Allergie-Karriere bei Kindern

Trockener Reizhusten ist Zeichen für Etagenwechsel

Nach Informationen des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen (ÄDA) ist bei Kindern eine dramatische Zunahme von Allergien zu verzeichnen. Allein im Zeitraum von 1995 bis zum Jahr 2000 ist der Prozentanteil der Sechs- bis Sieben-Jährigen, die unter Heuschnupfen leiden, um 29 auf 16,1 Prozent gestiegen. Die Anzahl der Kinder mit Asthma-Symptomen erhöhte sich im gleichen Zeitraum sogar um 33 auf 12,8 Prozent.

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) weist darauf hin, dass Kinder, die unter Heuschnupfen leiden, konsequent und rechtzeitig behandelt werden sollten. Nur für eine spezifische Immuntherapie mit SQ-Allergenen (SQ = Standardisierte Qualität) ist die Senkung des Risikos für einen Etagenwechsel vom Heuschnupfen zum allergischen Asthma nachgewiesen.

Erstes Zeichen für einen Etagenwechsel ist oft ein trockener Reizhusten in der Nacht. Eltern von Kindern, die Heuschnupfen haben, sollten laut Hinweisen des ÄDA über dieses Alarmsignal informiert werden. Häufigstes auslösendes Allergen für Heuschnupfen sind Gräserpollen. Eine dreijährige kausale Immuntherapie mit SQ-Allergenen kann mit Spritzen beim Allergologen, alternativ heute auch mit Tabletten zuhause erfolgen. Die so genannte Gräserimpftablette (Grazax) hat vor kurzem die Zulassung für eine Therapie bei Kindern ab fünf Jahre erhalten. Prof. Claus Bachert, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und Klinische Immunologie, geht davon aus, dass die Akzeptanz der spezifischen Immuntherapie durch die Gräserimpftablette deutlich erhöht wird. Die sofort lösliche Tablette wird einmal am Tag unter die Zunge gelegt. Über die Immunzellen in der Mundschleimhaut wird auf diese Weise Schritt für Schritt eine Immuntoleranz gegen Gräserpollen erzielt. Mögliche Nebenwirkungen sind lediglich ein leichtes Kribbeln wie beim Lutschen von Brausetabletten, das schnell wieder verschwindet. sup