Erfolgreiche Zukunft in der Landwirtschaft

Auszubildende sollten ihr Berufsziel im Auge behalten

In diesem Jahr sind in Hessen 124 junge Landwirte nach bestandener Abschlussprüfung in das Berufsleben getreten. Rund 50 Prozent der Junglandwirte wirtschaften künftig im eigenen Betrieb. Die weiteren Absolven­ten beginnen nach ihrem Abschluss mit der Suche nach einer Anstellung im Bereich der Agrarwirtschaft. Freie Stellen im Agrarbereich sind auf dem Markt vorhanden. Jedoch schrecken viele der jungen Gehilfen vor der Arbeit im Landwirtschaftsbetrieb und dem zu Beginn noch relativ geringen Lohn zurück und kehren statt dessen der Landwirtschaft den Rücken.

Auch wer in der Lage ist, einen bereits bestehenden Betrieb von den Eltern übernehmen zu können, kann nicht grundsätzlich davon ausgehen, dass das zukünftige Einkommen dieses Betriebes ausreicht, um den nötigen Lebensunterhalt zu bestreiten. Oft ernährt ein familiengeführter Betrieb mehrere Ge­nera­tionen. Nicht selten sind deshalb gerade junge Landwirte auf ein zusätzliches Einkommen außerhalb der Landwirtschaft angewiesen.

Welche Möglichkeiten gibt es?

Allerdings bietet der Agrarbereich entgegen der allgemeinen Meinung durchaus Perspektiven und gerade dort werden Fachkräfte und Nachwuchs gesucht. Ein höheres Einkommen zu erzielen, ist auch in der Agrarwirtschaft mit einer ent­sprech­en­den beruflichen Qua­lifikation möglich. Um einen landwirtschaftlichen Betrieb zu führen, ist mindestens der Berufsabschluss Meister oder der stattlich Geprüfte Betriebswirt (Agrar-Techniker) empfehlenswert. Je größer der eigene Betrieb ist, den es zu führen gilt, desto wichtiger ist ein Studium an einer Fachhochschule oder ein universitärer Abschluss. Denn landwirtschaftliche Betriebe müssen inzwischen wie jedes erfolgreiche Un­ternehmen geführt werden. Betriebswirtschaftliches Handeln und Unternehmertum sind Grundlage, um langfristig in dieser Branche erfolgreich zu sein. Heute und in der Zukunft braucht die Landwirtschaft Betriebsleiter mit Weitblick und Managerqualitäten, die in der Lage sind, sich den Anforderungen der heutigen Agrarwirtschaft zu stellen. Der Landwirt muss steigende Qualitätsvorgaben, die der Markt verlangt, erfüllen. Gesetzliche Bestimmungen verlangen Maßnahmen zum Umwelt- und Naturschutz. Der praktische Umgang mit der Umwelt, Natur und dem Tier wird zukünf­tig stärker finanziell honoriert, diese finanzielle Un­ter­stützung trägt neben der eigentlichen Produktion vermehrt zum Einkommen der Betriebe bei. Nach der beruflichen Erstausbildung bieten sich auch im nachge­la­gerten landwirtschaftlichen Bereich durch Fortbildungsmaßnahmen, durch spezielle Lehrgän­ge (die in der Regel sechs Mona­te dauern) interessante Mög­­­­lichkeiten.

 Vorhanden sind:

  • Fachagrarwirt Rechnungswesen,
  • Fachagrarwirt Landtechnik,
  • Fachagrarwirt Besamungswesen,
  • Fachagrarwirt Leistungs- und Qualitätsprüfung,
  • Fachagrarwirt Golfplatzpflege (Greenkeeper),
  • Fachagrarwirt Erneuerbare Energie.
Voraussetzungen für die Zulas­sung sind:
  • Abschlussprüfung im Ausbildungsberuf Landwirt,
  • Besuch der einjährigen Fachschule mit dem Abschluss (staatl. Geprüfte/r Wirtschafter/in),
  • Dreijährige praktische Tätigkeit in einem landwirtschaftlichen Beruf,
  • Teilnahme an entsprechenden Vorbereitungslehrgängen.

Aus diesem Grund sollte sich jeder junge Landwirt nach erfolgreicher Ausbildung überlegen, welches Berufsziel er mittel- und langfristig verfolgt und welcher Bildungsstand hierfür erforderlich ist. Weitere Möglich­keiten im Agrarbereich sind unter anderem auch Fortbildung für landwirtschaftliche Spezialberufe. Wichtig dabei ist ebenso die Unterstützung der Eltern, die ihre Tochter/Sohn zur Weiterbildung animieren sollten.

Praxisjahr im Ausland

Auch ein Praxisjahr im Ausland ist für Junglandwirte durchaus erstrebenswert, um zu sehen, wie anderswo die landwirtschaftlichen Betriebe geführt werden, welche Probleme diese Landwir­te zu bewältigen haben und wie ihre Wirtschaftsweise aber auch ihre Denkweise über ihren Berufsstand ist. Heute und in der Zukunft braucht die Landwirtschaft Betriebsleiter und Mitarbei­ter mit viel Weitblick und Managerqualitäten, die in der Lage sind, den wachsenden Anforderungen in der Agrarwirtschaft gerecht zu werden, wozu eine qualifizierte Berufsaus- und Weiterbildung sehr wichtig ist. Klaus Gabriel, LLH