Geschmacksvielfalt aus der Region

Regionale Produkte aus dem MKK-Lädchen in Gelnhausen

Direkt neben dem Eingang zur Kreisverwaltung des Main-Kinzig-Kreises in Gelnhausen gibt es seit letzten November das „MKK-Lädchen“. Hier werden Produkte von rund 20 Direktvermarktern aus der Region verkauft. Das LW hat sich das besondere Lädchen einmal angeschaut.

„Die Idee, einen Laden mit landwirtschaftlichen Produkten aus der Region zu eröffnen, entstand schon vor einigen Jahren“, berichtet Meike Ross, Geschäftsführerin beim Kreisbauernverband (KBV) Main-Kinzig. Der damalige Vorsitzende des KBV Bruno Wörner und Landrat (bis 2017) Erich Pipa beschlossen, gemeinsam mit „Spessart Regional“ (www.spessartregional.de) Produkte von regionalen Direktvermarktern an einem Ort verkaufen zu lassen. Dabei ging es zum einen darum, der Bevölkerung zu zeigen, was es an regionalen Produkten vor der Tür gibt, und zum anderen darum, die Direktvermarkter zu unterstützen. Die Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler, die sich sehr für das Projekt einsetzt, sagt: „Es geht mir darum, hier die direkten Zusammenhänge greifbar und spürbar zu machen. Alle Produkte in unserem MKK-Lädchen entstehen quasi vor der Haustür in hoher Qualität und unmittelbarer Verantwortung. Der Weg auf den Tisch ist leicht nachvollziehbar und der Kunde kann bewusst die regionalen Anbieter unterstützen. So stärken wir die Wertschöpfung vor Ort, sorgen für Transparenz und schaffen Vertrauen. Für mich ist diese enge Kooperation mit unseren Landwirten zudem ein Bekenntnis zu einer nachhaltigen Agrarpolitik.“

Der lichtdurchflutete Verkaufsraum im Eingangsbereich der Kreisverwaltung stand leer und wurde im Herbst 2017 als „MKK-Lädchen“ eingerichtet. Das gesamte Inventar, wie Kühltruhen, Regale, Waage, Kasse und Verkaufstheke stellte die Kreisverwaltung zur Verfügung. Außerdem ermöglicht sie eine dreijährige freie Pacht des Raumes.

Die beiden Mitarbeiter Tanja Stoll und Timo Haas kommen aus der Direktvermarktung und bringen Produkte von ihren Höfen mit in das Lädchen. Stoll kommt von einem Geflügelhof in Wallroth, Haas vom Klosterhof mit Ziegenhaltung in Gomfritz. „Es ist ein großes Plus, dass wir alle am Lädchen beteiligten Direktvermarkter, deren Produkte und Höfe gut kennen. Die Kunden wollen nämlich wissen, woher die Produkte stammen, wie dort die Tiere gehalten werden oder wie die Produktionsabläufe sind“, sagt Haas. Die KBV-Geschäftsführerin ergänzt: „Der regionale Ansatz im Lädchen kommt bei den Kunden gut an. Sie erwarten kein komplettes allumfassendes Sortiment.“ Dabei kann sich das Sortiment sehen lassen. Es gibt Milch und Milchprodukte, Fleisch, Wurst, Käse, Eier, Nudeln, saisonales Gemüse, Honig, Tee, Suppendosen, Kosmetik auf Honigbasis, Kräutersenf, Beerenseccos – bis hin zu individuell zusammenstellbaren Präsentkörben und Gutscheinen.

Jeder Direktvermarkter liefert seine Produkte auf Kommissionsbasis an festen Tagen an. Je nach Bestand kann nachgeordert werden. Zudem gibt es Produkte, die die Kunden vorbestellen können, zum Beispiel Geflügel. „Bei allen verkauften Produkten bleiben 20 Prozent des Umsatzes beim Lädchen“, erklärt Ross.

