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Wir sind Riesling

Die amtliche Anbaustatistik der Landwirtschaftskammer weist es aus – die Pfalz ist jetzt das größte Riesling-Anbaugebiet der Welt. Was im letzten Jahr bereits in greifbare Nähe gerückt war, wurde 2008 zur Tatsache. Mit 5 455 Hektar hat die Pfalz das Anbaugebiet Mosel mit 5 376 Hektar Riesling-Anbaufläche hinter sich gelassen.

Um mehr als 200 Hektar stieg im zweitgrößten deutschen Anbaugebiet die mit Riesling bestockte Rebfläche. Getoppt wird dies nur durch den Zuwachs um 300 Hektar in Rheinhessen, wo allerdings insgesamt nur auf 3 762 Hektar Riesling angebaut wird.

Bei allen anderen Weißweinsorten gibt es kaum Veränderungen. Fast in allen rheinland-pfälzischen Gebieten ist der Trend eindeutig. Nur bei Riesling geht es aufwärts, und bei den Rotweinsorten sind leichte Rückgänge zu verzeichnen. Der Anbau folgt damit dem Markt-trend. Bei Rotwein scheint eine gewisse Sättigung erreicht zu sein, ohne dass bereits von einer Trendwende gesprochen werden kann. Bei Weißwein setzen die Winzer weiterhin auf die klassischen Sorten, und auch beim Müller Thurgau scheint die Abwärtsbewegung zum Stillstand zu kommen, während die Burgunderfamilie ihren in den letzten Jahren gewachsenen Flächenanteil hält.

Dass die Entscheidung der Winzer für oder gegen gewisse Sorten zumindest in den beiden größten deutschen Anbaugebieten nicht falsch waren, zeigt die Preissituation. Trotz größerer Fläche findet der Riesling seinen Markt, und die Preisabschläge beim Fasswein halten sich gegenüber dem Vorjahr deutlich in Grenzen.

Ganz anders die Situation an der Mosel. Wurde Riesling im Juli dort noch mit 1,30 Euro/l gehandelt, sind die Preise inzwischen auf 0,85 Euro/l abgesunken, und die Nachfrage ist weiterhin äußerst gering.

Henning Seibert