Stallplatzrechner zur Bestandsplanung aktualisiert

Excel-Tool ermöglicht schnellen Überblick

Die Thematik Stallplatzberechnung hat in den letzten Jahren weiter an Bedeutung gewonnen. Spätestens, wenn im Januar 2023 die neue Tierschutztransportverordnung wirksam wird, müssen alle milchviehhaltenden Betriebe die Kälber bis zum 28. Lebenstag aufziehen und dürfen diese erst danach überbetrieblich transportieren. Aber auch andere Aspekte wie beispielsweise eine freiwillig verlängerte Zwischenkalbezeit oder die saisonale Abkalbung wirken sich auf den Tierbestand aus. Aus diesem Grund wurde das praktische Excel-Tool, welches seit 2019 über https://eip-rind.de/infothek in der Rubrik „Bau Details“ zur Verfügung steht, überarbeitet und an die neuen Anforderungen angepasst. Prof. Barbara Benz, HfWU Nürtingen-Geislingen, Dr. Hans-Jürgen Seeger, Rindergesundheitsdienst Aulendorf, und Uwe Eilers, LAZBW Aulendorf, informieren.

Milchviehhaltende Betriebe müssen ihre Kälber künftig mindestens bis zum 28. Lebenstag halten, viele benötigen dafür mehr Stallplätze. Mit einem Excel-Tool zur Stallplatzberechnung kann man sich schnell einen Überblick verschaffen.

Foto: agrarfoto

Was ist neu?

  • Die unterschiedlichen Berechnungen befinden sich nun übersichtlich auf vier separaten Tabellenblättern: Bestandsplanung, saisonale Abkalbung, Stallplatzbedarf Jungvieh, Stallplatzbedarf Trockensteher.
  • Es kann nun neben Bestandsgröße, Zwischenkalbezeit und Erstkalbealter, bei den Kälberverlusten auch der prozentuale Anteil an Totgeburten eingegeben werden. Kälberverluste und Totgeburtenrate nehmen innerhalb des Berechnungstools eine Sonderstellung ein, denn sie gelten eigentlich nicht als Planungsgrößen für Stallplatzkapazitäten. Da die Ist-Situation jedoch im Durchschnitt von den Zielgrößen (jeweils maximal 5 Prozent) deutlich abweicht und damit in der Praxis eine relevante Größenordnung hat, werden sie im Sinne der Transparenz berücksichtigt. Dadurch soll gleichzeitig die bewusste Auseinandersetzung mit individuellen betrieblichen Ausgangssituationen vor dem Hintergrund von Zielwerten unterstützt werden.
  • Kälberverkäufe können nach Wochen bis zu einem halben Jahr eingetragen werden, danach in Monaten bis zu zwei Jahren.
  • Beim Stallplatzbedarf fürs Jungvieh sind Maßangaben für die benötigten Flächen inklusive Auslauf in den jeweiligen Gewichtsabschnitten integriert.
  • Für saisonale Abkalbung nutzt man einen separaten Rechner, bei dem die Dauer, über welche sich der Abkalbezeitraum erstreckt, mit eingetragen wird.
  • Die Trockenstehdauer kann auf dem 4. Tabellenblatt individuell eingegeben werden, um den Stallplatzbedarf für trockenstehende Kühe abzuschätzen.

Grundsätzlich können drei Szenarien mit unterschiedlicher Bestandsergänzungsstrategie simuliert werden, wobei 3-, 4- und 5-jährig zugrunde gelegt sind. Die Faktoren können individuell angepasst werden, so dass ein Puffer eingeplant werden kann. Jahreszeitliche Schwankungen und gewünschte Leerstehzeiten machen einen zusätzlichen Puffer an Stallplätzen notwendig.

Wie wirken sich unterschiedliche Maßnahmen auf Tierbestand aus?

Die Stallplatzberechnung ermöglicht mit wenigen Eingaben einen guten Überblick darüber, wie sich unterschiedliche Maßnahmen auf den Tierbestand auswirken können. Das kann in der Neubauplanung genauso hilfreich sein, wie beim Umbau oder Überlegungen zu Anpassungen beim Her­den­management, Stichwort Zwi­­schenkalbezeit oder saisonale Abkalbung. Der Stallplatzrechner ist außer über www.eip-rind.de auch über www.hfwu.de/fileadminuser_u... verfügbar.

 – LW 21/2022