Unterschiedliches Einkaufsverhalten

In dem Laden kann man ein stetes Kommen und Gehen beobachten. Die einen versorgen sich zielstrebig mit einer Mettwurst und einem Joghurt in der Mittagspause, andere stöbern länger, weil sie etwas Neues ausprobieren wollen oder ein Geschenk suchen. „Gerne haben wir natürlich die Kunden, die einen größeren Einkauf vornehmen“, bemerkt Haas. Im Durchschnitt kaufen täglich 40 bis 60 Kunden im Lädchen ein. An Sitzungstagen in der Kreisverwaltung und am sogenannten „Schnitzeltag“ in der Kantine, den neben den Mitarbeitern auch viele Gelnhäuser Senioren nutzen, steigt die Kundenzahl. „Es könnten noch mehr sein“, sagen die Verantwortlichen, denn noch trage sich der Laden nicht so wie erhofft. „Spätestens in drei Jahren muss das Lädchen kostendeckend arbeiten“, lautet eine Zielsetzung.

Aktionen, um die Bekanntheit zu erhöhen

Um das Lädchen bekannter zu machen, werden beispielsweise Flyer als Beilage in die Tageszeitung gegeben, und es sind Hinweisplakate an der Straße sowie Werbeaktionen auf verschiedenen Messen geplant. So werden beispielsweise im Rahmen des Regionalen Geschmacksfestivals Kinzigtal & Spessart ab Mitte Mai jeweils mittwochs Sonderaktionen im MKK-Lädchen angeboten. Einige Direktvermarkter werden dann auch im Lädchen sein, um Fragen der Kunden zu beantworten. Auf der Messe Wächtersbach (noch bis zum 13. Mai) wird Spessart Regional ebensfalls auf das Direktvermarktergeschäft aufmerksam machen.

Einkauf im MKK-Lädchen

Das MKK-Lädchen ist eine Initiative des Main-Kinzig-Kreises und des Kreisbauernverbandes Main-Kinzig in Zusammenarbeit mit Spessart Regional. Es wird von der Kreisverwaltung des Main-Kinzig-Kreises unterstützt und vom KBV Main-Kinzig betrieben.

Von montags bis freitags geöffnet

Das Geschäft ist für alle Kunden jeweils montags bis donnerstags von 10 bis 15 Uhr geöffnet, beziehungsweise wird die Öffnung donnerstags ab Mitte Mai auf 13 bis 18 Uhr verlegt, um auch Kundschaft nach Büroschluss zu erreichen. Freitags ist von 10 bis 13 Uhr geöffnet. Adresse: Barbarossastraße 24, 63571 Gelnhausen.

Aktuelle Infos und Wissenswertes über die Produkte, Direktvermarkter und Aktionen im MKK-Lädchen gibt es über die Facebookseite. „Wir können außerdem das In­tranet der Kreisverwaltung nutzen und dort über unsere Produkte und Aktionen informieren“, teilt Ross mit. „Das Personal ist derzeit unsere Hauptkundschaft. Wir wollen und müssen aber auch die Stadtbevölkerung erreichen“, blickt sie nach vorne. Zugute kommt diesem Vorhaben, dass es in der Innenstadt fußläufig kein Lebensmittelgeschäft mehr gibt. „Parkplätze vor der Tür könnte es mehr geben!“

Im Lädchen wird eine gelungene Mischung aus Bio- und konventionellen Produkten aus der Region angeboten. Ab Mitte Mai kommt eine neue Idee hinzu: Im Innenhof der Kreisverwaltung, begehbar durch eine Glastür im Lädchen, werden vier Hochbeete aufgestellt, bepflanzt mit Salaten und Kräutern. Idee und Kooperation dazu kommt von „Grün & Grün“, einem Garten- und Landschaftspflegedienst des Behinderten-Werks Main-Kinzig. „Wer einen Salat kaufen möchte, bekommt ihn vor Ort abgeschnitten. Frischer geht es nicht“, freut sich Timo Haas da­rauf.

SL – LW 19/2018