Trullo auf dem Geisterberg in Flonheim ausgezeichnet
Weinbruderschaft prämierte 40. Weinbergshaisje
Die Weinbruderschaft Rheinhessen zeichnete als 40. Weinbergshäuschen den Trullo in der Großlage Adelberg aus, der auch als Wahrzeichen für Rheinhessen gilt und von der Gebietsweinwerbung Rheinhessenwein gerne zur Werbung genutzt wird. Die Flonheimer haben mehrere Trulli und nennen den jetzt prämierten „es weiße Haisje“ auf dem Geisterberg (Einzellage).
Foto: Bettina Siée
Steinhäuschen, Erdhütten, Türme, Rotunden, Trulli
Dieses Jahr wählte die Weinbruderschaft das 40. Weinbergshäuschen aus und entschied sich für den bekanntesten Trullo, der weithin sichtbar über den Hügeln bei Flonheim thront.
Brudermeister Prof. Dr. Axel Poweleit begrüßte zur 40. Prämierungsfeier zahlreiche Ehrengäste, Landtags- und Kommunalpolitiker. Er blickte zurück auf die Vielzahl der prämierten Häuschen, von einfachen Steinhäuschen, Erdhütten, Türme, Rotunden, Miniburgen und Trulli, die von Funktionalität und Wandel erzählen. „Sie stehen als Symbole der Identität unserer Landschaft, sind Orte der Begegnung, der Muße und des maßvollen Weingenusses“, so Poweleit.
Dr. Werner Dahmen, Vorsitzender des Weinbergshäuschen-Prämierungsausschusses, erklärte: „Es ist der sechste Trullo in der 40-jährigen Prämierungsgeschichte. Der Flonheimer Trullo ist ein architektonisches Juwel, ein denkmalgeschütztes, archaisches Bauwerk, das wie kaum ein anderes für die weinkulturelle Identität Rheinhessens steht.“ Der Trullo dient als Signet der Kultur- und Weinbotschafter Rheinhessen.
Mit der Spitzkuppel und dem markanten aus Sandstein gehauenen Schlussstein, auch Zippus genannt, thront der weißgetünchte Trullo an exponierter Stelle über der Weinlandschaft. Mit einem Betonring gesichert, bietet der Kragkuppelbau innen mit einer umlaufenden Bank gut zehn Personen Platz. Es wurde Sandstein aus den nahe gelegenen Steinbrüchen, verbaut.
Dem Verhandlungsgeschick des Flonheimer Ortsbürgermeisters Jörg Thumann ist es zu verdanken, dass die Prämierungsplakette am denkmalgeschützten Gebäude angebracht werden durfte – nicht wie üblich am Eingang, sondern unterhalb des Fensters am Trullo.
Trullo erfüllt alle Kriterien des Wettbewerbs
Der Flonheimer Trullo erfüllt alle Kriterien der Weinbruderschaft, um prämiert zu werden: ortstypische Baumaterialien, Bautyp, Zustand, Standort in der Landschaft und das Engagement des Eigentümers, hier der Ortsgemeinde Flonheim, um das kulturelle Kleinod zu erhalten.
Weinmajestäten enthüllen die Prämierungsplakette
Die Rheinhessische Weinprinzessin Charlotte Dürk und die Weinkönigin der Verbandsgemeinde (VG) Alzey-Land Annika Schuster enthüllten die Prämierungsplakette. Annika Schuster aus Flonheim wies darauf hin, dass ihr Vorfahr Johann Zimmer von der Dohlmühle den Trullo erbauen ließ. Ausgehend vom vermutlichen Baujahr 1756 am Türsturz steht der Trullo seit mindestens 270 Jahren.
Es ist ein Ort, der Wanderern auf der „Hiwweltour Aulheimer Tal“ sowie Radfahrern einen Rastplatz bietet.
Das Bauwerk steht alljährlich im April im Mittelpunkt des Weinfestes „Trullo in Flammen“, das der Flonheimer Winzerzusammenschluss WineFlow veranstaltet. Dahmen dankte den örtlichen Weinschwestern und -brüdern, allen voran Weinschwester Juliane Schäfer und Mitarbeitern des Gemeindebauhofs für die Unterstützung der Prämierungsfeier. Bei „Weck, Worscht und Woi“ feierte man in fröhlicher Runde.
Der Kinderchor Flonheim mit seinem Dirigenten Udo Haßel verlieh dem Fest eine einzigartige Note: „Komm sag es allen weiter, Flonheim hat den schönsten Trullo“.
bs – LW 37/2026
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