Ich gehe mit meiner Laterne …

Sankt Martin und die Martinsgans

Am 11. November ist Martinstag, dann ziehen wieder viele Kinder mit leuchtenden Laternen durch die Straßen und singen Martinslieder.
An diesem besonderen Tag wird an Martin von Tours gedacht, der im 4. Jahrhundert nach Christus lebte. Er soll einst einem armen, frierenden Bettler die Hälfte seines warmen Mantels gegeben haben. Martin war damals noch Soldat gewesen. Später ließ sich Martin taufen, wurde Mönch und dann sogar Bischof von Tours.
Für die katholische Kirche gilt er sogar als Heilger, also als ein besonders vorbildlicher Mensch.


Gerne wird am Martinstag auch Martinsgans gegessen. Oftmals wird das damit erklärt, dass sich nach einer Legende Martin in einem Gänsestall versteckt haben soll, weil viele Menschen von ihm wollten, dass er Bischof wird, er selbst sich das aber nicht zugetraut hat. Die Gänse sollen dann aber so laut geschnattert haben, dass sie Martin verrieten. Und so wurde er doch Bischof. Das ist aber, wie schon gesagt, eine Legende, also eine Geschichte, die sehr schön ist, aber sehr wahrscheinlich nicht wirklich so passiert ist.


Eine mögliche Theorie, wo der Brauch des Martinsgans-Essens tatsächlich herkommt, ist, dass im Mittelalter ab dem 11. November die Fastenzeit vor Weihnachten begann, das heißt, es durfte nicht mehr so üppig gegessen werden. Daher nutzte man den Tag vor der Fastenzeit noch für einen Festschmaus – zum Beispiel einen Gänsebraten.

Außerdem war um den Martinstag im Mittelalter wohl auch die Zeit, in der die Bauern eine Abgabe an die Grundeigentümer leisten mussten. Statt mit Geld wurde damals mit Lebensmitteln bezahlt, zum Beispiel mit einer Gans.