Viel los auf dem Hacktechnik-Markt

Die Vorteile beim Einsatz von Hacken

Fast jeder renommierte Hersteller hat mittlerweile Hackgeräte im Programm. Die Unternehmen wittern Potenzial. Die Hightech-Hacken können mit chemischem Pflanzenschutz konkurrieren und müssen es auch.

Versuche zeigen, dass mechanische Unkrautbekämpfung bei korrekter Anwendung keinerlei ökonomische Nachteile im Vergleich zum Pflanzenschutzmitteleinsatz mit sich bringt.

Foto: landpixel

Es ist viel los auf dem Hacktechnik-Markt. Nicht unbedingt, was die Nachfrage betrifft, aber die verschiedenen Unternehmen sind fleißig am Entwickeln, Kaufen und Verkaufen. Sie sehen augenscheinlich Potenzial in diesem Produktsegment.

So hat Amazone den Hacktechnik-Bereich von Schmotzer und Lemken den der Firma Stekete übernommen. Kverneland bediente sich am französischen Markt beim Hersteller BC Technique, bekannt als Phenix Agrosystem. Pöttinger bietet nun die Rotocar- beziehungsweise Flexcare-Serien von CFS Cross Farm Solution an, und Väderstad geht mit der Hacktechnik des dänischen Herstellers Thyregod ins Rennen.

Hersteller sehen großes Potenzial

Die Landtechnikhersteller und die Wissenschaft sehen weiterhin großes Potenzial in der mechanischen Unkrautregulierung. Steigende Herbizid-Resistenzen spielen hier eine große Rolle. Diese und immer weniger Wirkstoffe bei Pflanzenschutzmitteln zwingen den Markt indirekt zu wachsen. Im Gemüseanbau herrscht durch die kontinuierliche Reduzierung von chemischen Pflanzenschutzmitteln bereits jetzt eine große Nachfrage.

Versuche zeigen übrigens, dass mechanische Unkrautbekämpfung keinerlei ökonomische Nachteile im Vergleich zum Pflanzenschutzmitteleinsatz mit sich bringt – bei korrekter Anwendung! Der Erfolg des Einsatzes hängt von vielen Faktoren ab: Bodenzustand, Wetter, Entwicklungsstadium der Kulturpflanze und der Beikräuter. Der Boden sollte beim Hacken locker, schüttfähig und fein sein – ohne grobe Kluten. Um das zu erreichen, muss bereits die Bestellung den Acker gut vorbereiten.

Sterne am Boden

Hohe Winterniederschläge und häufige Starkregenereignisse im Frühjahr und Frühsommer lassen mehr Verkrustungen entstehen. Diese müssen rechtzeitig gebrochen werden, wofür unter anderem die Rollhacke die richtige Wahl ist. Sie kann also nicht nur bei der Unkrautregulierung helfen und wird deswegen laut DicksonKerner stark gefragt.

Rollhacken verfügen über schräg zur Bearbeitungsrichtung angeordnete, bodenangetriebene, rotierende Hacksterne. Die Schrägstellung beziehungsweise der Anstellwinkel der Werkzeuge lässt sich meist stufenlos einstellen. Durch die Drehbewegung und die Einzelaufhängung der Scheiben entwurzeln Rollhacken Unkräuter aktiv aus dem Boden und verschütten sie, beziehungsweise die Beikräuter bleiben auf der Bodenoberfläche liegen und können anschließend vertrocknen. Der Arbeitsdruck ist meist stufenlos einstellbar, die Scheiben jeweils einzeln gefedert und aufgehängt.

Zuhause in Reihenkulturen

Die meisten Rollhacken arbeiten reihenunabhängig, einige sind aber auch im Zwischenreihenbereich zu Gange, wie zum Beispiel die Rollsternhacke von Hatzenbichler. Je nach Einstellung transportieren diese Modelle Erde weg von der Pflanzenreihe oder häufeln zur Pflanzenreihe hin.

Klassische Hacken gehen aggressiver an das Unkraut ran und eignen sich besonders für Kulturen mit weitem Reihenabstand. Die Maschinen schneiden oder entwurzeln mit ihren Werkzeugen das Unkraut oder begraben es. Da man bei Reihenhacken ähnlich wie bei EKS-Technik das Aggregat pro Reihe einzeln betrachten muss, ergeben sich durch die Reihenabstände unterschiedliche Arbeitsbreiten. Professionelle Maschinen haben einzelne parallelogrammgeführte Hackorgane, zum Teil mit vorlaufenden Tasträdern.

Für die Regulierung von Beikräutern innerhalb der Pflanzenreihe gibt es ebenfalls verschiedene Werkzeuge, die hinter dem Zinkenfeld oder auch solo im Einsatz sind. Je nach Bodenart, Größe und Stabilität der Nutzpflanzen können Fingerhacken, Rollstriegel, Torsionszinken, Nachlaufstriegel oder Flachhäufler eingesetzt werden.

Hightech-Hacken meistern auch Problemzonen

Problematisch wird es für Hacken am Vorgewende, bei Feldkeilen und Hindernissen. Entweder hebt man die Maschinen vorzeitig aus oder riskiert das Jäten von Nutzpflanzen. Mittlerweile haben sich die meisten Hersteller dieser Thematik angenommen und statten ihre Geräte – zumindest optional – mit Section-Control aus. Jedes Hackelement ist mit einem eigenen Hydraulikzylinder ausgestattet, der manuell oder via GPS-Steuerung das Hackelement ausheben kann.

Moderne Sensorik und die Einbindung von RTK-Korrektursignalen sind beim Hacken also nicht mehr wegzudenken. Dabei sind verschiedene Automatisierungsgrade möglich. Die Basis bildet die automatische Reihenführung. Dazu führen einige Hersteller Verschieberahmen in ihrem Produktportfolio.

Evelyn Fiedler – LW 17/2026