Haferanbau ausgedehnt, mittlere Erträge
Ergebnisse Landessortenversuch Sommerhafer 2025
Nachdem die Hafererträge im Jahr 2023 enttäuschend ausfielen, wurde in den Jahren 2024 und 2025 landesweit wieder ein mittle- res Ertragsniveau erreicht. Für Höchsterträge reichten die Nie- derschläge 2025 vermutlich nicht aus und Frühjahr sowie FrühÂsommer waren zu warm. Aufgrund seines höheren Wasserbedarfs kann Hafer sein Ertragspotenzial eher in kühl-feuchten Jahren ausschöpfen. Die Kornqualitäten hingegen fielen 2025 deutlich besser als im Vorjahr aus.
Foto: Dr. Herrmann
Mehr Fläche und größere Erntemenge
Damit ist die Erntemenge 2025 deutlich angestiegen auf rund 938 000 t. Diese Entwicklung wird von den heimischen Schälmühlen sehr begrüßt und ist unter anderem auf die 2019 gestartete Haferanbau-Initiative der Schälmühlen des Verbands der Getreide-, Mühlen- und Stärkewirtschaft (VGMS) zurückzuführen. Die stetig steigende Nachfrage nach Haferprodukten wie Haferflocken und Haferdrinks hat die deutschen Schälmühlen dazu veranlasst, zunehmend auf regionalen Anbau zu setzen. Das Ziel der Initiative besteht somit darin, den Anbau von Qualitätshafer zu fördern, um den steigenden Haferbedarf deutscher Mühlen aus heimischer Produktion decken und die Importabhängigkeit reduzieren zu können. Die Verarbeitungsmenge lag 2024 bei fast 700 000 Tonnen, was einer Steigerung von 140 Prozent gegenüber 2008 entspricht.
Nach wie vor wird jedoch ein erheblicher Anteil des in Deutschland verarbeiteten Hafers importiert. Ein Grund dafür ist, dass Schälmühlen meist größere, einheitliche und qualitativ hochwertige Partien bevorzugen. In Hessen gibt es kaum noch Verarbeiter von Qualitätshafer, sodass lange Transportwege den Anbau von Schälhafer weniger attraktiv machen.
Ein weiteres Problem sind schwankende Haferqualitäten. Eine verspätete Aussaat aufgrund ungünstiger Witterungsbedingungen oder Bewirtschaftungsauflagen - wie der verpflichtende Zwischenfruchtanbau in roten Gebieten - sowie Trockenheit und Hitze beeinträchtigen nicht nur den Ertrag, sondern auch die Qualität.
Dr. Antje Herrmann, Fachinformation Pflanzenbau, Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen – LW 4/2026
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