Klassensieg. Dicht gefolgt von der Sidekick-Tochter BT Insa von Eckhard und Wilfried Hauck, Schiffelbach.
Spannung bei der Siegerauswahl
In einer spannenden Endauswahl standen letztendlich diese vier Kühe und gaben nochmal alles für den Siegertitel der Kühe mit zwei Kälbern. Nach einer knappen Entscheidung wurde GHW Lara, der Gerbothe-Wiesner GbR, Obersachswerfen, zur Siegerin mittel gekürt. Sie hatte die etwas besseren Vorzüge im Milchcharakter und an ihr hoch aufgehangenes Hintereuter war kein Drankommen. Dennoch war die Reservesiegerin GA Daybreak der Gertenbach GbR, Cappel, qualitätsstark, was ihr den zweiten Platz bescherte.
Auch die Rasse Braunvieh war im Ring vertreten. Zwei vielversprechende, jugendliche Färsen von Gabriel Heister, Kirchhain, und der LT Ulrich GbR, Vöhl, wurden als Demogruppe gezeigt. Die Siegermedaille ging an die Vance-Tochter Lilou von der LT Ulrich GbR, Vöhl.
Die sichere Spitzenkuh bei der ersten Gruppe der älteren Fleckvieh-Kühe stellte die Schäfer GbR, Airlenbach, mit der ausgesprochen harmonischen und mit einem sehr drüsigen Euter versehenen Majestix-Tochter Imera vor. Aufgrund ihrer absoluten Frische und Korrektheit gewann die Mercedes-Tochter Leni P von Christian Zimmermann, Beerfelden, den 1b-Preis in dieser Altersklasse und qualifizierte sich damit für die Siegerauswahl. Auch in der zweiten Gruppe war eine starke Spitzengruppe zu sehen und der 1a-Platz ging hier an die bereits zehn-kalbige Inhocsalus-Tochter Rolly aus dem Zuchtbetrieb der Familie Peter, Schwabenrod, die ein exzellentes Fundament zeigte und auch bei der Euterqualität nach wie vor bestens aussah. Auf dem 1b-Platz folgte die körperstarke, korrekte Midwest-Tochter aus dem Betrieb der Schäfer GbR, Airlenbach, und auch die nächstplatzierte Wildgraf-Tochter Liane von Walter Lang, Stockhausen, überzeugte mit ihrem tadellosen Körperbau und dem fest sitzenden Euter. Bei der Siegerauswahl vergab Michael Schmidt den begehrten Titel des Zweinutzungs-Champions an die Inhocsalus-Tochter Rolly und würdigte damit die außergewöhnliche Frische und Korrektheit dieser zwölf-jährigen Kuh im Ring. Mit dem Reservesieg folgte die bestens präsentierte Majestix-Tochter Imera von der Schäfer GbR aus Airlenbach und auch der Titel „beste Euterkuh der älteren Klasse“ ging an die Siegerkuh Rolly, die damit ihren beeindruckenden Gesamterfolg bei dieser Verbandsschau in Alsfeld krönen konnte. Sehr beachtlich war das Abschneiden der Kühe aus den Bio-Betrieben in den Wettbewerben, die mit einem Viertel der ausgestellten Kühe eine beachtliche Anzahl darstellten.
Sobald die erste Klasse der Holsteinkühe mit mehr als drei Kälbern den Ring betrat, war die Spannung in der Hessenhalle förmlich spürbar: Die Kühe, die von den Spitzenbetrieben des Qnetics-Gebiets auf den Punkt vorbereitet worden waren, überzeugten in jeglicher Hinsicht. So machte sich Erik Büscherhoff die Entscheidung nicht leicht, als er die ausdrucksstarke Discjockey-Tochter SEI Cheyenne von Ralf Hellmuth, Haina, in der ersten Klasse nach vorne stellte. Ihr folgte auf den 1b-Platz die rotbunte HH Spezial One (Amaretto x Awesome) von Manfred Uhrig aus Sulzbach.
In der zweiten Klasse der älteren Holsteinkühe überzeugte die Awesome-Tochter BT Pinacolada von Wilfried und Eckhard Hauck, Schiffelbach mit ihrem perfekten Seitenbild im Schauring und wurde vor der 1b-plazierten ZHW Advokat (Advokat PP x Nordkap) von der Volke/Hauck GbR, Wetterburg, mit einem überragenden Hintereuter zur Siegerkuh alt gekürt.
Zwei Holstein-Kühe mit einer enorm hohen Lebensleistung konnten erfolgreich im Schauring präsentiert werden: Der Ehrenpreis der Stadt Alsfeld ging an Blüte von der Capar GbR, Heimertshausen, die als erste Tochter des Qnetics-Vererbers Power die 100 000 Liter-Grenze überschritten hat. Die rotbunte Bama-Red-Tochter Eibe, vorgestellt von der Meier GbR, Wetterburg, war mit 7 394 kg Fett- und Eiweiß-kg die höchste Dauerleistungskuh der Schau und wurde für diese Lebensleistung mit dem Pokal des Landesbetriebs Landwirtschaft ausgezeichnet.
Gespannt warteten die Zuschauer und Züchter auf die allerletzte Entscheidung des Tages. Die Wahl zum Grand Champion der Milchrassen stand an. Dazu betraten die Sieger- und Reservesiegerkühe der älteren und mittleren Holsteinklassen den Ring. Auch die Jersey-Siegerkuh stand zur Wahl und Erik Büscherhoff hatte die schwierige Aufgabe, seinen absoluten Sieger herauszufinden. Die Freude war dann sehr groß, als der Preisrichter schließlich die enorm starke Kuh BT Pinacolada zum Grand Champion machte und Wilfried und Eckhard Hauck somit ihren Titel vom letzten Jahr verteidigen konnten.
Marie Mensching, Thea Ebinger, LLH Kassel – LW 8/2026
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