Stabile Preise bei der Zuchtviehauktion in Fließem

Interessenten kamen aus England, Belgien und Luxemburg

Mit einem Durchschnittspreis auf Höhe des Vormonats von 1 515 Euro für abgekalbte Holsteinfärsen endete die Zuchtviehauktion der Rinder-Union West vergangene Woche in Fließem. Negative Meldungen zu den Erzeugermilchpreisen hemmten den Bieterwillen bei einigen Käufern, doch das zahlenmäßig gute Angebot lockte Interessenten aus England, Belgien und Luxemburg. Auch ein treuer Kunde aus Baden-Württemberg deckte seinen Remontierungsbedarf in Fließem.

Mit 20 gekörten Deckbullen war das Angebot für diese Jahreszeit größer als der Bedarf, so dass nicht alle Bullen einen Käufer fanden. Dennoch gab es sehr gute Preise für hochinteressante Bullen. Mit 2 200 Euro stellte Matthias Nosbisch, Niederweis, mit NH Kerris die Preisspitze des Marktes. Der Kerrigan-Sohn hat einen ausgeglichenen, in den entscheidenden Merkmalen hohen genomischen Zuchtwert und stammt aus einer tiefen, außerordentlichen Kuhfamilie. Die 85 Punkte President-Mutter hat eine erste Laktation mit weit über 11 000 kg bei 3,56 Prozent Eiweiß, und auch die Großmutter (von Beacon) glänzt mit 3,79 Prozent Eiweiß. Diese Merkmale, die allesamt von Bullenkäufern beachtet werden, gaben den Ausschlag, dass ein luxemburgischer Käufer den Katalog so lange hochhielt, bis ihm der Zuschlag erteilt wurde. Es folgte mit 2 100 Euro im Zuschlag ein typvoller, extrem harmonischer rotbunter Brekan-Sohn, WIT Benilo, aus der Zucht von Thomas Wiethege, Halver. Mit Ellmau und Spencer stehen hoch bewertete Kühe im Stammbaum des Bullen, die über viele Laktationen hohe Leistungen erbracht haben. Auch dieser schicke Bulle wird seinen Deckeinsatz in Luxemburg vollziehen. Ebenfalls für Luxemburg wurde ein Avenue-Sohn aus dem Betrieb Stefan Marxen, Dingdorf, für 1 800 Euro zugeschlagen. Er hatte die Tageshöchstnoten aufgrund seines klaren Erscheinungsbildes bekommen. Die Kuhfamilie vor diesem Bullen steht für absolute Lebensleistung. Die Gibor-Mutter (87 Punkte) hat sechs Laktationen produziert und die 88 Punkte Jetlag-Großmutter acht Laktationen. Zwei extrem gute RUW-Topbullen, die beide für Lebensleistung stehen. Die Höchstleistungen mit über 12 000 kg Milch rundeten das Profil ab. Drei Kühe erzielten im Schnitt 1 417 Euro. Hervorstechend war eine Snowflake-Tochter aus dem Betrieb Billen, Kaschenbach. Sie hatte zum dritten Mal gekalbt und bereits zwei Laktationen mit über 10 000 kg vorgelegt. Sie präsentierte sich als sehr große, elegante Kuh mit bestem Fundament und Euter, was einem Käufer aus dem Kreis Bernkastel-Wittlich 1 600 Euro wert war.

Die überregionalen Käufer sicherten den Absatz

Thomas Wiethege aus Halver war mit einer Kollektion bester Färsen angereist. Alle drei Preisspitzen sicherte sich dieser Stall. Auffallend war bereits in den Stallungen WIT Alexa, eine Durango-Tochter aus Debuty-Red und Elayo. Diese schaufertige schwarzbunte Holsteinkuh konnte im Grunde genommen aus dem Auktionsring direkt in den Schauring geführt werden. Groß, lang, ein phantastisches Seitenbild und ein super platziertes Euter machten sie komplett. Sie hat eine Einsatzleistung von 35 kg Milch, denn Mutter und Großmutter haben beide weit über 11 000 kg Milch produziert und das bei Inhaltsstoffen deutlich über 3,6 Prozent Eiweiß. Nach einem spannenden Bieterduell ersteigerte eine junge Züchterfamilie aus dem Donnersbergkreis für 2 700 Euro diese Färse.

Die Reise nach Baden-Württemberg tritt ihre Stallgefährtin für 2 400 Euro an. Hierbei handelt es sich um eine Nugget-Tochter aus einer neuen, extrem leistungsstarken Kuhfamilie bei Wiethege. Die Roumare-Mutter ist mit 88 Punkten bewertet und stammt aus einer O-Man-Großmutter (86 Punkte). Mit fast 16 000 kg in der Höchstleistung und sechs abgeschlossenen Laktationen steht hier Leistung pur im Papier. Die Färse wusste in allen Belangen zu überzeugen. Sehr viel Ausstrahlung, Eleganz, mit einem super Fundament und exzellentem Euter war auch die dritte im Bunde ausgestattet. Diese MatisseRed-Tochter hat hoch bewertete Ahnen mit sehr hohen Lebensleistungen. 13 000 kg Milch stehen bei Mutter und Großmutter. Ein Züchterfreund aus Luxemburg erhielt hierfür den Zuschlag bei 2 200 Euro.

Gerd Grebener, ruw – LW 6/2018