Baum des Jahres 2008: die Walnuss - der Baum mit dem edlen Holz

Eindrucksvoll - der Baum des Jahres 2008, die Walnuss, in der Feldmark. Das Holz vom Walnussbaum wird sehr geschätzt, doch das Angebot ist gering.
Foto: Geis/IDgs

Das Holz der Walnuss zeigt je nach Herkunft und Standort ganz unterschiedliche Farbvariationen. So ist der kaukasische Nussbaum graubraun bis fast schwarz, der französische eher braun, also deutlich heller. Es wird für Drechselarbeiten und Kleinmöbel, für Klaviere, Täfelungen und Parkett genutzt. Wegen des schönen Kontrasts zu hellen Hölzern ist es oft im Zierparkett alter Herrensitze und Schlösser enthalten, findet in Schachbrettern und anderen Intarsienarbeiten Verwendung. Auch Weberschiffchen wurden gerne aus Nussbaum hergestellt.
Edles Holz in dunklen Tönen
Möchte man das Holz nutzen, darf man den Baum aber nicht so einfach fällen, sondern muss ihn ausgraben („ausstocken“, „austopfen“, „auskesseln“) – bei keiner anderen Baumart wird dieses teure Verfahren angewendet. Doch das wertvollste Maserholz befindet sich nun einmal im unteren Stammteil einer Walnuss und reicht als Wurzelknolle bis weit in die Erde hinein. Diese Maserungen der Wurzelknollen, aber auch der Astgabelungen und der Kröpfe am Stamm sind sehr beliebt, zeigen sie doch eine lebhafte, trotzdem unaufdringliche Zeichnung.
Wohl jeder Jäger hat etwas Nussbaum im Schrank, denn aufgrund seiner besonderen Holzeigenschaften ist dieses Holz ideal für Gewehrschäfte. Es ist zäh, wenig elastisch und arbeitet nicht, wenn es einmal trocken ist. In Bezug auf Druck- und Biegefestigkeit erreicht es bessere Werte als Eiche und ist zudem splitterfest.

Unbehandeltes Walnussfurnier mit schöner Maserung. Weil das Angebot begrenzt ist, gibt es nur wenige größere Vollholzmöbel aus Walnussholz. Es wird meistens als Furnier verwendet.
Foto: Tönnießen/IDgS

Das Angebot an Nussbaum ist jedoch sehr begrenzt. Deshalb gibt es kaum größere Vollholzmöbel dieser Holzart, meist wird furniert. Und da die Baumschulen seit langem auf die Züchtung von Nussbäumen mit hohem Nussertrag Wert legen, nicht auf die von Sorten mit langem Stamm, wird sich das Angebot mittel- bis langfristig kaum erhöhen lassen.
Vielfach wird neben dem europäischen auch amerikanischer Nussbaum im Handel angeboten, doch dann stammt das Holz meist von einer Walnussverwandten, der Schwarznuss. Auch Handelsbezeichnungen wie Afrikanischer Nussbaum, Viola-Nuss, Tanganyika-Nuss sollen auf die Walnuss hindeuten, haben aber mit ihr nichts zu tun.
 Walnuss als Waldbaum?
Eigentlich hat die Walnuss keine Feinde, denn ihre Bitterstoffe halten die meisten Tiere vom Fraß ab. Die Walnuss braucht vor allem Licht – immer wieder Licht. Das gibt es im Wald nur begrenzt, da streben ja noch andere Bäume in die Sonne. Noch ein weiteres Problem gibt es für sie: Spätfröste. Werden die Bäume nach dem Blattaustrieb Ende Mai noch von einem Frost überrascht, frieren die jungen Triebe ab und nur „schlafende Knospen“ können den Schaden für die Blattmasse dann noch in gewisser Weise auffangen. Damit erklärt sich auch die Verbreitung der Walnuss (und ihre Seltenheit als Waldbaum): Sie bevorzugt Weinbauklima – und damit Flächen, die vom Menschen anderweitig genutzt werden als durch Waldbau.
 Aber vielleicht ist ja die Wahl zum „Baum des Jahres“ nun ein Grund, wieder mal eine Walnuss zu pflanzen – nicht nur wegen des Holzes!
Weitere Informationen zur Walnuss, dem Baum des Jahres 2008, erhalten Sie unter www.baum-des-jahres.de IDgS