Die Blätter sind der Clou: Pflanzen mit mediterranem Flair

Pflanzen mit silbrigen Blättern wie Lavendel und Blauraute wecken Urlaubsgefühle. Sie erinnern an den Süden, denn in sonnenverwöhnten Regionen sind Stauden, Sträucher und Bäume mit solchen Blättern relativ häufig.
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Pflanzen mit silbriggrauen Blättern haben eine sehr angenehme Eigenschaft – sie wecken Urlaubsgefühle, selbst wenn sie weit entfernt vom sonnenverwöhnten Mittelmeer wachsen. Lavendel und Olivenbäume sind typische Pflanzen für den mediterranen Raum, und man sieht es auch ihren Blättern an: Sie haben eine feine, silbriggraue Behaarung – ein wichtiger Verdunstungsschutz und somit ein Überlebensvorteil für diese Pflanzen, wenn sie mit wenig Wasser auskommen müssen. Feine Härchen halten die Feuchtigkeit fest und die silbrige Färbung reflektiert das Licht. Auch eine Wachsschicht auf den Blättern oder eine Verkleinerung der Blätter sind Strategien, mit denen sich Pflanzen vor zu hoher Verdunstung schützen. Weil diese Merkmale eine Anpassung an sonnige Standorte sind, vertragen diese Pflanzen Hitze und Trockenheit im Garten oft relativ gut. Sie gedeihen am besten auf gut dränierten Böden ohne Staunässe.
Viele Gestaltungsmöglichkeiten
Das Farbspektrum der Grau- und Silbertöne reicht von hellen, silbergrauen Blättern wie bei dem Woll-Ziest (Stachys byzantina 'Silver Carpet') bis hin zu silbriggrünen und blaugrauen Blättern. Gehölze und Stauden mit hellen, silbrigen Blättern bieten interessante gestalterische Möglichkeiten: Sie lassen den Garten geradezu leuchten. Diese Pflanzen können auch als Ausgleich und zur Neutralisierung zwischen Gehölzen oder Stauden mit starken Farbkontrasten gepflanzt werden. Außerdem sind sie ein schöner Hintergrund für Pflanzen mit kräftigen, dunklen Blattfarben, die dann sanfter wirken.
Hart im Nehmen

Die Weidenblättrige Birne hat schmale, silbriggraue bis silbriggrüne Blätter. Dieser außergewöhnliche, kleine Baum bringt Licht und südliche Leichtigkeit in den Garten.
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Doch nicht alle Pflanzen mit Blättern in silbrigen oder grauen Nuancen haben ihren natürlichen Standort in wärmeren Regionen, auch manche in Mitteleuropa verbreitete Pflanze schützt sich auf diese Weise vor übermäßigem Wasserverlust. Der Sanddorn (Hippophae) beispielsweise ist ein sehr robuster großer Strauch oder kleiner Baum mit silbriggrauen Blättern. Er wächst oft auf nährstoffarmen, leichten Böden in Küstennähe, wo er Wind und salzhaltiger Seeluft ausgesetzt ist. Auch unter solchen Umständen kann ein Verdunstungsschutz in Form feinster grauer Härchen auf oder unter den Blättern für die Pflanze überlebenswichtig sein. Dies trägt dazu bei, dass sie an Standorten wachsen, auf denen viele andere Pflanzen nicht existieren könnten.
Botanische Vielfalt
Interessante Pflanzen für einen Garten, in dem silbrige und graue Farbtöne vorherrschen, sind unter anderem Blauraute (Perovskia) und Katzenminze (Nepeta). Sie haben blaue bis violette Blüten, die einen schönen Kontrast zu den silbriggrauen bis graugrünen Blättern bilden. Bartblumen (Caryopteris) und einige Ölweiden-Arten (Elaeagnus) passen ebenfalls gut in einen „silbernen“ Garten. Auch die Weidenblättrige Birne (Pyrus salicifolia) hat silbriggraue bis silbriggrüne Blätter. Sie sind länglich-schmal und erinnern in der Tat an Weidenblätter. Im Herbst bleiben sie relativ lange an den Zweigen haften. Die Früchte sind kleine, nur zwei bis drei Zentimeter große Birnen. Die Weidenblättrige Birne ist ein robuster, kleiner Baum, der Hitze und Trockenheit relativ gut verträgt. Mit seinem silbrigen Blattwerk und den oft malerisch überhängenden Zweigen passt er gut in einen Garten im mediterranen Stil, in Gräser- und Staudengärten, zu Rosen oder vor dunklere Gehölze. PdM