Das Ausmaß der Zerstörung

Über 4 Mio. Euro Schaden in RLP und dem Saarland

Am 13. und 14. Juli traf eine erste Gewitterlinie mit Starkregen, Hagel und Sturmböen Teile von Norddeutschland. Betroffen waren unter anderem Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Am 16. Juli kam es zu schweren Gewittern mit Hagel in der Südpfalz. Hier wurden Rebanlagen stark und teils völlig zerstört.

Hagelschäden bei Schweigen-Rechtenbach.

Foto: I. Krick

Nicht nur die Pfalz wurde von einem schweren Unwetter mit Hagel, Starkregen und teils schweren Sturmböen heimgesucht. Auch die Nordhälfte Deutschlands wurde mit voller Wucht getroffen. Nach Angaben der Vereinigten Hagel (VH) waren die Region Ostwestfalen-Lippe in Nordrhein-Westfalen, ein Gebiet südlich von Bremen bis in den Großraum Hannover, das Münsterland über Paderborn bis nach Calden im Landkreis Kassel sowie die Region Mölln im Landkreis Herzogtum Lauenburg in Schleswig-Holstein bis nach Hagenow im Landkreis Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern betroffen. Dort seien in rund 50 000 ha landwirtschaftliche Nutzfläche Hagelkörner – teils tennisballgroß – eingeschlagen. Es braucht nicht viel Fantasie, um sich die dadurch entstandenen Zerstörungen vorzustellen.

Die Pfalz wurde am 16. Juli gegen Abend von einer Superzelle überquert. Diese zog vom südlichen Saarland über die Südpfalz und das Elsass bis nach Karlsruhe. Insbesondere in der südlichen Grenzregion waren die Gemarkungen Niederotterbach, Kapsweyer und Schweighofen betroffen, wo auch punktuell Totalausfall auftrat.

Ebenfalls starke Hagelschäden wurden aus Schweigen-Rechtenbach, Vollmersweiler und Oberotterbach gemeldet. Zum Teil waren Rebanlagen vollständig entlaubt, Trauben beschädigt und Beeren angeschlagen.

Verschiedene Kulturen wurden geschädigt.

Foto: I. Krick

Auch Maisfelder, Rübenäcker und Obstkulturen wurden massiv geschädigt. Da das Getreide zum Zeitpunkt des Unwetters schon weitestgehend eingebracht war, wurden hier nur Schäden an Strohballen festgestellt.

Das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) hatte den Schaden vorläufig auf etwa 200 ha Weinbaufläche in der Südpfalz und eine ebenso große Fläche in der Region um Wissembourg, Steinseltz und Cleebourg geschätzt.

In ganz Rheinland-Pfalz und dem Saarland sind laut der VH etwa 3 000 ha landwirtschaftliche Fläche betroffen. Die Versicherung geht von Schäden in Höhe von 4,5 Mio. Euro aus. Die betroffene Rebfläche belaufe sich auf circa 1 000 ha mit überdurchschnittlich hohen Schäden.

Insgesamt sind nach Einschätzung der VH über 100 000 ha in ganz Deutschland betroffen. Geschädigt wurden nahezu alle Kulturen von Weizen und Raps über Mais, Rüben und Kartoffeln hin zu Sonderkulturen und Wein. Auch die VH berichtete von Totalschäden. Man gehe derzeit von Schäden in Höhe von 50 Mio. Euro aus.

DLR, LW – LW 32/2026