18,5 Kilometer Taunus

Wandern, Radeln oder Joggen auf dem Panoramaweg Waldsolms

Der eine mag in Ruhe vier Stunden wandern, der andere zwei Stunden joggen, ein dritter will eine Fahrradtour mit Picknick und Schwimmpause unternehmen und jeder hat eigene Vorstellungen von der für ihn besten Wegstrecke. Die Taunusgemeinde Waldsolms hat bei ihrem kürzlich eröffneten „Panoramaweg“ jetzt an alle gedacht. Rund um die drei Ortsteile Brandoberndorf, Griedelbach und Kröffelbach wird die 18,5 Kilometer lange Strecke jedem gerecht: eine abwechslungsreiche Landschaft und Streckenführung mit weiten Ausblicken für Wanderer, ausreichend glatte Wege auch für Fahrradfahrer, und schließlich eine perfekte Weg- und Kilometermarkierung, die den Panoramaweg Waldsolms zu einer attraktiven Trainingsstrecke für Jogger macht.

Auf dem Weg ergeben sich fantastische Panoramablicke: hier ein Blick vom Schwimmbad auf Brandoberndorf.
Foto: Michael Schlag

An jedem Abzweig und an jeder Kreuzung ist der Panoramaweg durch Schilder an den Bäumen und Wegweisern in beiden Richtungen markiert. Doch während Wanderer gerne in die Höhe und in die Ferne schauen, konzentrieren sich Jogger eher auf ihre Strecke und halten während des Trainings auch äußerst ungern an, um sich mit Hilfe einer Karte zu orientieren. Für sie ist an jeder Abzweigung und an jedem vollen Kilometer zusätzlich eine Platte in den Waldboden eingelassen – auf Teerwegen als Markierung aufgetragen – die unübersehbar den Weg weist. Verlaufen ist ganz unmöglich und dank der Kilometersteine behält man auch stets den Überblick über das sportliche Pensum. Wer einmal 18 neue Trainingskilometer kennenlernen möchte, kann sich hier getrost auf den Weg machen.

Idyllischer Start am alten Eisenbahntunnel

Der Panoramaweg beginnt am Ortseingang von Brandoberndorf, dem Hauptort der Gemeinde Waldsolms, an einem alten Eisenbahntunnel, der wie ein Eingangsportal wirkt. Dahinter geht es in den Wald, vorbei an einem Grauwacken-Steinbruch, dann durch das Wiesental mit dem Uthenbach. Nach 1,5 Kilometern Anstieg hat man den ersten Panoramablick über das Solms­bachtal und über Brand­oberndorf erreicht. Kühe säumen den Weg, meist schwere Fleisch­rassen, vor allem Mutterkuhherden von weißen Charolais. Nach einem langen Stück durch abwechslungsreichen Mischwald öffnet sich hinter einem weiteren Tunnel als ausgedehnte Lichtung der Kuhschwanzweiher. Baden leider verboten, hier wird geangelt.

Aber der Weiher bietet einen herrlichen Platz für ein kleines Picknick nach jetzt fünf Kilometern Wanderung (den Tunnel übrigens sollte man sich merken, es ist die erste Unterstellmöglichkeit bei Regen). Nach der Rast am Kuhschwanzweiher geht es oberhalb der Taunusbahn durch die sogenannte „Arschkerb“, dann aus dem Wald hinaus in das Brandoberndorfer Feld und am Waldrand entlang zum Waldsolmser Freibad. Übrigens auf einem asphaltierten Feldweg, nach der etwas rumpligen Strecke durch die Arschkerb eine Erholung für die Fahrradfahrer.

Kurzer Stopp auf dem Bioland-Hof

Hinter dem Freibad über eine Landstraße und ein kurzes Stück bergauf, dann weist der Weg nach rechts. An dieser Stelle verlässt man kurz den Panoramaweg und wendet sich gut 100 Meter nach links. Dort nämlich leben die Freiland-Schweine von Brand­oberndorf, sie gehören zum Bioland-Hof der Familie Busch.

