Gute Ernte im Landkreis Marburg
Kreisbauernverband informiert in Hülshof
Der Kreisbauernverband Marburg-Kirchhain-Biedenkopf hat kürzlich mit seinem traditionellen Erntegespräch über den Verlauf und Ergebnisse der Getreide- und Rapsernte im Landkreis informiert. Eingeladen hatte der Verband auf den Betrieb der Familie Walter Preuß in Hülshof, einem Weiler, der aus vier Höfen besteht und den kleinsten Ortsteil von Bad Endbach bildet.

Foto: Carolin Acker
Keine auskömmlichen Preise
Lölkes und Staubitz wiesen vor der Presse auf die miserable Lage auf den Getreidemarkt hin. Mit 170 Euro pro Tonne Weizen seien die Preise alles andere als auskömmlich. Auf der anderen Seite seien die Kosten für Produktionsmittel weiter gestiegen wie Dünger, Pflanzenschutzmittel, Energie, aber auch Löhne. Im Landkreis werden bei insgesamt 50 000 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche auf 30 000 Hektar Ackerbau und auf 20 000 Hektar Grünlandwirtschaft betrieben, wie Lölkes erläuterte. Die Hauptkulturen sind Winterweizen, Wintergerste, Silomais und Raps.
Geringer Krankheits- und Schädlingsdruck
Insgesamt war der Krankheits- und Schädlingsdruck in dieser Anbauperiode gering, wie der Pflanzenbauberater vom Landesbetrieb Landwirtschaft, Herbert Becker, berichtete. Lediglich ganz spät sei beim Winterweizen noch Braunrost aufgetreten, der aber gesunden Sorten nicht mehr viel anhaben konnte. Nach seiner Beobachtung gab es auf den besseren Standorten eine sehr gute Ernte, auf den schwächeren eine gute. Aufgrund des Regens im Juli stehen derzeit die Kulturen Mais und Zuckerrüben noch gut da, so Becker weiter. Allerdings zeigten sich wiederum auf den schwächeren Standorten Reaktionen auf die vergangenen trockenen Wochen im August, sagte er dem LW vergangene Woche. KBV-Geschäftsführer Elmar Stein und Becker warnten beim Erntegespräch davor, dass die Verfügbarkeit von Wirkstoffen für den Pflanzenschutz weiter eingeschränkt wird. Krankheiten und Schädlinge müssten weiterhin ausreichend bekämpft werden können.
Die besondere Bedeutung von Beizen für den effektiven und zielgerichteten Pflanzenschutz wurde hervorgehoben. Die Leiterin des Fachbereichs ländlicher Raum beim Landkreis, Heike Wagner, erläuterte unter anderem die Maßnahmen zum Schutz vor dem Eintrag der Afrikanischen Schweinepest, die in dem angrenzenden Nordrhein-Westfalen bei Wildschweinen vor mehreren Wochen festgestellt worden war.
Mit dabei war auch die Bürgermeisterin von Bad Endbach, Erika Weber (CDU). Der 63-jährige Walter Preuß bewirtschaftet hier mit seiner Frau Ute rund 80 Hektar mit Milchkühen im Vollerwerb.
LW – LW 35/2025