Deutlich mehr Quoten nachgefragt als angeboten

Für den Übertragungsbereich West wurde ein Handelspreis von 32 Cent/kg errechnet. Damit ist dieser auf einen historischen Tiefstand gefallen. Der Deutsche Bauernverband sieht den Rückgang der Quotenpreise als positives Zeichen in Hinblick auf das Auslaufen der Milchquotenregelung am 31. März 2015.
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Für den Übertragungsbereich West wurde laut DBV ein Handelspreis von 32 Cent/kg errechnet. Damit sei er auf einen historischen Tiefstand gefallen. Im Vergleich zum Novemberhandelstermin sei er um 5 Cent zurückgegangen. Der Handelspreis für den Übertragungsbereich Ost lag bei 25 Cent/kg. Gegenüber dem Novembertermin ist der Quotenpreis konstant gebliebe, so der DBV.
197 Mio. Kilogramm Milchquote gehandelt
Insgesamt seien rund 197 Mio. Kilogramm Milchquote gehandelt worden. Im Vergleich zum letzten Handelstermin sei die Gesamtnachfrage nach Milchquoten mit rund 325 Mio. Kilogramm deutlich höher als das Gesamtangebot mit rund 224 Mio. Kilogramm gewesen. Die Auswertung des Übertragungsbereiches West zeigte laut DBV, dass insbesondere in Niedersachsen und Nord­rhein-Westfalen die Nachfrage mehr als das Zweieinhalbfache über dem Angebot lag. Im Übertragungsbereich Ost sei nur in Sachsen-Anhalt weniger nachgefragt als angeboten worden. Insbesondere in Brandenburg war die Nachfrage vier Mal höher als das Angebot, so der DBV.
Von insgesamt 4 394 Anbietern hätten circa 89 Prozent (3 893) erfolgreich Milchquoten verkaufen können. Rund 76 Prozent der Gesamtnachfrager (6 961) hätten erfolgreich Quoten gekauft. Die Auswertung der Zu- und Abgänge der einzelnen Übertragungsstellen zeige, dass eine deutliche Quotenwanderung im Übertragungsbereich West in Richtung Niedersachsen und im Übertragungsbereich Ost in Rich­tung Brandenburg stattgefunden hat. Aber auch in Ländern wie Baden-Württemberg und Bayern hätten die Nachfrager mehr als 70 Prozent ihrer nachgefragten Milchquote kaufen können.
Rückgang der Preise ist ein positives Zeichen
Der Deutsche Bauernverband sieht den Rückgang der Quotenpreise als positives Zeichen in Hinblick auf das Auslaufen der Milchquotenregelung am 31. März 2015. Zudem sei der jetzige Quotenpreis von besonderer Bedeutung, da viele Pachtverträge zum 31. März 2008 ausgelaufen sind. Nehme der bisherige Pächter sein Übernahmerecht in Anspruch, orientiere sich der Übernahmepreis am April-Börsenpreis. Damit sei der Börsenpreis auch für die Pächter von Quoten entscheidend. Alle Ergebnisse der Milchquotenbörse am 1. April 2008 finden Sie hier. 

Ergebnisse in Hessen und Rheinland-Pfalz 

Das RP Kassel teilt mit, dass  sich für die hessischen Teilnehmer folgende Konsequenzen ergaben: Von 288 Anbietern kamen 258 (90 Prozent) zum Zuge. Insgesamt wurden 11 597 741 kg angeboten. 2 073 516 kg seien nicht verkauft worden. Diesem Angebot habe eine Nachfragemenge von 6 656 553 kg von 144 Nachfragern entgegengestanden. Davon seien 3 880 690 kg mit 90 Nachfragern (63 Prozent) zum Zuge gekommen. Durch den 40-Prozent-Korridor sei keine Teilnehmer ausgeschlossen worden. Der Nachfrageüberhang zum Gleichgewichtspreis habe 344 060 kg (8,144 Prozent) betragen, der voll aus der Landesreserve ausgeglichen werden konnte. Für die erfolgreich nachgefragte Menge ergab sich laut RP Kassel damit ein effektiver Kaufpreis von 29,39 Cent. Der Preis, der sich im Wege der Ausübung des Übernahmerechts bei der Beendigung von Pachtverträgen ableite, liege bei 21,44 Cent. Insgesamt seien somit 5 643 535 kg Milch aus der Region Hessen abgewanderten.   Der Übernahmepreis für Pachtquoten betrage jetzt 0,21 Euro, sofern sich Pächter und Verpächter nicht auf einen geringeren Preis einigten. 186 Anbieter und 196 Nachfrager aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland hätten an der jetzigen Übertragungsrunde teilgenommen. Davon seien 162 Anbieter und 117 Nachfrager erfolgreich gewesen, berichtete die LWK RLP.

LW