Insgesamt sind neun Durumsorten zugelassen
Landessortenversuche Winterdurum 2023 bis 2025
Die Anzahl an Durumsorten mit Zulassung in Deutschland oder einem anderen EU-Land (damit in Deutschland vertriebsfähig) ist noch immer begrenzt, nimmt aber stetig zu. Die Auswertung der Landessortenversuche Winterhartweizen hat Stephan Knorre, Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum (TLLLR), vorgenommen.
Foto: landpixel
Die Boden- und Klimaansprüche des Hartweizens sind denen des Weichweizens vergleichbar beziehungsweise höher. Von daher ist nicht jeder Standort für den Anbau geeignet. Trockene und warme Bedingungen während der Reife sind für die Ausbildung der Glasigkeit unerlässlich. Durch die Verbindung von Stärke und Eiweiß im Korn entsteht die typische Glasigkeit des Durumweizens (Qualitätsanforderung > 75 % glasige Körner). Neben Niederschlägen während der Reifephase kann selbst Taubildung zu einer Reduzierung der Glasigkeit führen, daher sollte der Anbau auf Schlägen mit hoher Taubildung (zum Beispiel in Waldrandnähe, Auen oder Senken) vermieden werden.
Bei vorhergesagten Niederschlägen wird ein Drusch ab unter 18 Prozent Kornfeuchte empfohlen, um die Qualitäten zu wahren. Hartweizen mit Kornfeuchten von über 14,5 Prozent sollten schnellstmöglich getrocknet oder an die Mühle geliefert werden. Hier ist ein enger Kontakt zur aufnehmenden Hand von Vorteil, wie auch die Erntejahre 2021, 2023 und 2025 zeigten. Bei der Eigenlagerung von Durum ist ein schnelles, kurzfristiges Belüften des Getreidestapels angebracht, um die hohe Erntetemperatur herunter zu kühlen, da es ansonsten zu einem Anstieg der DON-Werte kommen kann.
Der Anbau von Hartweizen geht hinsichtlich der Qualitätsanforderungen immer auch mit einem gewissen Anbaurisiko einher. Daher eignen sich für den Durum-Anbau in Deutschland vor allem die Lößstandorte Mittel- und Ostdeutschlands, die Mittel- und Wärmelagen Südwest, die Fränkische Platte sowie das Tertiärhügelland.
– LW 4/2026
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