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Bauern unterstützen bürgerliches Lager

Hessen hat gewählt und für eine stabile Mehrheit in Wiesbaden gesorgt. Dies ist angesichts der Finanz- und der drohenden Wirtschaftskrise das wichtigste Ergebnis. Offenbar hatte auch die Wirtschaftspolitik einen großen Einfluss auf die Wahlentscheidung, wobei den bürgerlichen Parteien der größere Sachverstand bei der Lösung der wirtschaftlichen Probleme zugesprochen wird. Und diese Meinung scheint auch bei den Landwirten verbreitet zu sein. Kaum anders kann man den starken Zuwachs der landwirtschaftlichen Wählerstimmen erklären, die der CDU nach einer Umfrage ein Plus von rund 25 Prozentpunkten auf rund 75 Prozent Stimmenanteil bei den Landwirten gebracht hat. Zusammen mit den über 11 Prozent der Stimmen für die FDP spielen die bürgerlichen Parteien bei den Bauern somit die Hauptrolle.

Vor einem Jahr, als die Union auch bei den Landwirten schlechter abschnitt, müssen demnach andere Themen wie etwa Schulpolitik wahlentscheidend gewesen sein, denn die Landwirtschaftspolitik der CDU in Hessen hat sich ja nicht geändert. Offenbar haben sich am vergangenen Sonntag viele Landwirte darauf besonnen, dass es eine sehr gute Zusammenarbeit zwischen Berufsstand und den letzen beiden bürgerlichen Landesregierungen gegeben und sich die Landwirtschaft in Hessen im Vergleich der Bundesländer nach oben entwickelt hat.

Bei den jetzigen Koalitionsverhandlungen zwischen CDU und FDP könnte eine Frage lauten, ob es weiterhin ein eigenständiges Landwirtschaftsministerium geben wird. Die „Betreuung“ der Landwirtschaft in einem größeren Wirtschaftsministerium, wie es die FDP favorisiert, muss nicht schlecht sein. Allerdings wäre dann der landwirtschaftliche Berufsstand neben Verbänden von Industrie, Handel und Gewerkschaften nur einer von vielen Partnern.

Cornelius Mohr