Frühe Getreideernte mit durchwachsenen Qualitäten

Erntegespräch des Kreisbauernverbandes Main-Kinzig

Mark Trageser, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes, begrüßte die Teilnehmer und bedankt sich bei Familie Reul für die Möglichkeit, bei ihnen auf dem Höhenhof in Nidderau das Erntegespräche durchzuführen. Katja Reul-Köhler berichtete über die Erntesituation schwerpunktmäßig für den Altkreis Hanau.

Das jährliche Erntegespräch des Kreisbauernverbandes Main-Kinzig fand dieses Jahr auf dem Höhenhof der Familie Reul in Nidderau Ostheim statt.

Foto: KBV Main-Kinzig

Die Heuernte war gut mit optimalen Wetterbedingungen. Die Erträge bei der Gerste waren durchschnittlich und beim Weizen etwas schwächer, wobei hier die Proteinwerte etwas höher lagen. Tobias Betz ergänzt, dass nach der Heuernte im Grünland nicht mehr viel nachwachsen konnte – die Trockenheit, die für das Heu optimal war, verhinderte hier leider den Nachschub. Bei dem Weizen schwankt die Ertragsmenge je nach Aussaat: Der früh ausgesäte Weizen hat sich besser entwickelt, wie der etwas später ausgesäte. Beim Mais wird dringend Niederschlag benötigt, andernfalls ist von einer unterdurchschnittlichen Ernte auszugehen. Die Getreideernte, so Thomas Lindt, hat in diesem Jahr sehr früh gestartet. Das führte zu etwas entspannteren Erntebedingungen. Die Erträge sind soweit in Ordnung, er sieht allerdings Schwierigkeiten beim Weizen hohe Qualität zu erreichen – sowohl die Wärme als auch Einschränkungen in der Düngung ermöglichten keine optimale Entwicklung. Anke Eyrich berichtete über die Sonderkulturen. Spargel hatte einen normalen Start in die Saison, die Menge schwankt zwischen durchschnittlich und etwas darunter. Da die Nachfrage etwas geringer ausfiel, haben die Spargelbauern versucht, die angebotene Menge anzupassen. Die Erdbeersaison lief gut an, zwischendurch gab es Probleme durch zu viel Nässe. Die Preise blieben jedoch weitestgehend stabil.

Ernte 2026 so teuer wie noch nie produziert

Abschließend ging Mark Trageser auf allgemeine Probleme, die unabhängig vom Standort den landwirtschaftlichen Betrieben große Sorgen bereiten, ein. Die bereits angesprochene und lang anhaltenden Trockenheit, die je nach Standort und Wasserverfügbarkeit den bereits geernteten Kulturen unterschiedlich zugesetzt hat und weiterhin zu Ertragseinbußen beim Mais und Zuckerrüben führen könnte. Die Vermarktung ist ebenfalls von der Trockenheit betroffen: Die Lager sind voll, der Abtransport kann nicht wie gewohnt über Schiffe erfolgen, da der Pegelstand beispielsweise im Rhein niedrig ist. Das führt dazu, dass die Schiffe nicht wie gewohnt beladen werden können – der Transport wird wesentlich teurer und langsamer. Alternative Transportwege wie per Zug über die Schiene werden zwar genutzt, sind finanziell, zeitlich und von der Umschlagkapazität her aber nicht so attraktiv. Auch die Preisentwicklung am Markt ist nicht befriedigend – Raps und Weizenpreise sind zwar Mitte Juli kurz gestiegen, sinken aber derzeit wieder – denn die eingefahrene Ernte ist so teuer produziert wie noch nie. An dieser Stelle bringt der Kreisbauernverband einen klaren Appell an die Politik: die EU hat die Förderung für Düngemittel bewilligt. Während in Frankreich bereits Fördermittel hierzu fließen, wird in Deutschland noch überlegt, wie dies umgesetzt werden soll. In etwa vier Wochen wird Raps ausgesät. Die Betriebe benötigen die Umsetzung dieser Förderung jetzt.

KBV Main-Kinzig – LW 32/2026