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Auftakt in Nieder-Olm

Rheinhessische Landfrauen eröffnen Agrartage

Über 400 Frauen fanden sich am Montag in der Ludwig-Eckes-Halle in Nieder-Olm für den Tag der Rheinhessischen Landfrauen zusammen. Das gemeinsame Netzwerk zu stärken, steht dabei im Vordergrund. Erstmals fand nach dem Landfrauentag auch eine After Work-Party statt.

Die Kreisvorsitzenden Uta Schmitt (l.) und Gerlinde Gemünde (r.) mit den Gästen der Talkrunde (v.l.): Ursula Braunewell, Landfrauenverband Rheinhessen; Eberhardt Hartelt, Präsident des BWV RLP Süd; Michael Lipps, Dienststellenleiter DLR RNH; Landrätin des Landkreises Mainz-Bingen Dorothea Schäfer; Weinprinzessin Stefanie Eckert und Stadtbürgermeister Dieter Kuhl.
Foto: Isabelle Willersinn

Die Agrartage feiern in diesem Jahr ihr 70. Jubiläum. „Eine lange Zeit“, wie Dr. Bernd Prior, Leiter der Abteilung Weinbau, Oenologie und Weinmarkt am DLR RNH Oppenheim, bei seiner Eröffnungsrede aufzeigte. Der Standortwechsel 1999 nach Nieder-Olm, habe bewährt. „Heute steht Nieder-Olm als Synonym für die Agrartage“, so Prior.

Der Tag der Rheinhessischen Landfrauen mit über 400 Gästen wird federführend von den Vorständen der beiden Kreisverbände Mainz und Bingen organisiert. Seit nunmehr 20 Jahren sind sie es, die diese überregional bedeutende Messe eröffnen dürfen. „Darauf sind wir stolz“, zeigt Uta Schmitt, Vorsitzende des Kreislandfrauenverbandes Mainz, auf. Das Motto der Agrartage – Wissen, Technik, Kommunikation – spreche für eine moderne und zukunftsfähige Landwirtschaft, so Schmitt und die Kommunikation sowie das Netzwerk bilden dabei einen wichtigen Beitrag. „Wenn du schnell gehen willst, dann geh alleine, wenn du weit gehen willst, musst du mit vielen anderen gemeinsam gehen“, zitierte Gerlinde Gemünde, Vorsitzende des Kreisverbandes Bingen, passend dazu.

Staatssekretärin würdigt Landfrauenarbeit

Ihre Anerkennung und den Respekt für die Landfrauen bezeugte Wirtschaftsstaatssekretärin Daniela Schmitt: „Die Arbeit der Landfrauen kann man gar nicht genug würdigen“. Es sei ein deutliches Signal, dass die Landfrauen die Agrartage eröffnen. „Sie gehen voran“, besonders in den ländlichen Regionen widmen sie sich der ganzen Bandbreite, stehen für Entwicklung und Lebensqualität. Sie machte zudem aufmerksam auf das 100-jährige Jubiläum des Frauenwahlrechts, das in diesen Tagen gefeiert wurde. Dies griff auch Ursula Braunewell, Landesvorsitzende des Landfrauenverbandes Rheinhessen, in ihrem Grußwort auf. Sie rief dazu auf, sich bei den Kommunal- und Europawahlen zu beteiligen, denn die Frauenquote sei so schlecht wie nie. „Und wenn wir die Frauen nicht wählen, wer dann?“ Es brauche Frauen, die einfach Mut haben und es brauche auch eine festgelegte Frauenquote.

Staatssekretärin Daniela Schmitt begrüßt die Aktion „Landfrauen zeigen Flagge“.
Foto: Isabelle Willersinn

In einer Talkrunde stellte Michael Lipps, Dienststellenleiter des DLR RNH, dar, dass das DLR mit den Landfrauen bereits viele Schnittmengen habe. Man müsse das Netzwerk aber weiter stärken. Viele Themen bespielen beide Institutionen, wie die Ernährungsberatung und -bildung oder Themen der ländlichen Entwicklung. „Da gibt es einiges, was wir in Zukunft gemeinsam anpacken können“, so Lipps. Eberhardt Hartelt, Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd, machte deutlich, dass bei den Landfrauen berufsständige und nicht berufsständige Personen vertreten sind. Viele junge Leute stellen Forderungen, ohne jemals mit einem Bauern gesprochen zu haben. „Das finde ich schade“. Bei den Landfrauen würde vieles davon gar nicht erst ausgetragen, da man in Gesprächen voneinander lernt. „Es ist notwendig miteinander zu reden. Auch die Agrartage leisten dazu ihren Beitrag.“

Junge Landfrauen bringen sich ein

Zum Auftakt des zweiten Teils der Veranstaltung brachten sich die „Jungen Landfrauen“ ein. In einem Sketch räumten sie mit alten Klischees auf und zeigten mit einem Film von der Boots­party, der Auftaktveranstaltung der Jungen Landfrauen Rheinhessen, was der Verein alles zu bieten hat. Skeptische junge Frauen lernten in dem Sketch, wie abwechslungsreich und ansprechend das Programm tatsächlich ist. Abgerundet wurde der Tag von einem Vortrag von der Gartenbauexpertin Heike Boomgaarden zum Thema „Ein Lebensraum für Wildbienen“. Offenblütige Pflanzen seien dabei wichtig. Und zwar nich nur im Sommer, sondern vom Schneeglöckchen bis zur Christrose.

Absolutes Highlight des Tages war die After Work-Party direkt im Anschluss an den Landfrauentag. In kürzester Zeit verwandelten die Frauen die Ludwig-Eckes-Halle in eine gemütliche Party-Location. Mit Musik, Tanz, Häppchen und Getränken konnte so der erste erfolgreiche Tag der Agrartage ganz entspannt ausklingen.

iw – LW 4/2019