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Auf dem nahe gelegenen Hof kann man sich auch gleich mit Lebensmitteln versorgen.Geöffnet ist der Hofladen am Donnerstag und am Samstag. „Sie können aber auch sonst vorbeikommen“, sagt Anne Sponsel-Busch. Wieder zurück auf dem Panoramaweg öffnet sich bei schönem Wetter ein weiter Blick bis zum Feldberg, dann kommt ein landschaftlicher Leckerbissen: das Tal des Löllbachs. Man fragt sich wirklich, warum alle Welt von der Toskana schwärmt, diese Ecke des Taunus steht ihr in keiner Weise nach. Dann geht es einmal kurz und heftig bergauf.Wer kein Mountainbike hat, wird hier wohl einmal absteigen und danach weiß man auch, wa­rum Michael Groß vom Lauftreff Brandoberndorf die Strecke insgesamt für „anspruchsvoll“ hält. Den Berg überstanden und an Griedelbach vorbei, wartet auf die Jogger noch ein besonderes Schmankerl: Ein vollkommen flacher, schnurgerader Teerweg, auf dem eine Sprintstrecke mit 100-Meter-Markierungen eingetragen ist – wer will, der kann auf dem beschaulichen Panoramaweg gegen Ende noch eine harte Trainingseinheit einlegen. Vorbei geht es am neuen „Waldfriedhof Wasserbuche“ und der Griedelbacher Grillhütte (auch diesen Punkt als Unterstellmöglichkeit bei Regen merken). Dann geht es gemächlich durch Felder, entlang von Gehölzen und am Waldrand hinunter zum Solmsbachtal, vorbei an Kröffelbach und zurück zum Ausgangspunkt.

Sechs weitere Zustiegsmöglichkeiten

Außer dem Startpunkt am Tunnel Uthental gibt es noch an sechs weiteren Stellen „Zustiegsmöglichkeiten“ in den Panoramaweg, immer an Wanderparkplätzen, wo der Panoramaweg eine Land- oder Kreisstraße kreuzt. „Der Panoramaweg ist ein Erholungs-, Freizeit- und Naturschutzprojekt“, sagt Förster Wolfgang Brake vom Forstamt Weilmünster, der das Konzept entworfen hat. Denn der Weg soll Besucher zwar zu den schönen Ausblicken führen, sie aber auch so lenken, dass für Tiere und Pflanzen in anderen Bereichen ungestörter Lebensraum bleibt. Finanziert wurde der Panoramaweg mit seinen 31 Wegweisern und sieben Einstiegsportalen vom Zweckverband Naturpark Hochtaunus, die Kosten lagen bei knapp 13 000 Euro.

Und wie lange ist man unterwegs? 18,5 Kilometer sind es insgesamt, bei normalem Wandertempo sollte man wohl vier bis fünf Stunden einplanen, die Nordic-Walking-Gruppe von Waldsolms schafft es in drei Stunden und zehn Minuten, gut trainierte Jogger sind nach anderthalb Stunden wieder am Ausgangspunkt. Bürgermeister Bernd Heine (drei Stunden 20 Minuten als „flotte Freizeitwanderung mit Hund“) meinte bei der Eröffnung, Ziel sei es gewesen, „Wege, die schon immer da waren, neu zu beleben.“ Wolfgang Schuster, Landrat des Lahn-Dill-Kreises, sieht den Panoramaweg auch als Teil der regionalen Wirtschaftsförderung. „Es kommen Gäste, die wollen übernachten, und die wollen auch etwas essen.“ Von 80 000 Arbeitnehmern im Lahn-Dill-Kreis, zu dem Waldsolms gehört, seien heute bereits 2 000 im Tourismus beschäftigt.

Gute Anreisemöglichkeiten

Und wie erreicht man den Panoramaweg Waldsolms? Mit der Taunusbahn (stündlich ab Bad Homburg) fährt man bis zum Bahnhof Brandoberndorf, dort steht schon eine Informationstafel und es sind nur wenige Hundert Meter bis zum Startplatz Uthental. Wer mit dem Auto anreist, gibt in sein Navi ein: „Waldsolms“, und dann: Morgenweg – Ecke Ziegelhüttenweg, dann landet man genau vor dem Parkplatz Uthental und am Bahntunnel, dem Einstiegsportal in den Panoramaweg. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.naturpark-hochtaunus.de und bei der Gemeindeverwaltung www.waldsolms.de. Dort gibt es auch ein Informationsblatt mit Übersichtskarte des Panoramawegs. Michael Schlag