Guter Ertrag trotz Sommertrockenheit

Landessortenversuche Winterroggen 2025/2026

Roggen hat sich aufgrund seiner agronomischen Eignung und seiner hohen Bedeutung für die traditionelle Brotproduktion bis heute im hessischen und im deutschen Anbau behauptet. Das Potenzial des Roggens lässt sich in den Landessortenversuchen testen, die im Folgenden für das Anbaujahr 2025/2026 vorgestellt werden.

Die Landessortenversuche zu Winterroggen haben vielversprechende Neuzüchtungen im Sortiment.

Foto: Dr. Klauk

In Deutschland hat der Roggenanbau eine lange Tradition. Über Jahrhunderte war Roggenbrot ein wesentlicher Bestandteil der Ernährung. Mit dem verstärkten Einsatz von Düngemitteln und der Fokussierung auf die Züchtung ertragsreicher Weizen- und Gerstensorten verlor Roggen im Verhältnis zu Weizen oder Gerste an Bedeutung. In Hessen zum Beispiel wuchs die Pflanze 1950 noch auf knapp 128 000 ha, heute sind es nur noch etwa ein Zehntel.

Pflanze mit enormem Potenzial

Die Geschichte des Roggens unterscheidet sich deutlich von der von Weizen und Gerste. Während diese Getreidearten bereits früh im Vorderen Orient domestiziert wurden, gelangte Roggen vermutlich zunächst als Begleitpflanze von Weizen und Gerste nach Europa. Als ursprüngliche Herkunftsregionen gelten Gebiete in Vorderasien und im Bereich des Kaukasus. Von dort breitete sich die Pflanze nach Europa aus. Vermutlich ging die heutige Kulturform des Roggens aus Wildformen hervor, die ursprünglich als Unkraut in Getreidebeständen auftrat.

Aufgrund seiner hohen Winterhärte, seiner vergleichsweise geringen Standortansprüche und seiner Fähigkeit, auch auf nährstoffärmeren Böden zufriedenstellende Erträge zu erzielen, erwies sich der Roggen insbesondere unter den Bedingungen Mittel- und Nordeuropas als konkurrenzfähig. Im Zuge der Ausbreitung des Ackerbaus nahm seine Bedeutung als Kulturpflanze daher kontinuierlich zu.

Dr. Benjamin Klauk Fachinformation Pflanzenbau, Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen – LW 34/2026