Agrarfamilie 2017 – jetzt abstimmen!

Familie Fay und Familie Becker stellen sich vor

Die Favoriten für die Wahl der Agrarfamilie 2017 stehen fest. Für das LW Hessenbauer/Pfälzer Bauer/Der Landbote gehen Familie Fay aus Pohlheim und Familie Becker aus Mainz-Ebersheim ins Rennen. Eins haben die beiden Familien gemeinsam: Beide sind sehr aktiv in der Öffentlichkeitsarbeit und wollen das Verständnis der Bevölkerung für die Landwirtschaft verbessern.

Auf dem Hof Obersteinberg der Familie Fay in Pohlheim wird Nachhaltigkeit großgeschrieben. Der Betrieb hat die Möglichkeit, seine Kühe und Schweine in den Sommermonaten auf der Weide und im Winter in luftigen Stroh-Laufställen halten zu können. In der hofeigenen EU-zertifizierten Schlachtstätte werden die Tiere ohne lange Transportwege und Stress geschlachtet. Die tiergerechte Haltung kommt bei den Verbrauchern gut an, die Familie vermarktet ihre Produkte größtenteils über ihren Hofladen. Auf dem Betrieb packt die ganze Familie mit an. Peter Fay ist der Betriebsleiter und seit über 30 Jahren im Gebietsagrarausschuss tätig. Dort setzt er sich für die Belange der Landwirtschaft ein. Seine Frau Catja führt regelmäßig Kita-Gruppen und Schulklassen über den Hof und versucht dabei, den Kindern den Bauernhof mit allen Sinnen näherzubringen. Sohn Philipp ist ausgebildeter Landwirt und studiert momentan Agrarwissenschaften. Er engagiert sich für seinen Berufsstand und hat mit einem Imagefilm über die Landwirtschaft erfolgreich an einem Filmwettbewerb teilgenommen. Tochter Anne Christin ist Mitglied im Vorstand der Landjugend und verkauft gemeinsam mit Philipps Freundin Tabea im Hofladen die eigenen Produkte. Der jüngste Sohn Thomas absolvierte im Sommer sein Fachabitur und bietet Interessierten Hofführungen auf dem Betrieb an.

Im Hofladen kann man neben dem verarbeiteten Fleisch auch Eier, Kartoffeln, Marmeladen und mehr kaufen. All das wird auch im Verkaufsautomaten angeboten. Somit kann auf dem Hof Obersteinberg rund um die Uhr eingekauft werden. Jederzeit für die Kunden da zu sein und ihnen Fragen zu beantworten, ist für die Familie Fay sehr wichtig. „Die Kunden schätzen es, wenn sie während des Einkaufes auf dem Hof Fragen stellen und die Tiere beobachten können“, so Catja Fay. Die Eier werden von den etwa 480 Hühnern, die in mobilen Hühnerställen gehalten werden, erzeugt. In Zukunft wollen die Fays ihre Produkte auch online anbieten mit einer Abholstation über einen Drive-In-Schalter. Die vielen Projekte ermöglichen es jedem Familienmitglied, ein Einkommen zu erzielen.

Patenschaft für Reben auf dem Weingut Becker

Die rheinhessische Winzerfamilie Becker setzt genau wie die Familie Fay auf eine nachhaltige Bewirtschaftung. Nicht nur in den Weinbergen wird dies praktiziert, auch die Weine werden alle spontan vergoren, ohne den Zusatz spezieller Weinhefen. Durch die drei Kinder von Marco und Alexandra Becker kamen vermehrt Anfragen von Erzieherinnen und Lehrern, das Weingut zu besuchen und etwas über den Anbau und die Verarbeitung von Wein zu lernen. Deshalb schloss sich die Familie dem Projekt Kinderwingert in Rheinhessen an. In diesem Projekt übernehmen jährlich etwa 25 Kinder die Patenschaft für je vier Reben, für die sie eigenständig verantwortlich sind. Die Kinder treffen sich fünfmal im Jahr und erledigen an ihren Weinreben alle Aufgaben, die ein Winzer in seinem Weinberg erledigen muss. „Die Kinder sind mitten im Geschehen eines Winzerbetriebes. Sie verstehen, was es heißt, in einem landwirtschaftlichen Betrieb zu arbeiten“, so Alexandra Becker. Und das ist nicht immer so einfach. Frost, starker Regen, Hagel, Hitzewellen und Krankheiten können den Reben schaden und zu Ausfällen führen. Läuft alles gut, können die Kinder ihre eigenen Trauben ernten, verarbeiten und den Saft mit nach Hause nehmen. Die drei Jungs der Familie unterstützen Alexandra bei der Betreuung der Kinder tatkräftig und können mit ihrem Wissen den Kindern viel beibringen. „Das Ziel dieses Projektes ist es, den Dialog zwischen uns Winzern und der Bevölkerung herzustellen und aufrechtzuerhalten“, sagt Alexandra Becker.

Im Rahmen des Projektes nahm die Familie auch an einer Aktion teil, bei dem der Nutzen von Pflanzenschutzmitteln gezeigt werden sollte. Dabei wurde sie zum „Pflanzenschützer des Jahres“ gekürt. „Durch die Projekte standen nicht mehr nur unsere Weine im Vordergrund, sondern unser Beruf, unser Handeln und vor allem unser Umgang mit der Natur, in der und von der wir leben“, fasst Familie Becker zusammen. Ab sofort können Sie unter www.agrar-familie.de abstimmen, wer die Agrarfamilie 2017 werden soll. Es ist keine Anmeldung erforderlich, Ihre Stimme können Sie jede Stunde wieder neu vergeben.

LW – LW 27/2017