Neuer Mutterkuhstall mit Laufhof und Siloanlage

Einweihungsfeier in Rabenau-Kesselbach am 21. Juni

Ein hochmodernes Konzept für die Mutterkuhhaltung ist in Rabenau-Kesselbach verwirklicht worden. Die Gründe für Arndt und Ilse Roswag, einen neuen Mutterkuhstall zu bauen, war die Erweiterung des Betriebes, sprich der Grünlandfläche und somit der Charolaisherde und die nicht mehr zeitgemäße Anbindehaltung eines Teils der Herde. Ein weiterer Grund war, dass die Gebäude am Betriebssitz, dem Hofgut Londorf, dem Denkmalschutz unterliegen.

Somit war eine Entwicklung der vorhandenen Bausubstanz hin zu einem modernen und artgerechten Haltungssystem nicht möglich. Dieser Zustand beflügelte ebenso die Entscheidung, im Außenbereich neu zu bauen. Auch verfolgt die Investition die Ziele Rationalisierung, Einkommenssicherung sowie Arbeitsplatzsicherung. Nicht zuletzt wird durch die Zukunftssicherung des Betriebes eine langfristige Grünlandnutzung und Landschaftspflege durch Mutterkühe in der Region ermöglicht.

Neuartiges Stallkonzept erarbeitet

So wurde mit Hilfe der Gemeindegremien, der beteiligten Ämter, der Offizialberatung, der EU-Förderung und schließlich der ausführenden Firmen ein umsetzbares, zukunftsweisendes, neuartiges Konzept erarbeitet.Kernstück ist eine freitragende Folienhalle des kanadischen Herstellers Cover-All. Sie misst 62 mal 35 Meter in der Grundfläche. Da die Halle bis zur Traufe in vier Meter Höhe offen ist, kann sich im Innern ein für die Tiere angenehmes Klima einstellen. Am Giebel misst die Halle 14 Meter Höhe, was einen ausreichenden Luftraum für die untergebrachten Tiere garantiert. Für einen guten Lichtdurch­lass wurde eine sandfarbene Folie gewählt, die bei jeder Witte­­rung für einen flächig beleuchteten Innenraum sorgt. Bei Bedarf können Windschutznetze an den Seiten nachträglich eingebaut werden.

Stall kann in Weidesaison auch anderweitig genutzt werden

Im Hallenboden sind Hülsen im Rastermaß vier mal vier Meter eingelassen, die es ermöglichen, in diesem Raster alle möglichen Boxengrößen und -formen zu erstellen. Hiermit ergibt sich auch die Möglichkeit, die Aufstallung komplett zu entfernen. Dies erleichtert das Entmisten und Reinigen und die Halle kann während der Weidesaison anderweitig betrieblich genutzt werden. Die Wasserversorgung der einzelnen Tiergruppen erfolgt über Leerrohre und Schächte, durch die mit PE-Rohren alle Boxen erreicht werden können.

Futter wird in Container gefüllt

Das Futter holen sich die Tiere aus Containern, die mit einem Lucas-Futtermischwagen beschickt werden. Mit diesem Futtermischwagen wird der Stall auch eingestreut. Um eine besonders artgerechte und naturnahe Haltung der weidegewöhnten Tiere zu ermöglichen, wurde ein 620 m² großer Laufhof längsseitig an den Stall gebaut. Hieran grenzt das Fahrsilo mit etwa 1 700 m³ Fassungsvermögen an. Um die Abwässer von Silo, Laufhof und Stall auffangen zu können, wurde ein Güllebehälter gebaut, der 235 m³ Rauminhalt hat.

Nun ist in Rabenau-Kesselbach ein Projekt entstanden, was nicht nur den 135 Charolais-Mutterkühen und den 155 Jungtieren Freude machen wird, sondern auch dem Betriebs­leiter-Ehepaar und seinen beiden Mitarbeitern. Es wird eine große Erleichterung für die Bewirtschaftung des 280 ha großen Gemischtbetriebes sein.

Durch die offene Bauweise dient der Stall selbstredend der Öffentlichkeitsarbeit für die Bevölkerung. Dieses Projekt wurde durch die Bewilligungsstelle beim Landrat des Lahn-Dill-Kreises, Abteilung für den ländlichen Raum in Wetzlar aus EU- Bundes- und Landesmitteln bezuschusst. So sei all denen, die zum Gelingen beitrugen, ganz herzlich gedankt: Den Verantwortlichen der politischen Gremien und Ämter, den Mitarbeitern der Hessischen Landgesellschaft, den ausführenden Firmen und den betrieblichen Mitarbeitern. Um direkt vor Ort einen Einblick in den Stall geben zu können und Fragen zu beantworten, sind alle Interessierten zu einem Eröffnungsfest eingeladen. Auf zahlreiche Besucher freuen sich Arndt und Ilse Roswag.

Der Weg zum Stall ist ausgeschildert

Der Stall ist folgendermaßen zu erreichen: In Rabenau-Kesselbach fährt man am Ortsausgang Richtung Odenhausen und folgt von hier der Beschilderung zum Tag der offenen Tür. Ilse Roswag