Absatzlage schwierig

Landesabsatzveranstaltung zeigte sich wieder exportorientiert

Die schwierige Situation auf dem Schweinemarkt hat sich in den vergangenen Monaten auch auf den Eberabsatz ausgewirkt. Dies bekam auch die Landesabsatzveranstaltung am 18. November in Alsfeld in Form von verhaltenen Geboten und Kaufzurückhaltung bei den Besamungsstationen zu spüren. Ähnliches war bei den kürzlich durchgeführten Eliteversteigerungen in Bayern und Baden-Württemberg zu beobachten.

Neben den bekannten Züchtern aus Hessen und Rheinland/Pfalz waren mit Bernd Farnsteiner, Schnega, und Heinrich Knoop, Marklohe, erstmals auch zwei Züchter aus Niedersachsen in Alsfeld mit Ebern vertreten.

25 Eber wurden angeboten

Nach einer Vorauswahl durch Zuchtleiter Dr. Helmut Otto (LLH) und Verkaufsleiter Armin Horz (VSH) wurden auf der Auktion zwei Eber der Deutschen Landrasse, ein Duroceber, und 22 Piétraineber angeboten. Zum ersten Mal wurde die Veranstaltung eintägig durchgeführt. Nach der Anlieferung wurden die Eber durch eine dreiköpfige Prämierungskommission mit dem Zuchtleiter Dr. Jan Bielfeldt vom Verband der Schweinezüchter Schleswig-Holstein beurteilt und rangiert. Am Nachmittag fand die Versteigerung statt.

Zwölf Eber nach außerhalb Hessens verkauft

Von den 19 verkauften Piétrainebern verlassen zwölf das Bundesland Hessen und werden in Nord- und Ostdeutschland, beziehungsweise in Bayern zum Besamungseinsatz kommen. Fünf Eber wurden von der Besamungsstation NORT in Scharrel, drei Eber von der Besamung Cloppenburg-Bethen, zwei Eber von der Besamungsstation Landshut und zwei Eber von Schleswig-Holstein angekauft. Sieben Eber bleiben in Hessen, davon kommen drei bei der ZBH und zwei in der Besamung Großkurth zum Einsatz. Zwei Eber wurden von hessischen Ferkelerzeugern angekauft.

In Tabelle 1 sind die durchschnittlichen Eigenleistungsergebnisse der aufgetriebenen Eber für die wichtigsten Merkmale aufgeführt. Sie demonstrieren den hohen Leistungsstand der hessischen Herdbuchzucht zusammen mit hervorragenden Exterieurmerkmalen.Tabelle 2 enthält die Durchschnitts­preise mit den Preisschwankungen.

Die beiden Eber der Deutschen Landrasse kamen aus dem Jungsauenvermehrungsbetrieb Herbert Müller, Beltheim-Mannebeck. Die sehr stabilen und rahmigen Xero-Nachkommen überzeugten durch kräftige Fundamen­te und beste Zitzenanlagen. Der Sieger­eber wurde mit der bronzenen ZDS-Me­daille augezeichnet.

Der angebotene, sehr wüchsige Duroceber der GbR Manfred Schaaf/Arno Scheld, Wahlen, stammt aus einem Anpaarungsprogramm mit PIC-Nucleus und wurde im Kaufauftrag für den Einsatz in Dänemark angekauft.

Zucht auf Stress-Stabilität wird forciert

Unter Beibehaltung bester Fleisch­leis­tungskriterien verbunden mit Wuchs, Rahmen und kräftigen Fundamenten wird die Zucht auf Stress-Stabilität weiter forciert. Nach 70 Prozent stressstabiler Eber im Vorjahr waren es in diesem Jahr über 90 Prozent.

In der Klasse der älteren Piétraineber dominierte die GbR Schaaf/Scheld

Die Klasse der älteren Piétraineber mit den Ia- bis Ic-Preisträgern wurde dominiert von der GbR Schaaf/Scheld. Zum Siegereber wurde ein reinerbig stressstabiler Fidel-Sohn gekürt und mit der silbernen Preismünze des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen ausgezeichnet. Dieser formschöne, hoffnungsvolle Jungeber bestach durch seinen großen Rahmen, eine sehr gute Länge, beste fleischtragende Partien und seine extreme Trockenheit. Zum Tageshöchstpreis wurde er nach Niederbayern zum Besamungseinsatz in die Station Landshut verkauft.

Der Ib-Preisträger trat die Reise in die entgegengesetzte Richtung, und zwar nach Schleswig-Holstein in den renommierten Zuchtbetrieb Rohwer an. Der J-Pack-Sohn war extrem bemuskelt im Deckel, über den Rücken und im Schinken. Trotz dieser Fleischfülle bestach er durch ein kräftiges und absolut korrektes Fundament.

Der Ic-Preisträger, ein sehr rahmiger und vitaler Xibit-Sohn bleibt in Hessen und kommt bei der ZBH zum Einsatz. An vierter Position rangierte ein Easy-Sohn von Bernd Farnsteiner, Schnega. Dieser kompakte, rahmige und trockene Eber wird bei der Besamung NORT eingesetzt werden. Der folgende Ulk-Sohn von Norbert Völzing, Wahlen, tritt die Nachfolge seines nicht mehr lebenden Vollbruders Urian bei der ZBH an, der als erster Eber in der Kreu­zungs­eig­nungsprüfung bei zwölf Nachkommen im Schnitt mehr als 1 000 g in der täglichen Zunahme und zudem noch positive Fleischleistungen nachweisen konnte.

Der Zuchtbetrieb Ohl aus Holzheim stellte mit einem sehr typvollen, bestens bemuskeltem Cha-Cha-Sohn den Siegereber der jüngeren Klasse. Hierfür erhielt der Züchter eine Preismünze in Bronze des Zentralverbandes der Deutschen Schweineproduktion. Diesen langgestreckten, rahmigen und trockenen Jungeber sicherte sich die Besamung Cloppenburg-Bethen.

Bronzene Preismünze für den jüngsten Eber der Auktion

Der jüngste Eber der Landesabsatzveranstaltung war am Auktionstag 192 Tage alt, hatte sich aber bestens entwickelt und präsentierte sich großrahmig, flott und bestens bemuskelt. Ausgezeichnet wurde die Zuchtstätte Norbert Völzing mit der bronzenen Preismünze des LLH und angekauft wurde der Eber von der Besamungsstation Landshut. Der rahmige, langgestreckte und mit hohen Magerfleischanteilen getestete Ic-Preisträger, ein Bobic-Sohn aus der gleichen Zuchtsätte, geht in den Ferkelerzeugerbetrieb Dickert in Schlitz.

Im Kaufauftrag für die Besamungsstation Großkurth, Sontra, wurde der Id-Preis­träger, ein sehr trockener, rein­erbig stressstabiler Volksbank-Sohn der GbR Schaaf/Scheld mit herausragender Vollgeschwisterprüfung erworben. Der fünftplatzierte Eber der jüngeren Klasse kam wieder von Gerhard Ohl und wird in Cloppenburg-Bethen wie sein Halbbruder zum Einsatz kommen.

Dr. Helmut Otto, llh