Flotte Auktion in Fließem

Alle aufgetriebenen Rinder wurden verkauft

Erfreulich gut war die Nachfrage nach abgekalbten Holsteinfärsen auf der Zuchtviehversteigerung der Rinder-Union West am vergangenen Donnerstag in Fließem. Mit einem Plus von 200 Euro konnten alle Rinder zugeschlagen werden. Auf Deckbullen wurde sehr gezielt geboten. Zuchtkälber fanden einen zügigen Absatz.

SfH Modul PP ist ein Mission P-Sohn der Familie Seidenfaden aus Mechernich, die sich konsequent der Hornloszucht verschrieben hat. Er ist im Besamungseinsatz bei der Rinder-Union West und sein Vollbruder kam bei dieser Versteigerung zum Verkauf. Der Kuhstamm zeichnet sich besonders durch die solide Vererbungskraft aus. Die Mutter des Versteigerungsbullen SfH Middel PP ist eine Kanu P-Tochter, die schon in der ersten Laktation mit 85 Punkten bewertet wurde und genau wie die Desk-Großmutter über 10 000 kg Milch leistete, bei hohen Inhaltsstoffen. Von der Körkommission erhielt der Bulle eine sehr hohe Formnote und präsentierte sich bei guter Entwicklung sehr schick. Nach einem spannenden Bieterduell erhielt ein Züchter aus dem Kreis Trier-Saarburg den Zuschlag bei 2 500 Euro. Mit 2 200 Euro folgte ein schwarzbunter, hornloser Bulle aus dem Zuchtstall Bormann, Biesdorf. Latello ist ein Label P-Sohn aus einer Ghost-Mutter und Matip-Großmutter. Bei einer sehr guten Entwicklung zeigte er sich fehlerfrei, auch die Leistungen wussten zu überzeugen. Mit fast 13 000 kg Milch und über 3,6 Prozent Eiweiß zeigt der Kuhstamm, was in ihm steckt. Dieser Bulle wird seinen Deckeinsatz in Luxemburg absolvieren. Hartmut Sandmeier aus Blieskastel hatte dem Auktionsservice einen besonders gut entwickelten, fehlerfreien rotbunten Nuance-Sohn, Nevos, anvertraut. Die Aikman-Mutter Monsun (85 Punkte) entstammt einem tiefen nordamerikanischen Kuhstamm. Des Weiteren hatte dieser Bulle einen genomischen Zuchtwert von 149 gRZG. Auch dieser Bulle tritt die Reise nach Luxemburg an, er wurde für 2 000 Euro zugeschlagen. Gefragt waren komplette, gut entwickelte, genetisch hornlose Bullen. Nicht alle konnten diese Ansprüche erfüllen, so dass neben der Tatsache, dass die Nachfrage auch gesättigt war, nicht alle Deckbullen verkauft wurden.

Rotbunt-Schönheit erlöst 2 500 Euro

Johann Hoffmann aus Stockem präsentierte eine junge rotbunte Payball-Tochter. Das Rind war in Typ und Euter ohne jegliche Fehler. Sie hat mit 23 Monaten gekalbt und eine Tagesleistung von über 30 kg Milch. Mit einer 88 Punkte-Defoe-Mutter und 84 Punkte-Bonatus-Großmutter stehen absolute Top-Vererber mit enormen Lebensleistungen im Stammbaum. Die Großmutter hat elf Laktationen abgeschlossen, und die Mutter steht in der vierten Laktation mit einer Leistung von 9 500 kg Milch mit 4,58 Prozent Fett und 3,55 Prozent Eiweiß. Dieses Profil mit dem soliden Stammbaum, der hohen Lebensleistung und der tollen Erscheinung waren Argumente für den Tageshöchstpreis bei den Färsen von 2 500 Euro, die ein Züchter aus dem Saarland investierte. Zwei Abgekalbte standen der Erstgenannten wenig nach und erlösten jeweils 2 200 Euro für ihren Besitzer. Karl-Heinz Kirch aus Fisch verkaufte eine Tochter des RUW-Select-Bullen Huntelaar aus einer EX 90 Punkte bewerteten Schaukuh Derek. Die Outside-Großmutter ist mit 85 Punkten bewertet, und auch diese junge Holsteinkuh wurde bereits am Tag der Versteigerung mit 85 Punkten bewertet. Mit sehr hohen Lebensleistungen glänzten auch Mutter und Großmutter. Ein Züchter aus Luxemburg erhielt den Zuschlag.

Eine Rotbunte aus dem Zuchtstall Stefan Struben in Dahlem überzeugte mit Langlebigkeit und einem guten Exterieur. Sie hat bereits über 30 kg Milch produziert und ist mit 84 Punkten bewertet. Die Malvoy-Mutter hat zum 7. Mal gekalbt und die Großmutter sogar neun Mal. Dieses sehr harmonische Rind ging ebenfalls in den erstgenannten Stall ins Saarland. Es folgten zwei Rinder mit 2 100 Euro im Zuschlag, dies war eine Delta-Tochter aus einer Gibor-Mutter vom Züchter Christian Bange aus Seibersbach, die bereits in fünf Laktationen durchschnittlich 11 000 kg Milch leistete. Ein treuer Auktionskunde aus dem Landkreis Vulkaneifel erhielt den Zuschlag. Wolfgang Regh aus Bettenfeld ersteigerte die Brekem-Tochter Naira, ebenfalls von Stefan Struben aus Dahlem. Die Force-Mutter (85 Punkte) und Goldwin-Großmutter (87 Punkte) sind langlebige Kühe und stehen mit 12 000 kg Milch in sechs Laktationen für Dauerleistung.

Auffallend war die sehr gute Nachfrage aus dem benachbarten Ausland, hierhin wurden fast 50 Prozent der Tiere verladen. Die nächste Zuchtviehversteigerung findet am Donnerstag, 11. Oktober, statt. Anmeldeschluss ist Montag, 24. September. Weitere Infos: 06569/9690-0, Fax: 9690-99, HReifer@ruweg.de, www.ruweg.de.

Gerd Grebener – LW 37/2018