Gute Ernte im Landkreis Marburg

Kreisbauernverband informiert in Hülshof

Der Kreisbauernverband Marburg-Kirchhain-Biedenkopf hat kürzlich mit seinem traditionellen Erntegespräch über den Verlauf und Ergebnisse der Getreide- und Rapsernte im Landkreis informiert. Eingeladen hatte der Verband auf den Betrieb der Familie Walter Preuß in Hülshof, einem Weiler, der aus vier Höfen besteht und den kleinsten Ortsteil von Bad Endbach bildet.

KBV-Geschäftsführer Elmar Stein, LLH-Berater Herbert Becker, Bürgermeisterin Erika Weber, Walter Preuß, Heike Wagner, Karin Lölkes, Hülshof-Ortsvorsteher Manfred Scheld, Johanna Pitz, Paul Kraft, Kreislandwirt Frank Staubitz, KBV-Vorstandsmitglied Günter Kraft.

Foto: Carolin Acker

KBV-Vorsitzende Karin Lölkes berichtete von der großen Anspannung für die Landwirte aufgrund der von den Regentagen im Juli verursachten Ernteverzögerung. Zuvor habe lediglich die Wintergerste geerntet werden können. Die nun auch geernteten Weizen- und Triticalebestände zeigten recht gute Erträge – besser als erwartet. Auch die Qualitäten seien trotz der Ernteverzögerung und des Regenwetters weitgehend gut. Dies bestätigte auch Kreislandwirt Frank Staubitz. Die Landwirte hätten im Frühjahr wegen der langanhaltenden Trockenheit schon mit einer geringeren Ernte gerechnet. Dies habe sich jedoch nun zum Glück nicht bewahrheitet.

Keine auskömmlichen Preise

Lölkes und Staubitz wiesen vor der Presse auf die miserable Lage auf den Getreidemarkt hin. Mit 170 Euro pro Tonne Weizen seien die Preise alles andere als auskömmlich. Auf der anderen Seite seien die Kosten für Produktionsmittel weiter gestiegen wie Dünger, Pflanzenschutzmittel, Energie, aber auch Löhne. Im Landkreis werden bei insgesamt 50 000 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche auf 30 000 Hektar Ackerbau und auf 20 000 Hektar Grünlandwirtschaft betrieben, wie Lölkes erläuterte. Die Hauptkulturen sind Winterweizen, Wintergerste, Silomais und Raps.

Geringer Krankheits- und Schädlingsdruck

Insgesamt war der Krankheits- und Schädlingsdruck in dieser Anbauperiode gering, wie der Pflanzenbauberater vom Landesbetrieb Landwirtschaft, Herbert Becker, berichtete. Lediglich ganz spät sei beim Winterweizen noch Braunrost aufgetreten, der aber gesunden Sorten nicht mehr viel anhaben konnte. Nach seiner Beobachtung gab es auf den besseren Standorten eine sehr gute Ernte, auf den schwächeren eine gute. Aufgrund des Regens im Juli stehen derzeit die Kulturen Mais und Zuckerrüben noch gut da, so Becker weiter. Allerdings zeigten sich wiederum auf den schwächeren Standorten Reaktionen auf die vergangenen trockenen Wochen im August, sagte er dem LW vergangene Woche. KBV-Geschäftsführer Elmar Stein und Becker warnten beim Erntegespräch davor, dass die Verfügbarkeit von Wirkstoffen für den Pflanzenschutz weiter eingeschränkt wird. Krankheiten und Schädlinge müssten weiterhin ausreichend bekämpft werden können.

Die besondere Bedeutung von Beizen für den effektiven und zielgerichteten Pflanzenschutz wurde hervorgehoben. Die Leiterin des Fachbereichs ländlicher Raum beim Landkreis, Heike Wagner, erläuterte unter anderem die Maßnahmen zum Schutz vor dem Eintrag der Afrikanischen Schweinepest, die in dem angrenzenden Nordrhein-Westfalen bei Wildschweinen vor mehreren Wochen festgestellt worden war.

Mit dabei war auch die Bürgermeisterin von Bad Endbach, Erika Weber (CDU). Der 63-jährige Walter Preuß bewirtschaftet hier mit seiner Frau Ute rund 80 Hektar mit Milchkühen im Vollerwerb.

LW – LW 35/2025