Große Zufriedenheit mit Kreisvorsitzendem Gerold Füge

Alle Vorstandsmitglieder im Amt bestätigt

Vergangenen Donnerstag fand in der Dorfgemeinschaftshalle in Dreisen die ordentliche Vertreterversammlung des Kreises Donnersberg im Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd statt. Kreisvorsitzender Gerold Füge konnte neben Landrat Rainer Guth zahlreiche Politiker begrüßen sowie den Hauptredner BWV-Präsident Eberhard Hartelt.

Der wiedergewählte Vorstand des BWV im Donnersbergkreis mit BWV-Präsident Eberhard Hartelt (Mitte, v.l.): Bernhard Siegel, Fabian Treiber, Anna Grasshoff, Erik Jennewein und Gerold Füge.

Foto: Setzepfand

Füge zeigte sich enttäuscht in seinem Rückblick, dass noch immer nichts vom lang ersehnten und in den Demonstrationen geforderten Bürokratieabbau zu spüren sei. Im Gegenteil: Mit der Pflanzenschutz-Dokumentation setze Deutschland den Landwirten das Sahnehäubchen auf: Uhrzeit der Anwendung, Zulassungsnummer, BBCH-Stadium und EPPO-Code. „Wer hat dieses Wort schon mal gehört? Wer weiß, was dies ist?“ Es ist ein System zur schnellen Identifikation von Schadorganismen in landwirtschaftlich genutzten Kulturpflanzen und hat sich in der Herbologie durchgesetzt. Der EPPO-Code wird von der European and Mediterraneaen Plant Protection Organization verantwortet. „Es sei eine Schikane“, bemerkte Füge.

Düngerecht bundesweit gleich auf den Weg bringen

Und das Entlastungspaket für die Landwirtschaft entpuppte sich als schmale Postkarte. Beim Düngerecht müssen endlich bundesweit einheitliche Regeln geschaffen werden, denn es könne nicht sein, dass in sechs Bundesländern bei angefrorenem Boden, der tagsüber auftaut, gedüngt werden darf und in Rheinland-Pfalz nicht. Da beginne die Wettbewerbsverzerrung bereits auf Länderebene.

Gute Ansätze gebe es beim Thema Naturschutz wie den Schulterschluss Artenvielfalt, doch fehlen die ausreichende Unterstützung der Ministerien und die finanziellen Mittel, kritisierte Füge. Bei den Naturschutzstation sieht Füge – bei entsprechender Umsetzung – auch Potenzial für die Donnersberger Landwirte für Naturschutz. Er gab aber zu bedenken, dass zahlreiche Mitglieder die Naturschutzstationen kritisch sehen. BWV-Präsident Hartelt gehöre dem Vorstand der Modellstation in der Region an, damit der Verband die Entwicklung im Sinne der Betriebe begleiten könne.

In seinem letzten Punkt ging Füge auf die Infrastruktur für die Landwirtschaft ein: „Auch wir haben marode Brücken, die dringend repariert werden müssen, nur die Tannage heruntersetzen ist keine Lösung.“

Dann führte Maren Kopp, die Bezirksgeschäftsführerin für die Westpfalz durch die Wahlen. Per Handzeichen wurde der Kreisvorsitzende Gerold Füge einstimmig in seinem Amt bestätigt. Und die stellvertretenden Kreisvorsitzenden Erik Jennewein und Anna Grasshoff wurden einstimmig wiedergewählt. Auch die Beisitzer Ralf Heilmann aus Ebertsheim, Michael Kopf aus Mörsfeld, Patrick Mohr aus Dörrmoschel, Bernhard Siegel aus Bolanden und Fabian Treiber aus Albisheim wurden en Block ohne Gegenstimme wiedergewählt.

BWV-Präsident Hartelt gratulierte dem Vorstand und dankte für dessen Engagement, bevor er zu seinem Referat kam „Agrarpolitik muss endlich liefern – aber was eigentlich?“. Vieles davon wurde bereits geschrieben, sodass hier nur in aller Kürze auf die wichtigsten Worte des BWV-Präsidenten eingegangen wird: Gebraucht werden mehr Verlässlichkeit und Planbarkeit auf den Höfen. Denn seit zwei Jahren werde nicht mehr investiert, weder in Maschinen noch in Ställe. „Dabei hatten wir gute Preise, doch nun sind wir im Tal. Daher werden die geforderten steuerfreien Steuerrücklagen für die Landwirte immer wichtiger. Es braucht einen Ausgleich für die volatilen Märkte.“ Der Investitionsstau werde auch von der Politik selbst verursacht: Denn das Vertrauen in die Politik ist nicht mehr da. Vieles stehe auf dem Papier wie die Erhöhung des Selbstversorgungsgrades, doch es werde nichts dafür getan.

Die Produktion sei nicht mehr wettbewerbsfähig in Deutschland. Ursache sei der steigende Mindestlohn, hohe Anforderungen, teure Betriebsmittel wie der aktuelle Dieselpreis, der in dieser Form nicht rückvergütet werden wird, und ein Lebensmitteleinzelhandel, der die nicht heimischen Lebensmittel bevorzuge, da damit höhere Margen für die eigenen Unternehmen erzielt werden können. Ein Landwirt fragte: Hat Landwirtschaft in Deutschland überhaupt noch Zukunft? „Dies“, so Hartelt „muss jeder Landwirt für sich entscheiden. Aber wir werden dafür kämpfen, dass möglichst viele Hofnachfolger diese Frage mit Ja beantworten können.“

zep – LW 11/2026