Qualitätsbewusste Einkäufer bei der Mai-Auktion in Fließem

Rotbunte und/oder hornlose Tiere waren sehr gefragt

Die Zuchtviehversteigerung der RUW am Donnerstag vergangener Woche in Fließem war jahreszeitlich bedingt geprägt durch eine starke Deckbullen-Nachfrage. Trotz des herrlichen Silowetters war aber auch die Nachfrage im Rindersektor gut. Bei den abgekalbten Holsteinfärsen wurde allerdings sehr gezielt auf Qualität geboten, was auch die extrem große Preisspanne von 850 bis 2 200 Euro dokumentiert. Sehr rege war die Nachfrage der Kunden aus Belgien, Luxemburg und Holland, für die in der Summe mehr als fünfzig Prozent der zugeschlagenen Tiere verladen wurden. Von Beginn an kamen die Gebote für Deckbullen sehr flott, denn die Qualität war sehr ansprechend. Die Hälfte der Bullen erzielte 2 000 Euro und mehr, sodass der Durchschnittspreis im Vergleich zur April-Auktion noch einmal um 100 Euro auf über 1 800 Euro anstieg.

Besonders gut entwickelt und mit einer hohen Formnote von der Körkommission bewertet, wurde ein Goldfever-Sohn der Lenz GbR aus Steinborn, die den Tageshöchstpreis von 2 200 Euro erlöste. Mit Defoe und Ludox sind hier gute Vererber im Pedigree, und mit hohen Einstufungen und Leistungen über 10 000 kg fand dieser Bulle viele Interessenten und ging nach Luxemburg.

Drei Bullen wechselten den Besitzer bei 2 100 Euro. Werner Mettel, Körperich, hatte einen harmonischen Matisse-Red-Sohn aus seiner bekannten Schaukuh Evelyne von Bacculum (EX 90 Punkte) am Strick. Vor Evelyne kommt die Stadel-Tochter Elly (88 Punkte), die bereits sechs Laktationen produziert hat. Mit 12 000 kg sind auch hier die Leistungen sehr ansprechend. Johann Hoffmann aus Stockem hatte den zweiten rotbunten Bullen in dieser Preiskategorie, und zwar einen Ems Red PP-Sohn aus der 88 Punkte Tableau-Mutter und EX 90 Punkte Aval-Großmutter. Dieser Bulle hatte die höchsten Noten am Morgen von der Körkommission erhalten. Günter Eichertz aus Uppershausen präsentierte den dritten Bullen für 2 100 Euro, einen formschönen Louis PP-Sohn, in diesem Fall schwarzbunt, aber hornlos. Mit je 85 Punkten stehen Top-RUW-Vererber im Pedigree und zwar Antares und Jetlag. Und wiederum für rotbunt und hornlos erhielt Peter Meutes aus Rommersheim 2 000 Euro für seinen Kiss PP-Sohn. Hohe Einstufungen, eine tiefe Kuhfamilie und extrem hohe Milchmengen rundeten hier das Pedigree ab.

Geteilter Rindermarkt

Warum gab es einen geteilten Rindermarkt? Die Erklärung ist relativ einfach: Die ersten Rinder im Katalog, die deutlich älteren, und Rinder mit ersichtlichen Mängeln beziehungsweise Ansagen, auf diese Rinder wurde zäh geboten. Junge Rinder mit hohen Einsatzleistungen und dem Exterieur und Euter einer problemlosen Laufstallhaltung waren gefragt, hier wurde flott geboten. Vor allem die Ausländer boten fast ausschließlich auf diese zweite Kategorie. So war es nicht verwunderlich, dass die rotbunte Hvezda-Tochter BaS Abena zum Höchstpreis von 2 200 Euro an einen Züchter in Luxemburg wechselte. Diese rahmige, perfekt ausbalancierte Färse war mit einem top Euter ausgestattet und hatte bereits eine hohe erste Milchkontrolle. Am Morgen war sie mit 85 Punkten bewertet worden und hätte ohne weiteres zur Schau gebracht werden können. Sie stammt aus der Zucht von Christian Bange, Seibersbach, und ihre Malvoy-Mutter und Carmano-Großmutter sind feste Größen in der Rotbuntzucht.

Zweithöchster Tageszuschlag für Absolute-Red-Tochter

Aus demselben Zuchtstall stammte auch die Färse mit dem zweithöchsten Tageszuschlag, 2 100 Euro. Die schwarzbunte Absolute-Red-Tochter aus einer Atshott-Mutter und Hvezda-Großmutter war ebenfalls mit 85 Punkten bewertet. Harmonisch im Körper, mit einem super Fundament und einem klasse Euter ausgestattet liegt sie bei einer Tagesleistung von fast 40 kg Milch. 2 000 Euro im Zuschlag legte ein Züchter aus dem Kreis Kleve für eine fehlerfreie RUW Select-Lesson-Tochter aus der Zucht von Peter Meutes, Rommersheim, an. Diese sehr große, körperstarke Holsteinfärse hat eine Milchkontrolle mit 37 kg und ist bereit, in die Fußstapfen ihrer Mutter zu treten, die in der dritten Laktation über 13 000 kg Milch produziert hat.

Gerd Grebener, ruw – LW 19/2018