Frühe Getreideernte mit durchwachsenen Qualitäten
Erntegespräch des Kreisbauernverbandes Main-Kinzig
Mark Trageser, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes, begrüßte die Teilnehmer und bedankt sich bei Familie Reul für die Möglichkeit, bei ihnen auf dem Höhenhof in Nidderau das Erntegespräche durchzuführen. Katja Reul-Köhler berichtete über die Erntesituation schwerpunktmäßig für den Altkreis Hanau.
Foto: KBV Main-Kinzig
Ernte 2026 so teuer wie noch nie produziert
Abschließend ging Mark Trageser auf allgemeine Probleme, die unabhängig vom Standort den landwirtschaftlichen Betrieben große Sorgen bereiten, ein. Die bereits angesprochene und lang anhaltenden Trockenheit, die je nach Standort und Wasserverfügbarkeit den bereits geernteten Kulturen unterschiedlich zugesetzt hat und weiterhin zu Ertragseinbußen beim Mais und Zuckerrüben führen könnte. Die Vermarktung ist ebenfalls von der Trockenheit betroffen: Die Lager sind voll, der Abtransport kann nicht wie gewohnt über Schiffe erfolgen, da der Pegelstand beispielsweise im Rhein niedrig ist. Das führt dazu, dass die Schiffe nicht wie gewohnt beladen werden können – der Transport wird wesentlich teurer und langsamer. Alternative Transportwege wie per Zug über die Schiene werden zwar genutzt, sind finanziell, zeitlich und von der Umschlagkapazität her aber nicht so attraktiv. Auch die Preisentwicklung am Markt ist nicht befriedigend – Raps und Weizenpreise sind zwar Mitte Juli kurz gestiegen, sinken aber derzeit wieder – denn die eingefahrene Ernte ist so teuer produziert wie noch nie. An dieser Stelle bringt der Kreisbauernverband einen klaren Appell an die Politik: die EU hat die Förderung für Düngemittel bewilligt. Während in Frankreich bereits Fördermittel hierzu fließen, wird in Deutschland noch überlegt, wie dies umgesetzt werden soll. In etwa vier Wochen wird Raps ausgesät. Die Betriebe benötigen die Umsetzung dieser Förderung jetzt.
KBV Main-Kinzig – LW 32/2026
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