Der Mopp und sein Gefolge

Klassische Wischbezüge sind besser als feuchte Wischtücher

Feuchte Tücher, rollende Eimer, Auswringvorrichtungen – Wischen wird immer bequemer. Die Stiftung Warentest hat geprüft, was moderne Fußbodenwischsysteme leisten. Im Test: zehn feuchte Bodenwischtücher zur einmaligen Anwendung und sieben Wischsysteme mit Wischer und Bezug zum mehrfachen Gebrauch. Die Preise pro Feuchttuch liegen zwischen 11 und 40 Cent. Wiederverwendbare Bezüge samt Wischer sind ab 5 Euro zu haben. Es gibt aber auch Luxusexemplare: Der Leifheit Profi micro duo kostet 45 Euro – nur für Bodenwischer und Bezug. Mit Eimer, Rollwagen und Auswringsystem sogar 130 Euro. Immerhin: Es ist der Testsieger.

Für den Großputz ist der klassische Wischbezug die bessere Wahl im Vergleich zu feuchten Reinigungstüchern. Diese sind praktisch für zwischendurch.
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Im direkten Vergleich der Reinigungsleistung zeigen Feuchttücher und Wischbezüge ähnliche Ergebnisse. Nur jedes drit­­te Produkt entfernt den Schmutz insgesamt „gut“. Auffallend ist, dass die Feuchttücher bei Fettschmutz öfter die Nase vorn haben. Das zeigt, dass hier doch einiges an Reinigungsmittel drin ist. Beim Aufnehmen von Partikelschmutz wie Sand, Haare oder Krümel sind dagegen die Wischbezüge mit ihren Zotteln etwas im Vorteil. Die Feuchttücher hinterlassen zudem öfter Schlieren und Tropfen. Bei den Tüchern von Bürstenmann und Rossmann bleibt sogar ein klebriger Film auf dem Boden zurück, sodass die Fläche bereits nach kurzer Zeit wieder schmutzig aussieht, weil jeder Schuhabdruck zu sehen ist.

Alle Feuchttücher passen auf die gängigen Bodenwischhalter, die es für diese Tücher gibt. Swiffer und Vileda bieten eigene Stielsysteme an, die sich flexibel bewegen lassen. Die Wischbezüge sind dagegen untereinander nur selten kompatibel, weil sie meist unterschiedlich zu befestigen sind, Leifheit Twist und Vileda Ultramat zum Beispiel mit Druckknöpfen, Leifheit Picobello Plus mit Klettverschluss.

Ergonomische Unterschiede zwischen den Wischern machen sich vor allem in der Zugänglichkeit von Ecken und beim Wechseln des Bezugs bemerkbar. Leifheit und Vileda bieten Auswringvorrichtungen als Zubehör an. Das ist praktisch, doch will man den Wischer ohne Zubehör kaufen und die Bezüge mit der Hand auswringen, hat man oft Probleme, die Verschlüsse der Bezüge zu lösen. Vor allem beim Vileda Ultramat sind die Druckknöpfe nur sehr schwer zu öffnen.

Fazit: Feuchttücher sind eher etwas für die schnelle Reinigung kleiner Flächen zwischendurch. Für den regelmäßigen Putz der ganzen Wohnung ist der klassische Wischbezug mit Wasser und einem Schuss Allzweckreiniger aber die bessere Wahl. Denn Einwegtücher sind nicht nur teurer, sie produzieren auch mehr Müll, erfordern mehr Transportenergie und verbrauchen mehr Chemie, um die gleiche Fläche zu reinigen. Gegen leichten Schmutz reicht oft schon ein Mopp mit klarem Wasser aus. Und bei schwierigem Fettschmutz kann man den Reiniger selbst dosieren – das ist vielleicht etwas unbequemer, schont aber die Umwelt und das Portmonee. td

Testergebnisse

„Gute“ Wischtücher für einmalige Anwendung

  • Swiffer wet (Set mit Stielsystem und Staubtüchern);
    33 Cent pro Tuch
  • Vileda Fresh Attractive (Set mit Stielsystem und Staubtüchern);
    40 Cent pro Tuch
  • Poliboy Parkett & Laminat Feuchttücher;
    27 Cent/ Tuch

„Gute“ Wischsysteme (Wischbezüge mit Wischer)

  • Leifheit Bodenwischer Profi micro duo (45 Euro)
  • Leifheit Twist System Set (Set inklusive Wischtuchschleuder
    (Eimer, Sieb, Aufsatz) und Twist-Element (60 Euro).