Schaf-Show – sieben Betriebe und sieben Rassen

Tag der offenen Tür am Hofgut Neumühle

Im Rahmen des Tags der offenen Tür der Lehr- und Versuchsanstalt Neumühle in Münchweiler veranstaltete der Landesverband der Schaf- und Ziegenhalter sowie Züchter Rheinland-Pfalz e. V. eine Schafrasse-Demonstration. Die Vorführung war über den gesamten Veranstaltungstag hinweg sehr gut besucht und bot den zahlreichen interessierten Besucherinnen und Besuchern einen anschaulichen Einblick in die Vielfalt der Schafzucht in Rheinland-Pfalz.

Blaue Texel von Wolfgang Adam aus Herxheim bei der Schafrasse-Demonstration beim Tag der offenen Tür auf dem Hofgut Neumühle.

Foto: Heinrich Schulte

Ursprünglich war für diesen Termin eine Eintragungsschau mit Dorpern und Ziegen aus CAE-, Maedi- und Pseudo-Tuberkulose-unverdächtigen Beständen sowie mit vernachlässigbarem TSE-Risiko vorgesehen. Da kurzfristig nicht genügend geeignete Tiere zur Verfügung standen, musste die Eintragungsschau abgesagt werden. Mit der kurzfristig organisierten Rasse-Demonstration konnte den Besuchern dennoch ein attraktives und fachlich hochwertiges Programm geboten werden. Sieben Zuchtbetriebe präsentierten sieben Schafrassen und damit einen kleinen Ausschnitt der insgesamt 37 Schafrassen, die im rheinland-pfälzischen Herdbuch für Schafe züchterisch betreut werden. Michael Keßler aus Mittelbrunn stellte Brillenschafe vor, eine gefährdete heimische Rasse, deren Erhaltung im Rahmen der Landeszucht besondere Bedeutung besitzt. Wolfgang Adam aus Herxheim präsentierte eine sehr ausgeglichene und homogene Jährlingsgruppe Blauer Texel, die durch ihre Korrektheit und den einheitlichen Zuchtstand überzeugte. Besonderes Interesse weckte die jüngste im Landesverband betreute Herdbuchrasse. Daniel Degen aus Seelen stellte zwei Herdwick-Mutterschafe mit ihren Lämmern vor. Die robuste, ursprünglich aus dem englischen Lake District stammende Rasse ergänzt seit Kurzem die Rassevielfalt im Herdbuch des Landesverbandes.

Michael Keßler aus Mittelbrunn demonstrierte die Schafschur an seinen Brillenschafen.

Foto: Heinrich Schulte

Dr. Stauffer-Bescher zeigte zwei elfjährige Shropshire-Mutterschafe sowie einen jungen, natürlich kurzschwänzigen Zuchtbock. Die Präsentation verdeutlichte sowohl die bemerkenswerte Langlebigkeit der Rasse als auch die züchterischen Bestrebungen hin zu einer natürlichen Kurzschwänzigkeit. Außerdem wurde auf die besondere Eignung der Shropshire-Schafe für den Einsatz in Weihnachtsbaumkulturen hingewiesen, da sie junge Nadelbäume nicht verbeißen. Mit drei Coburger Fuchsschafen stellte der Betrieb Adam eine traditionelle Landschafrasse vor, die früher im Westerwald und in der Eifel weit verbreitet war und heute insbesondere aufgrund ihrer guten Eignung für die Landschaftspflege geschätzt wird. Helen Fauß aus Hutschenhausen präsentierte eine harmonische Gruppe Rhönschafe. Den Abschluss der Rassevorstellung bildeten vitale Waldschafe von German Braun und der Jungzüchterin Ida Wagner aus Römerberg.

Im Anschluss an die Rassepräsentation demonstrierte Braun gemeinsam mit seinem zweijährigen Border Collie eindrucksvoll die Arbeit eines Hütehundes. Wagner erläuterte dabei fachkundig die Ausbildung und den praktischen Einsatz von Hütehunden sowie deren Bedeutung für eine tierschutzgerechte und effiziente Schafhaltung. Den gelungenen Abschluss der Vorführungen bildete eine Schafschur, die Michael Keßler kurzfristig übernahm. Mit großer Routine und sichtbarer Begeisterung demonstrierte er das traditionelle Handwerk und erläuterte den zahlreichen Zuschauern die fachgerechte Durchführung der Schur. Ein besonderer Dank galt allen Beschickern, die mit großem Engagement ihre Tiere präsentierten und so wesentlich zum Erfolg der Schafrasse-Demonstration beitrugen. Mit ihrer Teilnahme gaben sie den Besuchern einen anschaulichen Einblick in die Vielfalt der Schafzucht in Rheinland-Pfalz.

Gleichzeitig unterstützten sie die Öffentlichkeitsarbeit des Landesverbandes und machten auf die Bedeutung einer nachhaltigen und vielfältigen Schafhaltung aufmerksam.

Heinrich Schulte, LWK RLP – LW 30/2026